Spielplätze verschwinden

Bispingen: Seit Jahren ungenutzt, sollen die Areale zu Bauland werden

Spielplätze verschwinden

Fröhliche Kinderstimmen erklingen schon lange nicht mehr, denn die drei kommunalen Bispinger Spielplätze Ahornweg, Auf dem Lehbuh und Brockmannsheide werden schon seit vielen Jahren kaum oder gar nicht in Anspruch genommen. Deshalb sollen sie jetzt in Baugrundstücke umgewandelt werden. So mancher Anlieger indes hat den inzwischen ungenutzten Spielplatz „um die Ecke“ über die Jahrzehnte liebgewonnen und mag sich nur schwer davon trennen

Vielleicht ist es eine Frage der lieben Gewohnheit oder auch der Ruhe, die mittlerweile von den Spielplätzen ausgeht, dass Anlieger dieser Wohngebiete dem Heide-Kurier gegenüber die anstehende Maßnahme bedauern. Doch auch sie räumen ein, dass diese Areale schon seit langem unverständlicherweise nicht mehr ihren eigentlichen Zweck erfüllen, was man den Plätzen inzwischen auch ansieht.

Das ist natürlich auch der Gemeinde Bispingen nicht verborgen geblieben, schließlich sind es „ihre“ Spielplätze, um die es geht. Dazu Bürgermeister Dr. Jens Bülthuis: „Sie befinden sich in älteren Wohngebieten, in denen es heute kaum noch oder gar keine Kinder mehr gibt. Aber selbst dort, wo noch oder wieder mehr Kinder wohnen, ist die Nachfrage nach Spielplätzen nicht vorhanden. Ein wesentlicher Grund dafür ist sicherlich, dass die Gärten mehr und mehr mit Spielgeräten wie beispielsweise Trampolinen aufgerüstet werden.“

Er, Bülthuis selbst, habe beispielweise mit einer kinderreichen Familie gesprochen, bei der sich alles im Garten abspiele: „Sie haben mir gesagt, ein Spielplatz sei für ihre Kinder nicht nötig. Wir haben in Bispingen wieder eine steigende Kinderzahl - und das ist gut. Aber die Spielbedürfnisse werden anderswo ausgelebt, während die Nutzungsfrequenz dieser betreffenden Plätze gleich null ist.“

Angesichts dieser Entwicklung sei es nur folgerichtig, sich über die Zukunft dieser Flächen Gedanken zu machen: „So halten wir es vor dem Hintergrund der großen Baulandnachfrage für vernünftig, diese Spielplätze in Baugrundstücke umzuwandeln. Dieses Thema haben wir öffentlich in den Ausschüssen und im Rat diskutiert, und alle sind sich einig, so zu verfahren“, berichtet der Bürgermeister.

So werden die Grundstücke Brockmannsheide 10 mit 620 Quadratmetern, Auf dem Lehbuh 13 mit 693 Quadratmetern und Ahornweg 7 mit 839 Quadratmetern künftig wohl für neue Eigenheime zur Verfügung stehen. An Aufmerksamkeit mangelt es da nicht: „Schon jetzt gibt es mehr als 30 Interessierte“, weiß Bülthuis.

Die Anlieger werden sich also irgendwann vom Vertrauten verabschieden müssen. Aber vielleicht kommen dafür dann nette neue Nachbarn.

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