Neuer Stützpunkt im „Spökenkieker“ für Basis-Energieberatung

Verbraucherzentrale und Energieagentur Heidekreis erweitern Angebot / Anlaufstelle in Bispingen startet am 7. Dezember

Neuer Stützpunkt im „Spökenkieker“ für Basis-Energieberatung

In Walsrode und Schwarmstedt gibt es sie bereits – doch dort einen Termin zu bekommen, kann durchaus etwas dauern. Gemeint sind feste Anlaufpunkte für eine Basis-Energieberatung, welche die Verbraucherzentrale Niedersachsen in Kooperation mit der Energieagentur Heidekreis anbietet. Bisher mussten Interessierte also in den Süden des Landkreises fahren, um die kostenlose Hilfe zu nutzen. Nun gibt es jedoch auch im nördlichen Heidekreis einen solchen Stützpunkt, der nach dem bewährten Modell funktioniert: In Bispingen steht mit Sebastian Kamradt künftig ein kompetenter und unabhängiger Fachmann für Fragen rund um Energiesparen, energetisches Sanieren, regenerative Energien und Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Der Diplom-Ingenieur erläutert bei einem Pressetermin zusammen mit Theresa Weinsziehr, Leiterin der Energieagentur Heidekreis, sowie Vertretern aus Verwaltung und Rat der Gemeinde, was es mit dem neuen Beratungsangebot auf sich hat. Treffpunkt ist der „Spökenkieker“, in dem sich Kamradt ab dem 7. Dezember einmal pro Woche für Ratsuchende Zeit nimmt.

Spätestens seit der Gas-Knappheit und den damit verbunden Preissteigerungen fragen sich viele, was sie tun können, um Haus oder Wohnung warm zu halten: „Besonders das Einsparen von Energie ist derzeit sehr interessant, da fossile Energie weiterhin teuer bleiben wird“, erklärt Weinsziehr. „Vor allem die Heizkosten werden die Haushaltskasse stark belasten. Daher raten wir auch Mietern, das kostenlose Beratungsangebot im ‚Spökenkieker‘ zum Thema Einsparmöglichkeiten zu nutzen. Denn bereits durch einfache Maßnahmen lassen sich schnell zehn Prozent des Verbrauchs einsparen“, so die Leiterin der Energieagentur Heidekreis.

Die bietet die Hilfestellung durch den Fachmann in Kooperation mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale an: „Für die jeweiligen Beratungen sind rund 45 Minuten vorgesehen“, plant der Bauingenieur, vielleicht sei in manchen Fällen auch eine Stunde nötig. Kamradt steht vom 7. Dezember an jeden Mittwoch von 13 bis 16 Uhr im Erdgeschoss des „Spökenkiekers“ in Bispingen zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung – allerdings nur nach vorheriger Anmeldung: „Eine Terminvereinbarung ist zwingend erforderlich“, so Weinsziehr, die zusammen mit dem Team der Energieagentur Heidekreis die Planung dafür übernimmt. Interessierte können sich für eine Beratung in Bispingen (und natürlich ebenso für Termine in Walsrode und Schwarmstedt) unter Telefon (05162) 9856298 anmelden. Weitere Informationen gibt es auch unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de sowie unter www.energieagentur-heidekreis.de im Internet. Weinsziehr betont noch einmal, dass das Angebot nicht nur für Bispinger gedacht sei, „sondern es dürfen natürlich alle gern nutzen.“

Eine Anlaufstelle dieser Art nun auch in Bispingen zu haben, freue die Gemeinde natürlich sehr, so Andreas Bünger, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters: „Wir sind froh, solch ein Angebot ab jetzt zur Verfügung stellen zu können.“ Genutzt werde für die Termine laut Bünger einer der multifunktionalen Räume im „Spökenkieker“, der dem Energieberater dann jeden Mittwoch in den Nachmittagsstunden zur Verfügung stehe.

Auch CDU-Ratsmitglied Christian Cohrs freut sich über die neue Offerte direkt in Bispingens Ortskern: „Es ist ja toll und wichtig, wenn sich die Entscheider bei der Weltklimakonferenz in Ägypten treffen, aber ein Angebot bei uns und für alle ist ebenso entscheidend. Wir wollen schon lange das Thema Energie und Energiesparen hier vor Ort greifbar machen“, hebt der Ratsherr hervor. Es sei der richtige Weg, ein solches Hilfsangebot zu installieren, „und in welchen Bereichen man beim Energiesparen in den eigenen vier Wänden aktiv werden kann, dafür braucht es eben einen Experten für eine passende Beratung.“

Und für eine passende Beratung brauche der Fachmann am besten etwas Vorbereitung – daher empfiehlt Kamradt: „Hilfreich ist es, aussagekräftige Unterlagen zum Haus oder zur Wohnung zu den Terminen mitzubringen.“ Anhand der Dokumente erhalte er einen Einblick in den aktuellen Stand des Bauwerks. „Mögliche Themen können bei solchen Gesprächen etwa Wärmeschutz und geplante Sanierungsmaßnahmen sein.“ Weitere Felder sehe er bei Heizungsoptimierung, Einsatz erneuerbarer Energien, Senkung der Energiekosten, Fördermittelberatung sowie Energieeinsparung in Privathaushalten. „Wenn sich mehrere Interessierte einer Gemeinschaft zu einem gleichen Thema Hilfe suchen möchten, wäre auch eine Gruppenberatung denkbar.“

Nicht möglich sei laut Kamradt allerdings, Beratungsgespräche für Betriebe oder Gewerbetreibende und deren Vorhaben einzurichten: „Das Beratungsangebot ist ausschließlich für Privatpersonen gedacht.“ Ebenfalls gebe der unabhängige Fachmann seine Orientierungshilfen stets produkt- und anbieterneutral: „Wir können hier also keinen ‚Vergleichstest‘ zum besten System machen oder bestimmte Angebote durchgehen.“ Auch bei möglichen Problemen mit bestehenden Anbietern oder Versorgern sei er ebenso wenig der richtige Ansprechpartner wie bei „zu hohen Rechnungen“: „Wir machen keine Rechtsberatung.“

Dafür gebe es andere Anlaufstellen, ergänzt Weinsziehr. Die Agenturleiterin bittet auch um etwas Geduld bei der Terminvergabe: Aufgrund der starken Nachfrage komme es derzeit zu langen Wartezeiten. „Die stationären Beratungen in Walsrode und Schwarmstedt sind aktuell stets ausgebucht. Wir wollten schon länger auch ein Angebot im Norden des Heidekreises schaffen und sind nun froh, dass es geklappt hat.“

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