Kreispräventionspreis geht an Lebenshilfen

Einrichtungen aus Soltau und Walsrode teilen sich diesjährige Auszeichnung / Kreispräventionsrat arbeitet daran, zukünftig noch einen weiteren Preis auszuloben

Kreispräventionspreis geht an Lebenshilfen

„Es müssen keine ‚realen Personen‘ sein, Institutionen sind ebenso willkommen“, erklärte Vorstandsvorsitzender Gerd Engel. Somit seien im Kreispräventionsrat im Heidekreis neben Einzelpersonen auch Städte, Gemeinden und Samtgemeinden im Landkreis, Unternehmen und Banken sowie Polizei, Kirche, Kindergärten oder Schulen im Verein vertreten. „Wir zählen derzeit 86 Mitglieder - es dürfen aber auch gern ein paar mehr werden“, so Engel bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Dienstag in Bad Fallingbostel. Dort überreichte der Vorstandsvorsitzende zusammen mit dem Vorsitzenden der Lenkungsgruppe, Landrat Manfred Ostermann, die Kreispräventionspreise: Die Auszeichnungen bekamen dieses Mal die Lebenshilfen Soltau und Walsrode verliehen.

Die Mitglieder im Verein engagieren sich bereits seit der Gründung 2004 in Arbeitsgruppen rund um das Thema „Gewalt- und Kriminalitätsprävention“ - „das ist natürlich mit Arbeit verbunden, macht aber auch Spaß“, hob Engel hervor. Vier Arbeitsgruppen sind in den Themenfeldern „Häusliche Gewalt“, „Schulschwänzer“, „Medienkompetenz“ und „Schulwegsicherheit“ aktiv. Zudem beschäftigten sich die Arbeitsgruppen mit den Bereichen „Stalking“ - laut Engel 2019 ein großes Thema - sowie Sucht- und Drogenprävention.

Ferner stellte Christine Hummers, Sozialarbeiterin in Visselhövede, die Präventionsstrategie CTC (Communities that care) vor: „Der Heidekreis hat sich in Abstimmung mit dem Kreispräventionsrat dafür entschieden, im Rahmen der Präventionsstrategie CTC die Angebote im Landkreis weiter zu entwickeln. Ausgangspunkt sind die Ergebnisse einer Schülerbefragung an allen Haupt-, Real-, und Oberschulen sowie an den Gymnasien im Heidekreis bei Jugendlichen der Schuljahrgänge 6, 8 und 10.“ Die Schülerbefragung habe, so Hummers weiter, im zweiten und dritten Quartal 2019 stattgefunden: „Die Teilnahme war freiwillig, anonym und die Eltern mussten zustimmen. 1.152 Schülerinnen und Schüler haben teilgenommen - das ist mit rund 30 Prozent eine ausreichende Beteiligung, um fundierte Auswertungen zu erstellen.“ Die Daten könnten nun mit den Referenzwerten für Niedersachsen verglichen werden, um Schwerpunkte zu finden, den Bedarf zu erkennen und Präventionsprogramme zu etablieren, so Hummers.

Wirklich „belastbar“ seien die gesammelten Daten zwar noch nicht, doch ein erster Trend zeichne sich durchaus ab: Ein möglicher „Risikocluster“ im Heidekreis sei der Alkohol- und Substanzkonsum, meint die Sozialarbeiterin. „Die von den befragten Schülern wahrgenommene Verfügbarkeit schätzten sie als ‚hoch‘ ein, höher übrigens als im Landesdurchschnitt.“ Neben der leichten Verfügbarkeit beispielsweise von Alkohol falle auch die bewerte Akzeptanz des Rauschmittelkonsums auf.

Eine Idee, um auf das Problem aufmerksam zu machen und die Präventionsarbeit auf diesen Fokus zu lenken, könne eine Auszeichnung ähnlich dem Kreispräventionspreis sein, so Engel - „wir arbeiten daran, einen zweiten Preis auszuloben, haben aber noch keinen Namen dafür.“ Der Schwerpunkt solle aber auf jeden Fall in der Suchtprävention liegen, „also etwa, wenn ein Sportverein bei seinen Veranstaltungen bewusst keinen Alkohol anbietet - etwas dieser Art wäre denkbar.“

Die bereits etablierte und mit 500 Euro dotierte Auszeichnung, nämlich den Kreispräventionspreis, teilen sich dieses Jahr zwei Einrichtungen: Die Lebenshilfen Soltau und Walsrode nahmen die Urkunden entgegen. „Die Lebenshilfen zeigen, was es heißt, Humanität zu leben und Respekt voreinander zu haben“, so Schneverdinges Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens in ihrer Laudatio. „Was das mit Präventionsarbeit zu tun hat? Einfach alles. Von dieser Haltung brauchen wir heute mehr in diesem Land.“

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