Büttinghaus kämpft für CDU um Direktmandat

Bad Fallingbostel: Christdemokraten küren ihren Bundestagskandidaten

Büttinghaus kämpft für CDU um Direktmandat

Die erste Hürde hat er geschafft: Car­sten Büttinghaus wurde am vergangenen Mittwoch in der Heidmarkhalle in Bad Fallingbostel zum Bundestagskandidaten der CDU im Wahlkreis 35 (Rotenburg I-Heidekreis) gekürt. Von 192 gültigen Stimmen konnte er 125 auf sich vereinigen. 67 entfielen auf seine Konkurrentin, Marsha Weseloh aus Scheeßel. Damit hat quasi der Wahlkampf begonnen, an dessen Ende in rund einem Jahr die Bundestagswahl steht - als dann zweite Hürde.

194 Stimmberechtigte hatten sich auf den Weg in den Heidmarkhalle gemacht, um sich für die Bundestagswahl 2021 auf einen Kandidaten oder eine Kandidatin festzulegen. Die Tagesordnung beschränkte sich dabei auf das Nötigste, schließlich bestimmten auch hier die Corona-Regeln den Ablauf, auf die Gerd Engel, Vorsitzender der Heidekreis-CDU, die Anwesenden noch einmal nachdrücklich hinwies. Danach übernahm Dr. Marco Mohrmann, Vorsitzender der Kreis-CDU Rotenburg, die Versammlungsleitung.

Und der stimmte die Christdemokraten gleich auf die kommenden Monate ein: „Ab morgen gehen wir geschlossen in den Wahlkampf und kämpfen dafür, dass der Wahlkreis wieder in CDU-Hände fällt.“

Ganz in diesem Tenor gestaltete dann auch Büttinghaus seine persönliche Vorstellung. Es war die letzte dieser Art, denn in den vergangenen Wochen hatten er und seine Konkurrentin mehrfach Gelegenheit, sich den Christdemokraten im Bundestagswahlkreis zu präsentieren. Am vergangenen Mittwoch in Bad Fallingbostel nun der Abschluss.

Der Polizist aus Wilsede ließ in seiner Rede keinen Zweifel an seiner Entschlossenheit und schaltete in den Wahlkampfmodus: „Wir wollen das Direktmandat für den ländlichen Raum wieder in unserer Hand haben.“ Eine direkte Kampfansage an den derzeitigen Abgeordneten Lars Klingbeil (SPD), den Büttinghaus aber im Verlauf der Rede nicht weiter ins Visier nahm. Statt dessen sprach der 37jährige mit einiger Eloquenz die großen Themen wie etwa Digitalisierung, Klimawandel, gesellschaftliche Veränderungen und Corona-Krise an. Es war ein Parforceritt, der von der nötigen Stärkung des Mittelstandes gegen die aggressive chinesische Wirtschaftspolitik über die wegweisend zu gestaltende Bildung bis hin zur Landwirtschaft, deren Vertrauen zurückgewonnen werden müsse, führte.

Ausdrücklich bekannte sich Büttinghaus zu Bundeswehr und Polizei, die neben einer vernünftigen Ausstattung auch Anerkennung verdient hätten. Aber mit Blick auf die jüngsten Vorkommnisse bei der Polizei meinte er auch, Fehlverhalten müsse aufgeklärt werden und Konsequenzen haben: „Wer sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung stellt, für den ist bei der Polizei kein Platz. Aber die Polizei darf nicht generell stigmatisiert und demontiert werden.“ Überhaupt sprach er sich für eine klare Kante aus: „Die Demokratie bietet unendlich viele Freiheiten, die wir aber auch verteidigen müssen. Sozialisation in Subkulturen ist deshalb zu verhindern, denn wir waren zu lange denen gegenüber tolerant, die uns gegenüber nicht tolerant sein wollen. Bedrohungen von Politikern, Rettungskräften oder anderen werden wir nicht dulden.“

Es gebe viele Aufgaben und große Herausforderungen, denen er sich stellen wolle. Da er dafür als Bundestagskandidat keinen sicheren Listenplatz bekommen werde, „werde ich von vornherein entschlossen um das Direktmandat kämpfen und den Menschen vor Ort ein loyaler Partner sein.“

Marsha Weseloh, die sich ebenfalls vorstellte und wie Büttinghaus vor ihr wesentliche politische Themen ansprach, konnte bei den CDU-Mitgliedern dann aber offenbar doch nicht so erfolgreich punkten wie ihr Konkurrent. Daran änderte auch ihr Aufruf „Den Wahlkreis zurückgewinnen, und zwar mit Marsha“ nichts. Am Ende musste sich die 31jährige Bankkauffrau aus Scheeßel geschlagen geben.

Bevor die Versammlung schloss, gab der frischgebackene Bundestagskandidat den CDU-Mitgliedern noch ein paar Worte mit auf den Heimweg, in denen er erneut die Gemeinschaft beschwor: „Die nächsten zwölf Monate kämpfen wir gemeinsam.“

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