Im September kann dieses Jahres der 175. Geburtstag des 1851 in Fallingbostel zur Welt gekommenen August Freudenthal gefeiert werden. In einer Reihe von Veranstaltungen werden die Soltauer Freudenthal-Gesellschaft und der Kulturring Bad Fallingbostel an das Leben und Wirken des Schriftstellers und einflussreichen Zeitungsredakteurs erinnern. Am Sonntag, 25. Januar, macht Wolfgang Brandes um 15 Uhr im Bad Fallingbosteler Ratssaal den Auftakt mit einer Powerpoint-Präsentation über August Freudenthals wichtigste Lebensstationen. Der Eintritt ist frei.
Aus einfachen Verhältnissen als Kind eines Maurers hatte August Freudenthal den Weg zur Literatur gefunden. Er profitierte davon, dass ihm die Stiefschwester des Fallingbosteler Oberamtmanns Quintus-Icilius schon früh das Lesen beigebracht hatte. Die Lehrerlaufbahn, die er zunächst eingeschlagen hatte, befriedigte ihn aber nicht. Deshalb nahm er beim „Bremer Courier“ eine Stelle als Korrektor und Berichterstatter an. Wenig später trat er in die Redaktion der „Bremer Nachrichten“ ein – eine Stellung, die er 23 Jahre bis zu seinem Tod 1898 innehatte. Im Schünemann-Verlag, der die „Bremer Nachrichten“ herausbrachte, konnte er gemeinsam mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Friedrich 1895 die Zeitschrift „Niedersachsen“ gründen, die zum wichtigsten Organ der niedersächsischen Heimatbewegung wurde: Sie erschien 125 Jahren lang.
Freudenthals besondere Liebe galt allerdings der Heide. Mit Bremer Freunden traf er sich zu von ihm organisierten Heidefahrten, über die er dann in den „Bremer Nachrichten“ berichtete. Seine daraus entstandenen vier Bände von „Heidefahrten“ trugen vieles bis dahin kaum Gewürdigte aus Kultur, Geschichte und Volkskunde dieser Region zusammen. Ihm gelang es damit, die Heide auch in den umliegenden größeren Städten bekannt zu machen und den Fremdenverkehr zu fördern. Auch seine hoch- und plattdeutschen Gedichte und Erzählungen sind größtenteils in der Heide verankert. Als er 1898 starb, sprach kein Geringerer als Hermann Löns von ihm als „unserem lieben Haidsänger“ und „bedeutenden Dichter“.