Die Weichen sind gestellt, jetzt werden Informationen per Express „geliefert“: Kurz vor dem Beginn der Planfeststellung ist die Schieneninfrastruktur Ost-Niedersachsen GmbH („SinON“), eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Landes Niedersachsen, was die Reaktivierung der Strecke Lüneburg – Soltau für den Schienenpersonennahverkehr angeht. Das machte das Unternehmen, das aus der Osthannoversche Eisenbahnen AG (OHE) hervorgegangen ist und deren Eisenbahninfrastruktur es übernommen hat, jüngst per Pressemitteilung öffentlich. Ab 21. April wird es einen sogenannten Informationsmarktplatz geben, um damit früh die Öffentlichkeitsbeteiligung sicherzustellen.
Die technische Planung konnte laut „SinON“ im vergangenen Jahr abgeschlossen werden. Die Unterlagen befänden sich nach erfolgter interner Prüfung nun bei der Planfeststellungsbehörde zur Vorabprüfung. Vor Beginn des eigentlichen Planfeststellungsverfahrens möchten die zuständigen Fachleute der GmbH jetzt mit allen Anliegern und den Bewohnern entlang der Strecke ins Gespräch kommen. Vom 21. bis 23. April besteht für Interessierte die Möglichkeit, in den direkten Austausch mit den zuständigen Fachplanern und den Projektverantwortlichen der „SinON“ zu treten. An verschiedenen Ständen soll dabei im offenen Dialog, unter anderem zu den Themen „Planverfahren“, „Bahnhöfe“, „Lärmschutz“ und „Erschütterungsschutz“, informiert werden.
Damit möglichst viele Anlieger den Informationsmarktplatz auf kurzen Wegen erreichen können, hat das Unternehmen eine umfangreiche Ausstellung zu den Planergebnissen in einem Zug der Museumseisenbahn „Heide-Express“ eingerichtet. Schwerpunkt sind Informationen für die unmittelbaren Anlieger und Betroffenen der Strecke. Der „Info-Zug“ wird am 21. April im Bahnhof Lüneburg Süd, An der Soltauer Bahn 32 (Gelände der Touristikeisenbahn), in Lüneburg Station machen. Zwischen 11 und 20 Uhr stehen die Projektbeteiligten dort allen Interessierten zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Nächster Halt wird am 22. April am Bahnhof Amelinghausen sein. Dort hat der Informationszug von 12 bis 19 geöffnet. Am 23. April besteht die Möglichkeit, sich auch im Heidekreis zur Reaktivierung zu informieren. Ebenfalls von 12 bis 19 Uhr „parkt“ der Zug im Bahnhof Bispingen.
Aufgrund der Verteilung der Anzahl der Anlieger mit dem deutlichen Schwerpunkt im Landkreis Lüneburg gibt es laut „SinON“ zwei Termine im Landkreis Lüneburg und nur einen im Heidekreis. „Während der Erstellung der technischen Planung haben wir schon viele Gespräche entlang der Strecke geführt. Zum Abschluss der Planungsphase freuen wir uns nun das Ergebnis allen Anliegern präsentieren zu können“, erklärt der technische Leiter Sebastian Schülke: „Da die Planfeststellungsunterlagen sehr umfangreich und für den Laien auch nicht immer einfach zu verstehen sind, hoffe ich, dass wir die Informationen in dem Zug verständlich aufgearbeitet haben.“
„Für alle, die zu dem Zeitpunkt nicht persönlich vorbeikommen können, werden wir alle Informationen zum Start des Informationsmarktplatzes ebenfalls auf unserer Homepage veröffentlichen“, verspricht das Unternehmen. Dort könnten Interessierte ihre Fragen per E-Mail einreichen. Da die barrierefreien Bahnsteige noch nicht gebaut sind, ist der Zugang zum Informationszug nur über eine Treppe möglich. Rollstuhlfahrer sind trotzdem eingeladen. Die Information erfolgt dann individuell vor dem Zug oder sie nutzen das Onlineangebot, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren.
Inzwischen ist auch der neue Internetauftritt des Unternehmens zur Reaktivierung der Bahnstrecke online, auf dem es sämtliche Informationen aus der Infoveranstaltung zum Vorbereiten und Nachlesen gibt – direkt unter www.sinon-spnv.de oder verlinkt von der allgemeinen Homepage www.sinon-gmbh.de. Neben den allgemeinen Informationen direkt auf der Homepage gibt es im Downloadbereich die Erklärungsplakate zu den Themen des Informationsmarktplatzes, viele Planunterlagen und die wesentlichen Gutachten zu Schall und Erschütterungsschutz.
„Da die Gutachten sehr technisch sind, ist es für den Laien manchmal etwas schwierig, herauszufinden, ob die eigene Immobilie betroffen ist. Beim Informationsmarktplatz haben wir ein eigenes Softwaretool, mit dem wir sofort an jeder Wohnadresse jede Häuserseite nach Stockwerken getrennt aufrufen können, um die Lärmbelastung und gegebenenfalls vorhandene Ansprüche ablesen zu können“, so Schülke.
Wer keine Zeit habe, die Informationsveranstaltungen zu besuchen, könne diese Unterstützung auch per E-Mail bei „SinON“ abfordern. Schülke abschließend: „Die finalen Planfeststellungsunterlagen werden erst zu Beginn des formalen Verfahrens veröffentlicht, wenn die Vorprüfung der Planfeststellungsbehörde abgeschlossen ist und deren Anmerkungen von uns eingearbeitet sind.“