„Kostboten“ kochen und bringen Essen für Kitas, Schulen und Unternehmen

Neues Inklusionsprojekt der Walsroder Heide-Werkstätten: Ministerin Barbara Otte-Kinast beim Startschuss in Bomlitz

„Kostboten“ kochen und bringen Essen für Kitas, Schulen und Unternehmen

Barbara Otte-Kinast, niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, war am vergangenen Freitag in Bomlitz zu Gast. Dort fiel der Startschuss für das neueste Inklusionsprojekt der Walsroder Heide-Werkstätten namens „Kostboten“. Als Social-Franchise-Nehmer von „Lecker ³ - Dinners för Kinners“ aus Hamburg werden dort künftig bis zu 2.000 gesunde und nährstoffreiche Essen für Kitas, Schulen und Unternehmen produziert.

Otte-Kinast: „Die Vorzeigeinitiative ‚Lecker ³ - Dinners för Kinners‘ bringt gesunde Ernährung und Inklusion zusammen. Dazu kommt die Wertschätzung für bewusstes Essen - das ist ein gelungenes Rezept, von dem alle profitieren. Ich freue mich, dass dieses beeindruckende Konzept in der inklusiven Großküche Bomlitz umgesetzt wird, so dass künftig Kitas, Schulen und Unternehmen im gesamten Heidekreis mit gesundem Essen beliefert werden.“

Mitte August wurde der Großküchen- und Cateringbetrieb „Kostboten“ in Bomlitz fertiggestellt. Der 600 Quadratmeter große Produktionsbereich liegt im hinteren Teil des Gebäudekomplexes in der Bahnhofstraße 18-20. Hier werden seit August täglich mehr als 500 Essen für die eigene Belegschaft an den Standorten in Munster, Soltau und Walsrode produziert. Anfang November ist die Belieferung des ersten externen Kunden, der Grundschule Vorbrück, gestartet. Rund 100 Essen werden täglich geliefert.

„Wir freuen uns sehr darüber, den Kindern an unserer Schule ab sofort vollwertige und knackige Speisen mit einem hohen Nährwertgehalt anbieten zu können“, berichtete Schulleiterin Ursula Delventhal: „Uns haben die Qualität und der Geschmack der Speisen einfach überzeugt.“ Bernhard Neuhausen, Geschäftsführer der Heide-Werkstätten, geht davon aus, dass aufgrund der hohen Nachfrage von potenziellen Kunden das gesetzte Ziel von bis zu 2.000 produzierten und gelieferten Essen pro Tag frühzeitig im ersten Quartal kommenden Jahres erreicht wird. „Kostboten“ wird nach dem Vorbild von „Lecker ³ - Dinners för Kinners“ aus Hamburg geführt und gehört zur Pestalozzi-Stiftung Hamburg.

„Am Anfang stand der Wunsch der evangelischen Kirchenkreise Hamburg West/Südholstein und Hamburg Ost nach einem hochwertigen und nachhaltigen Versorgungsangebot an Mahlzeiten für ihre Kitas, verbunden mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze für Menschen mit schwerer Behinderung“, erklärte Kai Gosslar, Vorstand der Pestalozzi-Stiftung Hamburg. Er hat das inklusive Catering-Projekt initiiert. Unterstützt werden die ‚Dinners för Kinners‘ von Schirmherr Steffen Henssler und „Ernährungsdoc“ Dr. Matthias Riedl. Zum Angebot gehört auch das Vermitteln ernährungspädagogischer Inhalte, die elementar für die Prägung von Essgewohnheiten im Kindesalter sind. „Seit dem Start im Jahr 2018 verlassen mittlerweile täglich mehr als 5.000 ‚Dinners för Kinners‘ unsere Küche in Hamburg-Bahrenfeld, in der rund die Hälfte der 50 Beschäftigten Menschen mit schwerer Behinderung sind. Nach dem großen Erfolg in Hamburg freuen wir uns über die Zusammenarbeit mit den Heide-Werkstätten und möchten unser Konzept und unser Wissen nun auch anderen Partnern über die Landesgrenzen hinaus als Social Franchising anbieten“, berichtete Gosslar.

„Als erster Social-Franchise-Nehmer möchten wir das Erfolgsmodell aus Hamburg im Heidekreis etablieren. Unser Anspruch ist es, als inklusiver Cateringbetrieb für den Heidekreis Kinder und Erwachsene mit Essen zu versorgen, das frisch auf den Teller kommt und den Ernährungsempfehlungen entspricht“, unterstrich Heide-Werkstätten Geschäftsführer Neuhausen: „Das Essen schmeckt nicht nur Kindern ausgezeichnet. Daher wird Kostboten auch Unternehmen im Heidekreis mit leckeren Gerichten versorgen.“

Zur Auswahl stehen pro Tag drei abwechslungsreiche Menüs mit viel gesundem Obst und Gemüse, die nach dem sogenannten „Cook & Chill“-Verfahren zubereitet werden. Dabei werden die Speisen nach der Zubereitung innerhalb von 90 Minuten auf drei Grad Celsius heruntergekühlt. Die anschließende Kühllagerung ermöglicht es, dass die Speisen bei einer ununterbrochenen Kühlkette bei dieser Temperatur und 90 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit ohne Qualitätsverlust bis zu drei Tage gelagert werden können. „Durch das ‚Cook & Chill‘-Verfahren bleibt das Essen frisch und behält nahezu 100 Prozent an Nährstoffen und Vitaminen“, so Hauke Kroschinski, Leiter Dienstleistung und Gastronomie.

Bis zu elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden für den inklusiven Cateringbetrieb arbeiten. „Neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen und ihnen den Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen, ist das zweite, wichtige Ziel unseres Projekts, das wir in Form einer gemeinnützigen GmbH betreiben“, erklärte Neuhausen.

In Zusammenarbeit mit dem Integrationsamt werden unter anderem Arbeitsplätze für Personen, die am Arbeitsmarkt schwer vermittelbar sind, aber auch für Beschäftigte der Heide-Werkstätten geschaffen. Das Konzept basiert auf der Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Handicap, so dass rund die Hälfte der Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung vorgesehen sind. Die inklusive Großküche Kostboten wird betrieben von der Service und Dienstleistungen gGmbH, einer Tochtergesellschaft der Heide-Werkstätten. Die Heide-Werkstätten geben mehr als 650 Menschen mit Beeinträchtigung im Heidekreis einen Arbeitsplatz.

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