„Weichen für Zukunft stellen“

Resolution für Haltepunkt der Heidebahn am geplanten HKK-Standort

„Weichen für Zukunft stellen“

Im Kleinformat stoppte der Zug schon an der passenden Stelle: Eine Modelleisenbahn demonstrierte beim Pressegespräch am geplanten Standort für den Krankenhausneubau, wie eine weitere Haltestelle bei Bad Fallingbostel aussehen könnte. Damit es nicht nur beim Modell bleibt, hat der Rat der Stadt Bad Fallingbostel eine Resolution zur Einrichtung eines zusätzlichen Haltepunktes für die Heidebahn an der „Fläche F4“ verabschiedet. Vor Ort stellten Karin Thorey, Bürgermeisterin von Bad Fallingbostel, sowie Landrat Manfred Ostermann und Dr. Achim Rogge, Geschäftsführer des Heidekreis-Klinikums (HKK), am vergangenen Dienstag das Projekt vor.

Zuvor hatte Rat in Bad Fallingbostel mit 24 Ja-Stimmen, also einstimmig, die „Resolution zur Einrichtung eines Haltepunktes der Heidebahn am Neubau des Heidekreis-Klinikums“ bereits befürwortet. Dass eine Ein- und Ausstiegsmöglichkeit in den Zug direkt an der „Fläche F4“ sinnvoll sei, machten auch Thorey, Ostermann und Rogge klar - und das vor dem Modell des geplanten Gesamtklinikums am Rand eines Kornfelds auf dem zukünftigen Baufeld: „Bereits vor einem Monat habe ich der Landesnahverkehrsgesellschaft in Hannover mitgeteilt, dass sich der Heidekreis eine weitere Haltestelle beim Neubau des Gesamtklinikums, wünscht“, erklärte Ostermann. Abgewiesen worden sei der Wunsch nicht, „aber es wurde mir mitgeteilt, dass der Erixx dann zwei bis drei Minuten zu spät in Hamburg beziehungsweise Hannover an-/abfahren würde. Deshalb müsse ein Gutachten erstellt werden, dass zeigt, dass so eine Haltestelle möglich ist.“ Da der Heidekreis sowieso ein Gutachten erstellen lasse, wie ein Ausbau der Heidebahn zwischen Hamburg und Hannover von ein- auf zweigleisig umgesetzt werden könne, „werden wir den Punkt ‚Umsetzung einer Haltestelle am Standort des Gesamtklinikums‘ mit erarbeiten lassen,“ so der Landrat. Und diese zusätzliche Haltestelle möchte Ostermann zeitnah in die Umsetzung bringen: „Auch bei einer weiterhin eingleisigen Heidebahn-Strecke wäre es geradezu ein Treppenwitz, wenn eine Haltestelle, die nur zwei bis drei Fußminuten vom zukünftigen Gesamtklinikum entfernt läge, wegen einer zwei- bis dreiminütigen ‚Verlängerung‘ der Fahrzeit abgewiesen würde.“

Ein Bahn-Stopp am neuen Heidekreis-Klinikum - „das wäre in der Tat in vielerlei Hinsicht ein großer Pluspunkt“, so Rogge. „Aus ökologischen Gründen, aber auch aus Gründen der Mitarbeiterzufriedenheit und der Rekrutierung von neuen Fachkräften für Medizin und Pflege.“ Mehr als 1.200 Kräfte arbeiten im HKK, nicht alle fahren mit dem eigenen Auto zur Arbeit: Von Wintermoor bis Lindwedel könne man dann die Bahn nehmen, so der HKK-Geschäftsführer. Außerdem sei „eine rund 40-minütige Bahnfahrt etwas von Hannover bis zum „Standort F4“ „ein tolles Argument für einen ländlich gelegenen Arbeitsplatz, bei dem man dennoch in einer Großstadt wohnen bleiben kann“, betonte Rogge. Aber vielleicht auch ein weiterer Anreiz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die beispielsweise nach Hamburg pendeln? Rogge sieht auch hierfür eine Möglichkeit: „Es gibt eine Ausbaureserve für Autostellplätze auf unserem Siegerentwurf, dort könnte zum Beispiel eine Parkpalette für Park&Ride-Fahrzeuge aufgestellt werden.“

Thorey übergab in Rahmen des Pressetermins zudem eine Kopie der Resolution an Landrat Ostermann, ferner kündigte Rogge an, gleich nach Rückkehr ins Büro, „alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landkreises, die Abgeordneten des Kreistages, Ministerpräsident Stephan Weil, das Wirtschafts- und Umweltministerium, aber auch Politiker wie Lars Klingbeil, Gudrun Pieper, Sebastian Zinke und Dr. Karl-Ludwig von Danwitz, ebenso wie der DB Netz AG und DB Regio die Resolution zur Verfügung zu stellen und sie zu bitten, sich alle gemeinsam dafür stark zu machen. Es muss dem Land, aber auch der Deutschen Bahn klar sein: Wir, der Heidekreis, wünschen uns diese weitere Haltstelle“, so der HKK-Geschäftsführer.

Der hiesige SPD-Bundestagsabgeordnete reagierte schon kurze Zeit später: „Die Stadt Bad Fallingbostel stellt mit ihrer Resolution die richtigen Weichen für die Zukunft. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesamtklinikums, die Patientinnen und Patienten und Besucherinnen und Besucher muss es künftig eine Möglichkeit geben, das neue Heidekreis-Klinikum über den ÖPNV zu erreichen. Das Vorhaben ist deshalb sehr vorausschauend und ich werde mich dafür stark machen. Bei der Errichtung des neuen Haltepunktes müssen nun alle Ebenen - Bund, Land, Kreis, Stadt, Klinikum und Bahn - eng, unbürokratisch und transparent zusammenarbeiten“, so Klingbeils Statement.

Mit der Resolution der Stadt Bad Fallingbostel, einen Haltepunkt der Heidebahn am Neubau des Heidekreis-Klinikums zu errichten, sieht auch der Landtagsabgeordnete Sebastian Zinke den richtigen Weg eingeschlagen. Das neue Klinikum direkt mit einer Haltestelle an den ÖPNV anzubinden, brachte Zinke bereits während der Planungen und vor dem Bürgerentscheid ins Spiel, so war dies aus seiner Sicht ein weiterer Vorteil für den Standort in Bad Fallingbostel. In diesem Zusammenhang habe Zinke ebenfalls bereits erste Gespräche mit der Deutschen Bahn AG und der Landesnahverkehrsgesellschaft geführt. „Ich freue mich, dass die Stadt Bad Fallingbostel diesen Aspekt aufgenommen und nun entsprechend auf den Weg gebracht hat. Eine Haltestelle direkt am neuen Klinikum würde viele weitere Vorteile bringen. Auf Landes- und auf Kreisebene werde ich dieses Vorhaben bestmöglich unterstützen und begleiten.“

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