„Zentrum funktioniert“, aber Impfstoff weiter knapp

Landrat und Team des Impfzentrums ziehen nach einer Woche Regelbetrieb eine erste und insgesamt positive Bilanz

„Zentrum funktioniert“, aber Impfstoff weiter knapp

Nach dem offiziellen Startschuss am 4. Februar (HK berichtete) läuft nun seit gut einer Woche der reguläre Betrieb im Impfzentrum des Heidekreises - allerdings „mit angezogener Handbremse“, denn das Vakzin ist nach wie vor knapp. So seien von den vier „Impfstraßen“ in der Heidemarkhalle bisher nur „zwei halbe“ geöffnet, erläuterte Manfred Ostermann am vergangenen Mittwoch. Beim Pressegespräch im Impfzentrum in Bad Fallingbostel zog der Landrat aber insgesamt eine positive erste Bilanz: „Bisher hat alles toll geklappt. 317 Personen (Stand 10. Februar) sind hier schon geimpft worden. Das Impfzentrum funktioniert in der Praxis.“ Wenn demnächst mehr Vakzin zur Verfügung stehe, so Ostermann, könne der Betrieb weiter hochgefahren werden: „Dann werden wir die vier ‚Impfstraßen‘ und alle 16 Kabinen öffnen.“

Startschwierigkeiten habe es vielerorts gegeben - doch von einem Problem sei die Einrichtung auf dem Heidmarkhallen-Areal glücklicherweise verschont geblieben, freute sich der Landrat: Manche Transporte seien wegen Schnee und Frost ausgeblieben, „doch wir waren von den witterungsbedingten Lieferengpässen nicht betroffen“. Die Menge an Impfstoff, die das Zentrum erhalten habe, sei zwar nicht üppig gewesen, habe aber ausgereicht, um alle vereinbarten Termine abzudecken.

„Allerdings“, ergänzte Petra Sünner, „gab es ein paar Absagen bei den Besuchern.“ Laut der Leiterin des Impfzentrums seien manche Senioren wegen der winterlichen Straßenverhältnisse nicht ins Auto gestiegen: „Wer aus solchen Gründen vorher anruft und seinen Termin absagt, bekommt gleich einen neuen“, so Sünner. Und Ostermann unterstrich: „Bitte absagen, wenn es die Witterung nicht zulässt, zum Impfzentrum zu kommen.“ Dafür könne das Bürgertelefon genutzt werden, das von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 16 Uhr unter 0800-8181600 geschaltet sei.

Wenig hilfreich sei es jedoch, so der Landrat weiter, sich per Telefon oder online beim Landkreis zu melden, um Druck zu machen: „Wir bekommen leider viele böse E-Mails und Anfragen, warum es denn nicht schneller gehe.“ Doch da sei der Landkreis die falsche Adresse, die Zuteilung des Impfstoffes erfolge über die zuständigen Stellen in Hannover: „Wir können nichts für die dortigen Schwierigkeiten bei der Impfdosenvergabe.“ Der Landkreis habe da keine Möglichkeit, etwas zu beschleunigen.

Dennoch: Bis Mitte März seien weitere Vakzin-Lieferungen zugesagt, so Ostermann, 16.430 Dosen sollen zur Verfügung stehen. Ein großer Teil davon werde wieder an die mobilen Impfteams gehen, die in den vergangenen Wochen schon die Alten- und Pflegeheime der Region versorgt haben: „Alle 21 Einrichtungen im Heidekreis sind bereits mit Erstimpfungen bedient worden, und in 16 der Seniorenheime ist sogar schon die Zweitimpfung erfolgt“, hob der Landrat hervor. Nun sollen die mobilen Kräfte beginnen, in Tagespflegeeinrichtungen zu impfen. Elf solcher Einrichtungen gebe es laut Sünner im Heidekreis. „Die Termine werden dann vorab mit den Mitarbeitern der jeweiligen Tagespflege besprochen“, erklärte Dennis Protz vom DRK-Kreisverband Bad Fallingbostel den geplanten Ablauf.

Im Impfzentrum selbst erhalten aktuell nur Personen, die 80 Jahre und älter sind, ihre Erstimpfung. Die müssen zwar angemeldet sein und dementsprechend einen Termin, aber nicht unbedingt eine schriftliche Bestätigung dafür haben: „Jeder der im System registriert ist, wird hier geimpft“, so die Leiterin des Impfzentrums. Ältere Menschen bräuchten also nicht auf das Bestätigungsschreiben warten, sondern sollten ihren Termin einfach wahrnehmen. Und es reiche, einen einzigen Termin zu vereinbaren, ergänzte Karsten Mahler vom Landkreis. „Manche fahren da offenbar mehrgleisig“, das sei wenig zielführend. Auch Ostermann appellierte: Nur einen Impftermin pro Person ausmachen und nicht in der Hoffnung auf bessere Chancen gleich mehrere. Sein Tipp: „Online über das Landesgesundheitsamt außerhalb der normalen Geschäftszeiten (am besten spätabends). Das Portal ist rund um die Uhr erreichbar.“

Sollte es doch passieren, dass etwa wegen einer kurzfristigen Terminabsage oder aus anderen Gründen Impfdosen übrig seien, „so werden diese natürlich nicht weggeworfen, sondern an hiesige Kräfte aus dem Pflege- und Gesundheitswesen verabreicht“, so Ostermann. Er betonte auch: „Wir schieben hier ansonsten niemanden dazwischen, der nicht berechtigt ist.“

Die Impfung selbst hätten laut Sünner die älteren Generationen übrigens besser vertragen als die jüngeren - die Immunsysteme reagierten einfach unterschiedlich: „Bei Senioren gab es kaum Probleme, manche der Einsatzkräfte hatten in den Folgetagen Kopfschmerzen oder geschwollene Lymphen.“ Auch Übelkeit sei eine gelegentliche Nebenwirkung. Doch das seien Ausnahmen, hob Protz hervor: „Insgesamt haben fast alle die Impfung gut vertragen - auch die zweite Dosis.“ Die Mittel seinen sehr verträglich. Die häufigste Reaktion, die er nach dem „Pieks“ beobachtet hat: „Ein kleiner blauer Fleck am Arm.“

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