Kappen, Knollen und Konsolen | Aktuelle Nachrichten und Informationen

NABU-Pilzeführung mit Jörg Albers in der Lieth am 10. Oktober

Kappen, Knollen und Konsolen

Gebraten und geröstet bereiten sie Gaumenfreuden, lassen das Bier schäumen und die Brötchen aufgehen. Sie sorgen für kulinarische Genüsse, für Rauschzustände und Todes­krämpfe und retten Millionen von Kranken das Leben: Pilze sind wahre Wunderwerke der Natur, die durch eine enorme Farben- und Formenvielfalt bestechen. Am Sonnabend, den 10.Oktober, gibt der Pilzexperte Jörg Albers auf Einladung des Naturschutz­bundes Heidekreis (NABU) auf einer dreistündigen Exkursion in der Lieth bei Bad Fallingbostel einen Einblick in die wundersame Welt der Pilze.

„Die einen haben ge­wölbte, glockige oder kegelige Hüte, andere sind wie Knollen, Korallen, Keulen oder Kon­solen geformt. Mal kommen sie schleimig, mal staubtrocken daher, riechen nach Aas, Anis oder Apfel, nach Marzipan, Mehl oder Most. Sie haben Lamellen, Röhren, Stacheln oder Stoppeln, wachsen an Wegrändern und auf Wiesen, an Stämmen und Stümpfen, zersetzen organische Substanzen, bilden Symbiosen oder leben als Parasiten“, weiß der Experte.

„Galten Pilze früher als sinistre Gestalten, die eine Aura des Mysteriösen umgab und ins Reich der Hexen, Teufel und Geister verbannt wurden, sind sie heute aufgrund ihrer herausragenden ökologischen Bedeutung zu einem ebenso faszinierenden wie interessanten Forschungsobjekt geworden, wobei das Gros der weltweit mehrere Millionen Pilzarten nur unter dem Mikroskop sicher zu bestimmen ist“, so Albers. Er möchte die große Vielwald der Pilze vorstellen: „Mehr als 350 Pilzarten wurden in dem naturnahen Laub- und Mischwald bislang nachgewiesen, der sich an dem bis zu 40 Meter hohen nördlichen Steilufer des Böh­me­tals am Rande von Bad Fallingbostel erstreckt.“

Im Mittelpunkt der Führung stehen die frühherbstlichen Baumbegleiter, Holzbewohner und Spezialisten. Neben der Unterschei­dung von Speise- und Giftpilzen wird der in Tostedt lebende Fachmann, der nicht nur über profunde Kenntnisse verfügt, sondern auch mit Begeisterung von Raritäten und Kuriositäten zu berichten weiß, auf die Lebensweise der verschiedenen Arten und ihre besondere Bedeu­tung im Ökosystem Wald eingehen. Die kostenlose Veranstaltung startet um 10 Uhr vom Hof der Heidmark, Soltauer Straße 24 in Bad Fallingbostel. Da die Teilnehmerzahl auf 25 Personen begrenzt ist, sollten sich Interessierte vorher bei Armin Welz, Telefon 0151-25709303, anmelden.