„Geschwindigkeitstrichter“ soll helfen

Bispinger besorgt über Verkehrssituation in der Behringer Straße

„Geschwindigkeitstrichter“ soll helfen

„Die Autos fahren hier einfach viel zu schnell“ - Sebastian und Nadine Schwenk leben seit sieben Jahren in Bispingen, ihr Haus liegt unmittelbar vor dem Ortssschild an der Landesstraße 211 - außerorts. Als Sebastian Schwenk das Haus in der Behringer Straße damals besichtigte, war, wie er sich erinnert, die Verkehrslage relativ ruhig. „In den letzten Jahren ist es immer schlimmer geworden“, so empfindet Schwenk die Situation. Der Verkehrslärm ist das eine, dagegen helfen jedoch unter anderem spezielle Fenster, die eingebaut wurden. Schwenk aber hat insbesondere auch Angst um seine kleinen Kinder, die seine Frau mit dem Fahrrad zum Kindergarten bringt und dafür die vielbefahrene Straße überqueren muss. Daher setzt sich der Berufsfeuerwehrmann gemeinsam mit seinen Nachbarn dafür ein, dass sich die Verkehrssituation hier ändert. Dafür gab es vor einiger Zeit sogar einen Ortstermin mit allen beteiligten Behörden. Und tatsächlich hat der Landkreis Heidekreis inzwischen Maßnahmen angekündigt, die die derzeitige Lage verbessern sollen.

Vor dem Haus Behringer Straße Nummer 61 gilt für den Fahrzeugverkehr Tempo 100. Doch nur wenige Meter weiter beginnt die geschlossene Ortschaft mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. Das allerdings ignorieren nicht wenige Verkehrsteilnehmer, wie Schwenk beobachtet hat. Weder reduzieren sie rechtzeitig das Tempo, wenn sie aus Richtung Horstfeld nach Bispingen fahren, noch halten sie sich bis zum Ortsausgangsschild an die Geschwindigkeitsbegrenzung, wenn sie Bispingen verlassen. Schwenk selbst war dort schon Zeuge sehr gewagter Überholmanöver, wie er betont. Bauliche Maßnahmen, die Versetzung des Ortsschildes, die Einrichtung eines geschwindigkeitsreduzierten Bereiches: Was auch immer helfen könnte, die Situation zu verbessern, begrüßen Schwenk und seine Nachbarn.

Unterstützung erhalten die Anwohner vom Bispinger Bürgermeister Dr. Jens Bülthuis, der ebenfalls die Situation am Ortseingang bemängelt. „Es wäre mehr als sinnvoll, das Ortsschild 20 Meter ‘rauszustellen“, betont der Bürgermeister im Gespräch mit dem HK. Zumal die Einmündung einer weiteren Straße dann mit im Bereich der geschlossenen Ortschaft liegen würde. Er erinnert daran, dass vor Jahren das Bispinger Ortsschild um einige Meter nach aussen an die jetzige Stelle gerückt worden sei, da sich im Ortsausgangsbereich viele Unfälle ereignet hätten. Gegenüber dem Landkreis habe er, so der Bürgermeister, auch deutlich gemacht, dass er für eine weitere Versetzung des Ortsschildes oder das Aufstellen von Tempo-50-Schilder plädiere.

„Die Anwohner haben meine volle Unterstützung“, hebt Bülthuis hervor. Er selbst - und mit ihm, wie er sich sicher ist, auch die meisten Ratsmitglieder - sei außerdem der Meinung, dass für die Strecke ab dem Kreisel am Horstfeld bis zum Ortseingang Tempo 70 gelten sollte, vor allem aufgrund der Häufigkeit schwerer Unfälle im Kurvenbereich. Zuletzt kam dort vor fünf Jahren ein Motorradfahrer ums Leben.

Nach der Begehung der fraglichen Passage mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, dem Landkreis Heidekreis, der Polizei und der Gemeinde Bispingen kommt nun tatsächlich Bewegung in die derzeitige Lage. „Die Beschilderung wird den Gegebenheiten angepasst“, erklärt die Pressesprecherin des Landkreises Heidekreis, Sandra Michaelis, das Ergebnis auf HK-Anfrage. „Die Ortstafel muss dort stehen, wo die durchgängige geschlossene Bebauung beginnt. Davor kommt ein Geschwindigkeitstrichter mit einer Geschwindigkeitsreduzierung auf 70 und dann auf 50 Stundenkilometer, da die Sicht aus der Gemeindestraße (Verlängerung Am Felde) nicht ausreichend ist. Die Umsetzung erfolgt durch die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.“ Zu einer möglichen Tempo-70-Beschilderung bereits ab dem Kreisel am Horstfeld meint Michaelis: „Die Voraussetzungen, wie zum Beispiel Unfalllage, für eine Geschwindigkeitsbeschränkung werden gern noch einmal geprüft.“

Logo