Absage fürs Schützenfest

Erstmals seit dem zweiten Weltkrieg keine Feier im Juli in Bispingen

Absage fürs Schützenfest

Das hat es seit dem Zweiten Weltkrieg in Bispingen nicht gegeben: 2020 wird kein Schützenfest gefeiert. Aufgrund der Corona-Krise hat der geschäftsführende Vorstand des Schützenverein Bispingen von 1910 einvernehmlich beschlossen, das Heide-Schützenfest in Bispingen, das für den 18. bis 20. Juli geplant war, abzusagen.

„Das jährliche Schützenfest ist ein Höhepunkt im gesellschaftlichen Leben in unserem Dorf, jedoch steht für uns die Gesundheit aller an oberster Stelle. Im Normalfall haben wir viel Freude und Spaß am geselligen Treiben bei guter Unterhaltung und vielen tollen Stunden auf unserem Bispinger Heide-Schützenfest. Wir, die Verantwortlichen, denken aber auch immer an die Sicherheit aller Beteiligten. Und die ist in diesem Jahr leider durch das Corona-Virus nicht gewährleistet. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und wollen mit der Terminabsage unseren Beitrag zum solidarischen Miteinander mit den älteren Mitbürgern und den besonders gefährdeten Menschen sowie zur generellen Eindämmung der Pandemie leisten“, so der Vorsitzende Heiko Bockelmann.

Der Vorstand hält sich mit der Absage an die Empfehlung vom Kreisschützenverband Soltau und Landkreis Heidekreis. „Wir haben Gespräche mit allen Beteiligten geführt, mit denen vertragliche Regelungen bestehen. Dieses ist insofern wichtig, weil bisher noch keine konkrete gesetzliche Vorgabe besteht, das Schützenfest abzusagen. Tatsächlich gelten alle Beschränkungen und Verbote, die zur Eindämmung der Covid-19-Ausbreitung erlassen worden sind, zunächst nur bis zum 3. Mai. Allerdings lautet die Anweisung der Bundesregierung im Kampf gegen das Coronavirus: Keine Großveranstaltungen bis Ende August. Ob das Heide-Schützenfest Bispingen zu einer Großveranstaltung gezählt werden kann, ist zwar noch unklar, dennoch hat der geschäftsführende Vorstand eine Entscheidung getroffen. Wir mussten die Risiken abwägen und neben den gesundheitlichen Risiken vermeiden, finanzielle Verpflichtungen einzugehen, dann das Fest aufgrund behördlicher Auflagen doch absagen zu müssen und ohne Einnahmen dazustehen. Zusätzlich wollten wir mit der Absage nicht zu lange warten, da wir unseren Vereinsmitgliedern, Vertragspartnern und Besuchern des Schützenfestes nicht erst im Juni diese Mitteilung zur Absage machen mochten. Das erscheint uns als zu kurzfristig und nicht fair“, so Bockelmann weiter.

Eine Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr kommt für den Verein nicht infrage, weil der traditionelle Termin für das Bispinger Schützenfest bereits am Ende der Schützenfestsaison liegt und eine kurzfristige Organisation zu einem anderen Termin mit Zelt, Festwirt, Musikkapellen, Schaustellern und vielem mehr nicht möglich ist. Auch eine abgespeckte Version des Schützenfestes kommt für den Schützenverein nicht in Frage. „Wir möchten allen Würdenträgern ein angemessenes Königsjahr gewährleisten und dazu gehört in erster Linie ein Schützenfest mit allem Drum und Dran.“ Angesichts dieser außergewöhnlichen Lage wird der Schützenverein auf eine Regelung zurückgreifen, die schon vor und nach dem Zweiten Weltkrieg zum Einsatz gekommen ist: Damals stieg der Schützenkönig Otto Hoppe (auch „Otto der Große“ genannt) aus dem Jahre 1939 - nachdem keine Schützenfeste mehr stattfinden durften - nach dem Krieg wieder ein. So soll es auch diesmal sein: Schützenkönig Timo Drewes und alle anderen Würdenträger bleben ein weiteres Jahr im Amt.

Das Schützenfest bleibt nicht die einzige Veranstaltung, die ausfallen wird. So sind die folgenden Termine ebenfalls abgesagt: das Damenbeste-Essen am 30. April, das Anschießen am 1. Mai, das Goldteller-Schießen vom 12. bis 15. Mai, das Böhmequell-Pokalschießen vom 2. bis 5. Juni, die Fahrradtour der Damengruppe am 17. Juni, das Hirschfänger- und Ordenschießen am 28. Juni, das Schützenfest-Pokalschießen der Damengruppe am 1. Juli, das Schützenfest-Ordenschießen der Damengruppe am 8. Juli, das Grillen der Damengruppe mit dem König am 26. August wie auch das Grillen der Kinderschützenfesthelfer am 28. August.

Für den gesamten sportlichen Betrieb im Schützenverein Bispingen gilt die Allgemeinverfügung des Landkreises Heidekreis, durch die der Trainings- und Wettkampfbetrieb bis einschließlich 3. Mai nicht stattfinden darf. Auch sonstige Zusammenkünfte innerhalb des Vereins finden erst wieder statt, wenn dem keine behördlichen Verfügungen mehr entgegenstehen. „Der Vorstand des Schützenvereins wünscht allen Gesundheit“, so Vorsitzender Bockelmann, der hofft, „dass wir bald wieder zur Normalität übergehen können.“

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