„Geimpft wird nur, wer eine Einladung hat“

Abläufe in Heidmakhalle geprobt / Regelbetrieb des Impfzentrums in Bad Fallingbostel startet am 4. Februar / Vakzin zu Beginn noch knapp

„Geimpft wird nur, wer eine Einladung hat“

Überlastete Leitungen und Server bei der Telefon- und Onlineterminvergabe, geringe Impfstoffmengen, Ungeduld in der Bevölkerung - Probleme gibt es reichlich, dennoch sind die Organisatoren zuversichtlich: „Natürlich muss sich erst alles einspielen, aber wir sind wirklich gut vorbereitet“, so Manfred Ostermann. Am vergangenen Samstag machte sich der Landrat zusammen mit Mitarbeitern des Landkreises Heidekreis ein Bild von den Abläufen und Stationen im Impfzentrum, das schon seit Mitte Dezember arbeitsfähig ist, am 4. Februar nun aber seinen regulären Dienst aufnimmt. Hierfür wurde die Heidmarkhalle in Bad Fallingbostel mit vier „Impfstraßen“ mit jeweils vier Kabinen ausgestattet, vor und hinter der Halle sind zwei große, beheizte Zelte aufgebaut mit Anmelde- und Wartebereich am Start sowie Ruhezone und Abmeldung am Ausgang. Bevor hier ab Donnerstag zunächst Personen, die 80 Jahre und älter sind, ihre Erstimpfung erhalten, trainierten die Teams am vergangenen Samstag die Abläufe. Geimpft wurden hierbei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes.

Mehr als 2.300 Einwohner des Heidekreises haben bis Ende Januar bereits eine Erstimpfung erhalten, fast 950 zudem schon die zweite Dosis. Dafür besuchten mobile Teams die hiesigen Senioren- und Pflegeheime, um dort die Bewohner zu impfen. Auch dank der Unterstützung durch Bundeswehrkräfte habe das gut funktioniert, allerdings mit ein paar ganz unerwarteten Hindernissen, so Dennis Protz: Manche Senioren hätten sich regelrecht „in Schale geworfen“, so der Organisator für das DRK, „ihre feinsten Sachen angezogen, weil ja nach langer Zeit mit den Mobil-Teams endlich ‚Besuch‘ anstand.“ Da sei es manchmal gar nicht so einfach gewesen, schnell einen Arm für den „Pieks“ freizumachen.

Protz empfiehlt für die Zukunft: „Die Bekleidung sollte bequem sein“, gern „locker“, damit der Oberarm zügig freigemacht werden könne. Denn alles solle möglichst reibungslos und ohne Verzögerungen ablaufen. Genau darauf ist im Impfzentrum alles vorbereitet: Erste Station ist dort das Ankunftszelt mit Anmeldestelle. Der Mitarbeiter vom DRK-Kreisverband und seine Kollegin Petra Sünner machen deutlich, wer hier überhaupt herkommen dürfe: „Geimpft wird nur, wer eine Einladung hat.“ Und wer seine Einladung beziehungsweise seinen vorher vereinbarten Termin nicht wahrnehme, müsse sich neu anmelden. Auch als „Ersatz“ jemand anderen zu schicken, sei nicht erlaubt, betont Sünner. Wegen der Registrierung, die alle Besucher durchlaufen müssen, sei es zudem nicht möglich, sich „einzuschleichen“ und vorzudrängeln, ergänzt Protz.

Ist der erste „Check-in“ abgeschlossen und alles in Ordnung, geht es zur nächsten Station im Eingangsbereich der Halle: An der Anmeldung wird die Körpertemperatur gemessen, der Ausweis kontrolliert und Informationen sowie nötige Formulare ausgehändigt, die dann im Wartebereich ausgefüllt werden müssen. Nächster Schritt ist ein Vorgespräch, bei dem anhand der ausgefüllten Formulare Details geklärt werden. Dann geht es weiter zur Ärztin oder zum Arzt und dem Impfgespräch: Hat der Mediziner mögliche Risiken abgeklärt und gibt grünes Licht, kann die Impfung erfolgen.

Nach der Spritze geht es aus der Heidmarkhalle hinaus ins zweite Zelt: „Im dortigen Ruhebereich müssen alle Geimpften noch für mindestens 15 Minuten warten, um die Impfung zu verarbeiten“, so Protz. Denn es könne in seltenen Fällen leichtes Unwohlsein auftreten. Fachkundiges Personal stehe bereit, um die geimpften Personen zu betreuen - und das nicht erst Ruhebereich, sondern während des gesamten Prozesses. Ist der Geimpfte schließlich wohlauf, erfolgt die Abmeldung.

„Wir rechnen damit, etwa 20 Personen pro Stunde impfen zu können“, hofft der DRK-Organisator. Das Problem dabei: Das Vakzin ist sehr knapp. „340 Dosen stehen zunächst zur Verfügung“, so Ostermann. Das reiche maximal für die ersten drei, vielleicht vier Tage, fügt Protz hinzu. Was den Landrat dabei zusätzlich stört: Von den bisher etwa 200 vergebenen Terminen „kommen 150 Personen von außerhalb des Landkreises, nur rund 45 aus dem Heidekreis“, ärgert sich Ostermann. Er habe sich bei den entsprechenden Stellen in der Landeshauptstadt bereits darüber beschwert: Wenn hier Leute aus Osnabrück anreisten, dann könne das nicht Sinn der Sache sein. „Wir wollen keinen ‚Impftourismus‘ und haben das auch in Hannover moniert.“ Schließlich sei das Impfzentrum für die hiesige Bevölkerung aufgebaut worden, hebt der Landrat hervor, dann sei es schade, wenn jetzt andere den Impfstoff hier „wegschnappen“.

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