8.000 Euro sollten's sein, fast 19.000 sind's geworden

Spendenaufruf des Landfrauenvereins Bispingen für Ahrtal-Flutopfer stößt auf riesiges Echo

8.000 Euro sollten's sein, fast 19.000 sind's geworden

Der Landfrauenverein Bispingen hat mit seinem Spendenaufruf einen Riesen-Erfolg erreicht: 8.000 Euro wollten die Landfrauen schnellstmöglich einsammeln, um damit einem Flutopfer im Ahrtal die dringend nötige Anschaffung einer neuen Gas-Wasser-Therme zu ermöglichen – tatsächlich zusammengekommen sind aber fast 19.000 Euro und damit mehr als doppelt so viel der anvisierten Summe.

Von einer „bombastischen Summe“ spricht Birthe Rüther, Erste Vorsitzende des Landfrauenvereins Bispingen: Exakt 18.985 Euro Spendengelder habe der öffentlich erfolgte Aufruf (HK berichtete) erbracht. Vor wenigen Tagen fuhr eine Landfrauen-Abordnung erneut ins Ahrtal, um den stolzen Betrag, der sich aus etlichen Einzelspenden von Heidekreis-Bewohnern zusammensetzt, zu übergeben.

Am Versorgungszelt in Bad Neuenahr-Ahrweiler angekommen, trafen die Landfrauen auf Maria Fischer, die zusammen mit ihrem Mann wochenlang ohne Heizung und damit auch ohne Heißwasser auskommen musste, anfangs hatte das Paar nicht einmal mehr Strom in seinem Zuhause gehabt. Die Seniorin leide unter Rheuma, weshalb sie Wärme benötige, hatte Rüther schon nach ihrem ersten Besuch im Ahrtal berichtet. Die gesamte Zeit seit Einbruch der Flutkatastrophe habe Maria Fischer jedoch nur kalt duschen können. Und damit nicht genug: Fischers Mann sei frisch am Darm operiert und vom Staat erhalte das Paar aktuell keinerlei finanzielle Hilfe.

Die Freude sei riesengroß gewesen, als die Bispinger Landfrauen Maria Fischer die so dringend für die Anschaffung einer neuen Gas-Wasser-Therme benötigten 8.000 Euro überreichten. Den noch viel größeren „Rest“ in Höhe von 10.985 Euro übergaben die Bispinger Damen an Hans-Werner Helmrich, der sich nicht nur um das Versorgungszelt in Bad Neuenahr kümmere, sondern der auch älteren Familien und bedürftigen Familien helfe, indem er für diese Spenden sammle, wie Rüther berichtet. Als Beispiel nennt sie eine Dame, die sieben Wochen lang nicht das Haus habe verlassen können, weil ihr Treppenlift durch die Flut beschädigt worden sei – Helmrich sei losgezogen und habe für die Frau um Spendengelder gebeten. Mit den knapp 11.000 Euro aus dem Heidekreis könne Helmrich nun noch sehr vielen weiteren Betroffenen unter die Arme greifen, freut sich Rüther und dankt allen Spenderinnen und Spendern herzlich.

Noch immer sehe es schlimm aus im Ahrtal, macht Rüther deutlich und nennt auch hierfür ein Beispiel: Gemeinsam mit Helmrich hätten die Bispinger Landfrauen ihre „alte Wirkungsstätte“ aufgesucht, wie Rüther es nennt. Damit meint sie das Haus, in welchem Flutopfer Gabi Seidel wohnt – bei ihrem ersten Besuch im Ahrtal hatten die Bispinger Landfrauen dort Kellerräume vom Schlamm befreit und etliche Möbel und Bücher aus dem Haus getragen. Jetzt, bei ihrem zweiten Besuch, habe man an der Tür einen Zettel vorgefunden, und auf dem habe gestanden: „Einsturzgefahr!“

„Es muss vermutlich abgerissen werden“, gibt Birthe Rüther den aktuellen Stand wieder. Sie habe erfahren: „Sämtliche Häuser sind gerade in der Trocknungsphase, was noch Wochen andauern wird.“ Was fehle, seien Handwerker sämtlicher Gewerke.

Rüther hebt hervor: „Es ist beeindruckend, was die Bewohner und freiwillige Helfer in den drei Wochen geschafft haben“. Sie betont aber auch: „An manchen Stellen sieht es immer noch sehr deprimierend aus.“ Die Infrastruktur lasse sehr zu wünschen übrig, viele Häuser hätten noch keinen neuen Gasanschluss. Und: „Die Kinder müssen einen Schulweg von teilweise 60 Kilometern zurücklegen.“

Text: Marcel Maack

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