„Wir sind gut vorbereitet“

Corona: Impfteam startet in DRK-Seniorenheim in Bad Fallingbostel

„Wir sind gut vorbereitet“

Jetzt sind sie auch im Heidekreis angelaufen, die Impfungen gegen das Corona-Virus. Als erste wurden am heutigen Montag ab 9 Uhr die Bewohnerinnen und Bewohner des DRK-Seniorenheimes in der Michelsenstraße in Bad Fallingbostel versorgt, denn der Schwerpunkt liegt zunächst auf den Alten- und Pflegeeinrichtungen. Am morgigen Dienstag und am Mittwoch sollten dann weitere Heime im Heidekreis folgen. Wie Landrat Manfred Ostermann heute in Bad Fallingbostel betonte, laufe alles nach Plan.

„Wir sind dankbar für den Impfstart, denn jetzt haben wir Möglichkeit, an Corona zu arbeiten - über Maßnahmen wie das Maskentragen und Händewaschen hinaus“, meinte Mirco Schröder, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Fallingbostel.

Möglich machen dies die 975 Impfdosen, die der Landkreis am vergangenen Samstag erhalten hat: „Wir haben das bekommen, was zugesagt war“, so der Landrat. Und weiter: „Wie schon immer klar war, arbeiten wir jetzt zunächst mit mobilen Impfteams. Bis wir das Impfzentrum aktivieren, wird es noch etwas dauern. Wir haben dafür die Heidmark-Halle für zunächst sechs Monaten angemietet - mit der Option, um weitere sechs Monate zu verlängern. Über den Start wird dann aber rechtzeitig informiert. Wir haben unsere Hausaufgaben in jeder Hinsicht und rechtzeitig gemacht.“

Davon profitierte jetzt das Bad Fallingbosteler DRK-Seniorenheim: „Das sind 56 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Fast alle sind bereit, sich impfen zu lassen“, so Schröder. Insgesamt, so Ostermann, gebe es 21 Alten- und Pflegeheime im Heidekreis. In welcher Reihenfolge dort geimpft werde, hänge davon ab, wie schnell die jeweilige Einrichtung die nötigen Unterlagen bearbeitet und eingereicht habe: „In der vergangenen Woche waren neun Heime bereit.“

Sie werden in den kommenden Tagen von mobilen Impfteams besucht: „Beim Start heute war ein solches Team im Einsatz, danach sind es zwei, eventuell auch drei“, erläuterte Petra Sünner, organisatorische Leiterin. Zu einem mobilen Impfteam gehören mindestens ein Arzt oder eine Ärztin, eine Person mit Impfbefähigung und eine Verwaltungskraft, wobei sich hier auch Ärzte im Ruhestand engagieren. Sie haben jetzt reichlich zu tun, denn, so Dennis Protz vom DRK-Kreisverband Fallingbostel, „es gibt im Kreis etwa 2.100 Menschen, die in Heimen leben, und fast genauso viele Pflegekräfte, die dort arbeiten. So müssen hier also rund 4.000 Personen geimpft werden.“ Nach dem DRK-Heim heute sind beispielsweise im Nordkreis am morgigen Dienstag der Eichenhof in Neuenkirchen und am Mittwoch das Haus im Park in Soltau an der Reihe.

„Pro Impfteam und Tag ist zunächst eine Einrichtung eingeplant. Die Praxis wird jetzt zeigen, ob eventuell auch zwei kleinere Heime an einem Tag zu bewältigen sind“, so Protz weiter. Dabei solle die Aktion für die Seniorinnen und Senioren stressfrei ablaufen: „Die Impfung soll deshalb möglichst im Bewohnerzimmer erfolgen.“ Alle Impfungen sind freiwillig. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Heime oder deren Betreuerinnen oder Betreuer müssen ihr Einverständnis schriftlich erklären. Vor der Impfung findet zudem noch das Anamnese-Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt statt, bei dem noch einmal geprüft wird, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Ältere Menschen jenseits der 80 gibt es allerdings nicht nur in Seniorenheimen. Viele leben noch selbständig in der eigenen Wohnung. Auch ihre Impfung genießt Priorität, allerdings müssen sie sich selbst um Impftermine kümmern, die jedoch derzeit noch nicht vergeben werden: „Sie müssen sich für die Terminvergabe an die Hotline des Landes Niedersachsen wenden“, berichtete Sünner. Für betagte Personen könnte es aber unter Umständen ein echtes Problem darstellen, sich solchermaßen außerhalb des eigenen Umfeldes telefonisch abzusprechen.

Das sieht auch der Landrat: „Ob es bei dieser Linie bleibt, ist die Frage. Wir sind jedenfalls auf alles vorbereitet, bis hin zu Absprachen vor Ort. Wir werden mit unseren mobilen Teams helfen. Die Terminvergabe läuft jedoch, wie es uns das Land diktiert, und zwar derzeit nur über die Hotline.“ Allerdings, so Sünner, „machen wir uns schon Gedanken, denn irgendwann wird dies parallel zur Impfung in den Heimen laufen. Das hängt aber auch von der Menge des Impfstoffs ab.“

Während die Impfteams also ihre Arbeit im Heidekreis aufgenommen haben, stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Impfzentrums noch in den Startlöchern. Sie sollen, wenn es losgeht, „bis zu 800 Impfungen am Tag schaffen können. Dafür gibt es dort vier Impfstrecken mit je vier Impfboxen“, so Ostermann. Und Protz: „Viele Menschen haben sich bewusst entschieden, sich im Impfzentrum zu engagieren. Das ist für sie ein starker Ansporn, an einer Lösung der Corona-Lage mitzuarbeiten. Wir nutzen dort jetzt die Zeit um uns gut vorzubereiten und Fehler bereits im Vorfeld zu vermeiden, die andere in der Eile der Impfungen der vergangenen 14 Tage gemacht haben. Wir wollen überlegt vorgehen.“ Diesen Kurs bestätigte auch der Landrat noch einmal: „Im Impfzentrum üben die Teams derzeit die Abläufe, damit später keine Fehler passieren.“

Derzeit sind es 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Impfzentrum anwesend sind. Diese Stärke wird noch auf 25 Vollzeitstellen erweitert. Insgesamt sind es rund 200 Personen vom Arzt bis zur Verwaltungskraft, die mit der Impfaktion befasst sind. Doch über fehlende Kräfte muss sich der Heidekreis hier nicht den Kopf zerbrechen, wie Karsten Mahler, Leiter des Fachbereichs Ordnung beim Landkreis, deutlich machte: „Hilfsorganisationen unterstützen uns, und die Bundeswehr entsendet 42 Soldaten, darunter zwei Ärzte, für das Impfzentrum.“ Auch der Landrat lobt besonders die Hilfe der Bundeswehr: „Wir können uns hier im Heidekreis nicht beklagen.“

In drei Wochen kehrt das Impfteam übrigens wieder in das Bad Fallingbosteler DRK-Heim zurück - für die nötige zweite Impfstoffdosis.

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