HKK-Neubau: Sieben Standorte geeignet

Raumordnungsverfahren für das Projekt wird jetzt eingeleitet

HKK-Neubau: Sieben Standorte geeignet

Sie gilt vielen als Glückszahl, spielt eine Rolle in der alten christlichen Zahlensymbolik und ist auch in manchem Märchen vertreten. Jetzt hat die Sieben auch den Weg in die Planungen für ein neues Heidekreis-Klinikum (HKK) gefunden, denn genau sieben Suchbereiche gibt es, in denen das HKK gebaut werden könnte. Mit Zahlensymbolik und märchenhaften Wundern hat das indes nichts zu tun, sondern mit akribischer Vorarbeit, denn diese sieben Bereiche sind Gegenstand des Raumordnungsverfahrens (ROV), für das jetzt der Startschuß fällt. Darüber informierten die Beteiligten am vergangenen Montag in Bad Falingbostel.

Erhebliche Untersuchungen seien nötig gewesen, um bis zu diesem Punkt zu gelangen, unterstrich HKK-Aufsichtsratsvorsitzender Hermann Norden. Schließlich hätten Areale für ein neues Klinikum mit 370 Betten gefunden werden müssen, die 85 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner des Heidekreises innerhalb von 30 Minuten erreichen könnten. Wie schließlich die sieben Suchbereiche - einer südlich von Soltau, drei bei Dorfmark, weitere zwei bei Bad Fallingbostel und einer bei Walsrode - in verschiedenen Verfahren herausgearbeitet worden sind, erläuterte Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Georg von Luckwald, dessen Büro gemeinsam mit der Archimeda-Beratungsgesellschaft die Auswahl getroffen hat.

Doch daß am Ende nicht nur eine, sondern jetzt sieben Möglichkeiten stehen, macht die Sache nicht einfacher. Für ein Projekt wie den HKK-Neubau mit Relevanz für die Raumordnung ist ein ROV nötig: „Normalerweise geht man mit einem Bereich in ein solches Verfahren. Diesen einen haben wir aber nicht. Wir wissen also derzeit mitnichten, wohin wir wollen.“ Das bestätigte auch HKK-Geschäftsführer Dr. Achim Rogge: „Aus medizinischer beziehungsweise aus Sicht des Klinikums, sind alle sieben Bereiche gleich zu beurteilen.“

So wird sich jetzt der Landkreis Heidekreis im Rahmen des ROV mit der Materie befassen: „Die Antragskonferenz zur Einleitung des Raumordnungsverfahrens ist am 5. April“, konnte Landrat Manfred Ostermann schon vermelden. „Der Landkreis wird alles sichten, und dann dem HKK als Antragsteller mitteilen, was zu tun ist“, so von Luckwald. Damit laufen in diesem Jahr mit der Erarbeitung von Fachgutachten die Vorbereitungen für das eigentliche ROV, das ab Februar oder März 2020 unter Beteiligung der Öffentlichkeit beginnt und etwa im Herbst desselben Jahres mit der sogenannten landesplanerischen Feststellung abgeschlossen wird. Auch dann ist nicht unbedingt mit einem Einzelergebnis zu rechnen: Möglicherweis kristallisieren sich bis zu drei Standorte heraus, die sich besonders für den Klinik-Neubau eignen und die Grundlage für die weitere Planung bilden.

Wenn dann nach dem ROV ein Grundstück auserkoren und erworben sei, so Archimeda-Geschäftsführer Thomas Schulz, „suchen wir ein Generalplanungsbüro. Es folgt ein längerer Planungsprozeß, dann die Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen, bevor die Arbeiten beginnen.“

Es werden also noch einige Jahre ins Land gehen, bevor das neue HKK steht - wie viele, ob vielleicht sechs - das läßt sich nicht genau sagen. Ebenso wenig lassen sich offenbar die Kosten beziffern: „Wir können vielleicht von 100 bis 200 Millionen Euro ausgehen. Es wäre unseriös, heute genaue Summen zu nennen“, weil verschiedene Einflüsse nicht vorhersehbar seien, so Rogge. Das gelte auch für die Fördermittel, meinte Landtags- und Kreistagsabgeordneter sowie stellvertretender HKK-Aufsichtsratsvorsitzender Sebastian Zinke: „Wieviel Geld das Land beisteuert, ergibt sich erst, wenn man weiß, was gebaut wird.“

Sowohl Zinke und Ostermann als auch Norden unterstrichen, gerade beim sensiblen Thema HKK gehe es neben dem eigentlichen Inhalt auch um Offenheit. Dazu Zinke: „Daß wir hier sitzen, ist das Ergebnis selbstverordneter Transparenz. Denn dies hier ist kein Geheimverfahren.“

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