„Die Gefahr rückt leider näher“

Seuchenprävention in Sachen Afrikanische Schweinepest: 150 Kilometer Schutzzaun im Camp in Oerbke eingelagert

„Die Gefahr rückt leider näher“

Bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Niedersachsen sind sofortige Maßnahmen nötig. Dazu gehört auch die Umzäunung von Restriktionszonen im betroffenen Gebiet. Aus diesem Grund hat das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium einen 150 Kilometer langen Zaun mit festem Knotengeflecht angeschafft. Das entspricht etwa 700 Euro-Paletten oder rund 35 LKW-Ladungen.Anlässlich der Einlagerung im Camp Fallingbostel/Oerbke bedankte sich Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast am gestrigen Donnerstag vor Ort für die Amtshilfe der Bundeswehr.

Laut Niedersächsischem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) ist die ASP am 24. November vergangenen Jahres auch bei einem verendeten Wildschwein in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen worden, rund 50 Kilometer von der niedersächsischen Grenze entfernt. „Die Gefahr rückt leider näher. Ich bin froh, dass wir nun noch besser auf die Bekämpfung der ASP vorbereitet sind. Zum einen steht uns der wichtige Schutzzaun zur Verfügung und zum anderen haben wir durch die Unterstützung der Bundeswehr einen sicheren Lagerort gefunden“, so Otte-Kinast. Sie würdigte ausdrücklich das Engagement des Maschinenrings Niedersachsen, der im ASP-Seuchenfall als einer der Dienstleister den Zaun errichten werde, sowie des Transportunternehmen, das die Lieferung übernommen habe.

Es werden zusätzlich Zaunmaterialien wie 30.000 Pfähle, 600 Weidezauntore in verstellbaren Breiten und 90.000 Erd-Anker zur Bodenverankerung geliefert. Insgesamt wird die Lieferung mindestens 35 Lkw-Ladungen umfassen. Die Investition kostet rund 1,1 Millionen Euro. Bei Notlagen kann die Bundeswehr gemäß Grundgesetz im Inland zum Einsatz kommen. Wie sie unterstützen kann, dazu berät das Landeskommando Niedersachsen die Landesregierung, Landkreise und Behörden. Dazu Kommandeur Oberst Dirk Waldau: „Die Vorsorge für den Fall des Ausbruchs der ASP ist eine herausfordernde Aufgabe. Die Bundeswehr stellt daher die Lagerflächen gerne zur Verfügung. Wir setzen damit die gute Zusammenarbeit mit den Behörden fort.“

Im Kampf gegen die ASP waren bereits niedersächsische Kräfte der Heimatschutzkompanien in Brandenburg bei der Fallwildsuche eingesetzt. Die Bundeswehr kann unterstützen, wenn die zuständige Behörde notwendige Hilfe selbst nicht schneller und besser leisten kann. Amtshilfe wird „subsidiär“ geleistet, sie darf also nicht in Konkurrenz zur Wirtschaft treten. Bereitgestellt werden können Einsatzkräfte - wie zur Kontaktnachverfolgung während der Corona-Pandemie - Gerät wie Bergepanzer bei Hochwasser, Zelte für Rettungskräfte, Lagerkapazitäten für Impfstoff oder für Zaunmaterial, wie im Camp Fallingbostel.

Olaf Lentzen, Leiter Bundeswehrdienstleistungszentrum Bergen und verantwortlich für die Liegenschaft: „Die zivil-militärische Zusammenarbeit funktioniert hier wieder einmal. Wir unterstützen immer gern.“

Niedersachsen bereitet sich seit Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in den baltischen Staaten und in Polen im Jahr 2014 auf einen etwaigen ASP-Eintrag vor. Alle an der Vorbeugung und Bekämpfung beteiligten Institutionen wurden in die Vorbereitungen einbezogen. Dies geschieht zum gegenseitigen Austausch von Wissen und Erfahrungen - auch über die Landesgrenzen hinaus. Zudem hat das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) Sachmittel beschafft und bereitgestellt. Es wird regelmäßig geschult und geübt. Dazu hat Niedersachsen beim LAVES eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die Informationen bündelt, Schulungen und Übungen vorbereitet und durchführt sowie die Etablierung der Wildtiervorsorgegesellschaft begleitet.

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