„Wir wünschen uns mehr Transparenz“

Initiative kämpft für Bispinger Gebäude: Heidjerhaus soll erhalten bleiben

„Wir wünschen uns mehr Transparenz“

Es ist ein Ort für Versammlungen und Veranstaltungen, gern genutzt von Gruppen und Vereinen. Gemeint ist das Heidjerhaus in Bispingen. Das Gebäude im Fachwerkstil steht auf einem Areal, das viele Bispinger schlicht „Heidepark“ nennen - und genau dieser Bereich ist aktuell als Standort für eine neue Kita im Gespräch. Der traditionelle Versammlungsort müsste dann wohl der Einrichtung für den Nachwuchs weichen - so die Sorge von rund 15 Bispinger Bürgerinnen und Bürgern. Die haben sich jetzt auf Initiative von Cornelia Baden zusammengeschlossen, um für den Erhalt des Heidjerhauses zu kämpfen. Nach einem ersten Treffen in der vergangenen Woche zieht die Bispingerin nun ein erstes Fazit: „Wir wünschen uns einfach mehr Transparenz beim Umgang mit der Heidjerhaus-Frage.“

„Die Planungen um den Neubau eines Kindergartens in Bispingen beziehen nun auch einen möglichen Standort am ‚Heidepark‘ in Bispingen mit ein. Diese Planung soll noch mit dem bereits abgewählten Rat entschieden werden und wurde deshalb noch im Oktober kurzfristig dem Bauausschuss vorgelegt“, erklärt Baden. Dabei sei wiederholt von Ratsmitgliedern geäußert worden, dass dabei der Fortbestand des Heidjerhauses in Frage gestellt werde.

Doch auch wenn die Entscheidung für den Erhalt des Gebäudes mit Fachwerk und Reetdach fallen sollte, so müsste hier Geld für verschiedene Arbeiten in die Hand genommen werden. Das weiß auch die besorgte Bürgerin: „Es besteht beim Heidjerhaus umfangreicher Sanierungsbedarf, und da dieses Haus kein denkmalgeschütztes Objekt ist, sondern erst in den 1970er Jahren gebaut wurde, wird ein möglicher Abriss in Betracht gezogen.“

Dem stellt sich nun die neu formierte Initiative für den Erhalt des Heidjerhauses entgegen. Die Gruppe habe sich darauf verständigt, dass auch bei einer Umnutzung des Geländes das Gebäude nicht abgerissen werden dürfe: „Es soll weiterhin der Nutzung durch die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Im Moment besteht noch ein Pachtvertrag mit dem DRK-Ortsverein Bispingen. Sollte dieser aufgelöst werden, muss das Heidjerhaus weiterhin als Dorfgemeinschaftshaus für die Bispingerinnen und Bispinger nutzbar sein“, appelliert Baden.

Ihr Ansatz: „Wenn am ‚Heidepark‘ ein Kindergarten gebaut werden sollte, muss es sich baulich und in der Nutzung mit dem Heidjerhaus vertragen.“ Das Heidjerhaus, so die Akteure, soll weiterhin öffentlich zugänglich sein. „Die Initiative fordert deshalb eine transparente Entscheidungsfindung für den Fortgang in Sachen Planung eines Kindergartens am ‚Heidepark‘ und eine Bestandssicherung des Heidjerhauses. Dieses muss, nach Einschätzung der Initiative, unter echter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger passieren“, so die Bispingerin.

Diese und weitere Punkte seien laut Baden beim ersten Treffen der Gruppe deutlich geworden: „Die interessierten Bürgerinnen und Bürger, die der Einladung gefolgt waren, machten deutlich, dass sie sich sehr gut vorstellen können, das Heidjerhaus unter ehrenamtlichem Engagement, auch umfangreicher zu nutzen. So kamen Vorschläge für einen Kaffeebetrieb und kulturelle Veranstaltungen. Birgit Mertke, die das Haus aus Kindertagen kennt, bot direkt an, sich aktiv einzubringen. Oliver Wegener und Rainer Prescher brachten Ideen für musikalische Veranstaltungen ein, die das bestehende Angebot in der Gemeinde gut ergänzen könnten. Auch die Frage nach einer zukünftigen Hausmeistertätigkeit wurde gestellt und Hans-Jürgen Riebesel bot an, dieses Amt zu übernehmen.“

Badens Resümee nach den ersten Gesprächen: „Es ist wirklich klasse, dass auf eine spontane Initiative und eher über persönliche Ansprache innerhalb einer Woche so viele Menschen sofort zusammenkommen und sich für einen Fortbestand des Hauses stark machen wollen. Wir werden darauf aufbauen und den Wunsch der intensiven Bürgerbeteiligung zum Erhalt des Heidjerhauses als öffentliches Gebäude sowohl an den Gemeinderat als auch die Verwaltung richten.“

Der Rat der Gemeinde Bispingen kommt am 28. Oktober zu seiner nächsten Sitzung zusammen - der Termin für die Initiative ist zwei Tage zuvor angesetzt: „Das nächste Treffen wird am 26. Oktober um 20 Uhr sein. Und weitere Interessierte und Mitstreiter sind natürlich willkommen“, lädt Baden ein.

Sie hofft auf weitere Impulse, vor allem aber auf konkrete Daten und Fakten: „Denn was fehlt, sind verlässliche Aussagen“, bemängelt die Bispingerin. „So werden in der Diskussion rund eine mögliche Sanierung des Heidjerhauses einfach Summen ‚rausgehauen‘, deren Berechnungen sich nicht detailliert nachvollziehen lassen.“ Baden wünscht sich einfach eine wohlüberlegte Herangehensweise und saubere Planung. „Und sollte sich an deren Ende tatsächlich herausstellen, dass die beste Lösung ein Abriss ist, dann ist das eben so.“

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