„Jugend gestaltet Zukunft“

Bispinger Schule beteiligt an Projektwoche zum Thema Nachhaltigkeit

„Jugend gestaltet Zukunft“

Wohin mit dem Müll? Wie geht der Energieverbrauch runter? Was ist eigentlich „Fair Food“? Fragen wie diese wirft das Schulprojekt „Jugend gestaltet Zukunft“ auf - und die Antworten kommen von den Teenagern selbst: Nach dem Projektstart von „Jugend gestaltet Zukunft“ an der Grund- und Oberschule Bispingen beschäftigen sich jetzt auch Jugendliche des Gymnasiums Lüneburger Heide in Melbeck (Landkreis Lüneburg) im Rahmen einer Projektwoche mit diesen drängenden Alltagsfragen. Unterstützt wird das Projekt sowohl inhaltlich, als auch finanziell vom Naturpark Lüneburger Heide.

Umweltwissenschaftler Robin Marwege ist beim Naturpark für die Bildungsarbeit verantwortlich und hat sowohl in Bispingen als auch in Melbeck an den sogenannten Expertinnen- und Expertenrunden teilgenommen. Dabei kommen Fachleute aus der Praxis zu den Schülerinnen und Schülern und diskutieren mit ihnen das, was zuvor in Gruppen erarbeitet wurde. „Die Jugendlichen machen die Relevanz von Zukunftsfragen absolut deutlich. Ihre Ideen sind vielfältig, beschäftigen sich mit dem eigenen Handeln und die Fragen zeigen, dass es ein wirkliches und großes Interesse daran gibt, gemeinsam etwas zu gestalten und zu verändern“, so Marwege.

Die große Stärke der Initiative „Jugend gestaltet Zukunft“ sieht er in der Wertschätzung. Denn: „Nicht nur, dass zum Ende einer Projektwoche auch Kommunalpolitikerinnen und -politiker bei den Jugendlichen zu Gast sind und von ihren Ideen erfahren. Das, was erarbeitet wurde, soll auch umgesetzt werden. Das kann in der Schule oder in der Kommune passieren, ist aber idealerweise auch umsetzbar in der ganzen Region. Schließlich geht es um die universelle Herausforderung, Umwelt, Gesundheit und Ressourcen zu schonen.“

Kürzlich haben die teilnehmenden Klassen 9 a und b des Gymnasiums in Melbeck die Möglichkeit gehabt, ihre Ergebnisse vorzustellen. Neben Vertreten aus Politik und Verwaltung mit dabei: Lina Dening, Leader-Regionalmanagerin der Naturparkregion Lüneburger Heide: Sie zeigte sich bei der Veranstaltung begeistert von der Aktion: „Die Projektwochen ermöglichen es, dass Jugendliche sich nicht nur mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen, sondern auch erkennen, dass sie selbst etwas bewegen und verbessern können.“ Ein solches Projekt für Bildung nachhaltiger Entwicklung sei für die Region sehr wertvoll, so Dening. Daher erhielt das Projekt von der Leader-Region Naturpark Lüneburger Heide knapp 30.000 Euro an Fördermitteln. Dening ergänzt: „Bei uns in der Region werden im nächsten Schuljahr noch zwei weitere Projektwochen stattfinden und ich hoffe, dass sie genauso spannend und erfolgreich verlaufen werden, wie die ersten beiden.“

Die Jugendlichen werden vom Institut für vernetztes Denken in Bredeneek aus Schleswig-Holstein mit der gleichnamigen Methode - also vernetztem Denken - an das Thema Nachhaltigkeit herangeführt. Um Alltag und Leben verantwortlich zu gestalten, sind das Erkennen von Zusammenhängen sowie die Fähigkeit, gemeinsam zu handeln essenziell, so die Grundannahme in der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Daher entstehen in den beteiligten Klassen Lösungsansätze mit einem breiten Blick für die Konsequenzen des eigenen Handelns.

Marwege ist positiv gestimmt, dass die Jugendlichen die Ergebnisse aus den Projektwochen mit in ihren Alltag nehmen werden - nicht nur, weil ihre Lösungsansätze ja umgesetzt werden sollen: „Nachhaltigkeit ist etwas, das wir als Gesellschaft nur gemeinsam bestimmen können und wofür wir uns in einen Lern- und Gestaltungsprozess hinein begeben müssen. Die Jugendlichen haben davor keine Scheu, sie sind voller Ideen,“ lobt der Umweltwissenschaftler Robin. „Meist sind es die Erwachsenen, die zum ‚Nachhaltigkeit-Lernen‘ länger brauchen.“

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