Immenhof-Zwangsversteigerung: Bündnis ruft zur Kundgebung auf

Heute um 18.30 Uhr Protestaktion am Bispinger Rathaus

Immenhof-Zwangsversteigerung: Bündnis ruft zur Kundgebung auf

„Bispingen gegen rechte Öko-Aussteigerinnen und Ökoaussteiger: Bunte Vielfalt gegen braune Einfalt“ - unter diesem Motto ruft ein demokratisches Bündnis, bestehend aus Grünen, SPD, CDU, DGB und Verdi, für den heutigen Dienstag, 28.Juni, gemeinsam mit Bispinger Bürgern zu einer Kundgebung auf. Um 18.30 Uhr wollen sie sich mit einer Aktion im Park am Bispinger Rathaus den möglichen Ergebnissen der Zwangsversteigerung des Geländes des ehemaligen „Immenhofes“ entgegenstellen. In Bispingen wird befürchtet, dass eine Gruppierung, die aus Verschwörungstheoretikern hervorgegangen sei und der völkischen „Anastasia“-Bewegung zugerechnet werde, das rund 42 Hektar große Grundstück, das am morgigen Mittwoch am Soltauer Amtsgericht zwangsversteigert wird, für ihre Zwecke nutzen will.

Gemeinsam mit den Bürgern aus Bispingen und allen Interessierten möchten die Initiatoren der Kundgebung, wie es in der Ankündigung heißt, „friedlich aber bestimmt“ ihre Ablehnung für das Vorhaben der in Rede stehenden Gruppierung aus dem Umfeld der „Anastasia“-Bewegung zum Ausdruck bringen. Der Immenhof stehe in seiner Tradition „als Nukleus der Arbeiterwohlfahrt für Werte und Ziele, die mit diesen Menschen nicht in Einklang zu bringen sind“, heißt es vonseiten der Veranstalter der Protestaktion. Bei dem Gelände handele es sich um das ehemalige Kinder- und Jugendheim des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Zusätzlich sei die Einrichtung als „Müttergenesungsheim“ für Mütter mit behinderten Kindern genutzt worden. Vor diesem historischen Hintergrund, so die Initiatoren, „ist ein Kauf durch rechte Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger und völkische Öko-Aussteiger nicht denk- oder tolerierbar und muss mit allen Mitteln der zivilen Gesellschaft verhindert und bekämpft werden.“

Als Veranstalter treten insbesondere Wulf Hemmerle und Tilman Krösche (Bündnis 90/Die Grünen Heidekreis), Sebastian Zinke und Tatjana Bautsch (SPD Heidekreis), Timo Albeshausen und Christoph Hemmerle (CDU Heidekreis), Heinz-Dieter Braun (DGB/Verdi Heidekreis) und viele andere Unterstützer auf. Auch SPD-Bundestagsabgeordneter und -Bundesvorsitzender Lars Klingbeil macht mobil: „Der Heidekreis und seine Menschen sind bunt, offen und solidarisch. Eine antisemitische, nationalistische und rassistische Gruppe hat in unserer Mitte keinen Platz. Die demokratischen Parteien des Heidekreises setzen ein klares Zeichen gegen Rechts, gegen Rassismus und gegen Antisemitismus“, so Klingbeil. Und weiter: „Wer andere ausgrenzt und unsere Demokratie gefährdet und spaltet, hat bei uns im Heidekreis keinen Platz. Deshalb wollen wir uns weiter gegen die Ansiedlung dieser Gruppe in unserer Heimat einsetzen. Gemeinsam mit den Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern der demokratischen Parteien und der Zivilgesellschaft positioniere ich mich mit aller Deutlichkeit gegen solche Pläne.“

Ähnlich äußerst sich SPD-Landtagsabgeordneter Sebastian Zinke: „Wir stellen uns gemeinsam gegen völkische Siedlungen in Bispingen. Hier ist kein Platz für Rechtsradikale, Faschisten und Rassisten. Es ist an uns, diesen Bestrebungen offen entgegenzutreten und ein Zeichen zu setzen. Es kann nicht sein, dass Gruppen, die vom Niedersächsischen Verfassungsschutz gelistet sind und einzelne Akteure, die Verbindungen zur verbotenen Reichsbürger-Gruppe pflegen, sich hier in unserer Heimat niederlassen, um völkisches Gedankengut zu verbreiten. Deshalb müssen wir alle ein deutliches Zeichen setzen und eine mögliche Siedlung mit allen rechtlichen Mitteln verhindern. Wehret den Anfängen!“

Logo