„Vorbild für gelebte Inklusion“

Dr. Karl-Ludwig von Danwitz besucht „Kostboten“ der Heide-Werkstätten

„Vorbild für gelebte Inklusion“

Die Heide-Werkstätten haben kürzlich in Bomlitz die Großküche „Kostboten“ eröffnet (HK berichtete). Hier finden Menschen mit Beeinträchtigungen einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die Küche versorgt nicht nur die eigenen Mitarbeiter, sondern kann Unternehmen, Schulen und Kitas im gesamten Heidekreis beliefern. Grund genug für den CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Karl-Ludwig von Danwitz sich ein Bild von dem neu eröffneten Inklusionsprojekt zu machen. Der Politiker ist seit den Landtagswahlen auch Betreuungsabgeordneter für den Wahlkreis Walsrode. Gemeinsam mit Elke Cordes (Vorsitzende CDU-Stadtverband Soltau und bis Juli Fachpraxislehrkraft Gastronomie an der BBS Soltau) informierte er sich bei Bernhard Neuhausen (Geschäftsführer Heide-Werkstätten) und Hauke Kroschinski (Leiter Dienstleistung und Gastronomie) über die Arbeitsabläufe und die schonende Zubereitung der Menüs.

Bei den „Kostboten“ werden täglich rund 600 Mahlzeiten zubereitet. In erster Linie werden momentan die eigenen Mitarbeiter in Munster, Soltau und Walsrode beliefert, berichtet Bernhard Neuhausen. Darüber hinaus zählt die Grundschule Vorbrück bereits zu den externen Kunden, weitere kommen Anfang kommenden Jahres hinzu. „Wir können hier bis zu 1.800 Essen in einer Schicht zubereiten“, machte Neuhausen deutlich. Auch an zusätzliche Erweiterungsmöglichkeiten wurde bei der Planung gedacht. Rund die Hälfte der bis zu elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weisen eine Behinderung auf. „Auch Menschen mit Beeinträchtigungen sollen am ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen können. Integrationsbetriebe sind hier der richtige Ansatz“, so von Danwitz.

Hauke Kroschinski berichtete den Gästen, dass die Küche mit dem sogenannten Cook- und Chill-Verfahren arbeitet. Dabei wird das Essen zu 80 Prozent vorgegart. Innerhalb von 90 Minuten werden die Speisen dann auf drei Grad heruntergekühlt. „Die Zubereitung vor Ort erfolgt in Konvektomaten, die über einen herkömmlichen Stromanschluss betrieben werden. Diese Öfen können bei den „Kostboten“ gemietet, geleast oder gekauft werden. Durch dieses spezielle Verfahren bleiben 100 Prozent der Nährstoffe und Vitamine erhalten. Die genaue Zubereitung ist auf den Transportboxen individuell aufgedruckt. „Das ist sogar für uns Männer problemlos zu schaffen“, stellte von Danwitz augenzwinkernd fest. Auf ausgewogene gesunde Ernährung wird bei den „Kostboten“ viel Wert gelegt. Täglich werden vegetarische Mittagessen angeboten. Einmal in der Woche gibt es Gerichte mit Fleisch und Fisch. Das Essen ist so gestaltet, dass es für alle Altersgruppen passt und auch Menschen mit Lebensmittelallergien immer etwas Leckeres zur Auswahl finden.

Vom Ergebnis konnten sich die Besucher nach einem Rundgang durch den Küchentrakt selbst überzeugen. Das knusprig gebratene Fischfilet, der selbstgemachte Kartoffelbrei und die knackig grünen Erbsen in heller Soße konnten auf ganzer Linie überzeugen. „Das Essen ist wirklich überdurchschnittlich gut“, zeigten sich die Besucher nach der Verkostung begeistert. Abschließend erfuhren die Politiker, dass sich die nächste Ausbaustufe bereits in vollem Gang befindet: Im vorderen Bereich des Gebäudes in der Bahnhofstraße entsteht eine Gastwirtschaft. Der alte Charme des ehemaligen Pulverkrugs soll dabei erhalten bleiben. Zu Beginn werde man den Gästen nur über Mittag ein gastronomisches Angebot machen und Veranstaltungen anbieten, berichteten Neuhausen und Koschinski. Später sei auch die Ausdehnung auf den Abend denkbar.

„Es ist ein unglaublich wertvoller Dienst, der hier geleistet wird“, betonte von Danwitz: „Ich freue mich sehr, dass Bomlitz demnächst wieder ein ansprechendes gastronomisches Angebot erhält.“

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