Schwierige Themen im Fokus

CDU Heidekreis trifft sich zum Kreisparteitag in Brochdorf

Schwierige Themen im Fokus

Ohne Gerd Engel mußte diesmal der CDU-Kreisparteitag in Brochdorf über die Bühne gehen: Der Vorsitzende der Heidekreis-CDU hatte sich mit seiner Fau zum 40. Hochzeitstag nach Mallorca verabschiedet. So übernahmen die stellvertretenden Kreisvorsitzenden Heidi Schörken, Sabine Jung und Dr. Kathrin Wrobel gemeinsam mit Neuenkirchens Ge-meindeverbandsvorsitzendem Carsten de Vries die Leitung der Sitzung am vergangenen Sonnabend.

Da Engel natürlich auch seinen obligatorischen Bericht nicht präsentieren konnte, verlasen ihn seine Stellvertreterinnen. Dabei ging es neben dem Rückblick auch um die Vorausschau, etwa auf die am 26. Mai anstehende Europawahl und auf zahlreiche wichtige Themen im Heidekreis. Was die aktuelle CDU-Mitgliederzahl im Heidekreis betrifft, so liegt sie bei 1.062 und weist damit einen Rückgang gegenüber 2018 (1.079) auf. Der Altersdurchnitt beträgt derzeit 60,2 Jahre. Ein Faktum, das Wrobel kommentierte: „Wir haben ein Altersproblem und müssen vor allem junge Leute dazu bewegen, in die CDU einzutreten.“ Ein Geldproblem haben die Christdemokraten jedenfalls nicht, denn Kreisschatzmeister Norbert Harms konnte hier unbeanstandete gesunde Finanzen vermelden.

Darüber hinaus hatte die CDU drei Schwerpunktthemen für diesen Parteitag ausgewählt, die es durchaus in sich hatten. Eingeleitet wurden sie im Plenum durch Kurzreferate, danach verteilten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die drei Gruppen, um die Themen jeweils in Einzelforen zu erörtern und am Ende wieder ins Plenum zu tragen.

In das Thema „Das Heidekreis-Klinikum (HKK), der Neubau - eine Chance?“ führte Dr. Achim Rogge ein. Der neue HKK-Geschäftsführer machte noch einmal auf die allgemein schwierige Situation auf dem Krankenhaussektor in Deutschland aufmerksam. Fachkräftemangel sei hier nur ein Aspekt. Die Krankenhäuser seien der gesundheitspolitischen Gesetzgebung unterworfen, und die sei kompliziert - schon allein wegen der Mindestmengenregelung bei Operationen. Auch die Finanzierung sei nicht einfach. Das HKK habe zwischen 2014 und 2019 einen Rückgang der Fallzahlen von 19.000 auf 17.000 verzeichnen müssen. „Die Umstrukturierung des HKK war einmal richtig, ist sie aber heute nicht mehr. Die Chirurgie in Soltau komplett abzuziehen, ist zu hinterfragen, denn Strukturen geben Sicherheit“, so Rogge. In den vergangenen Jahren seien spezielle Bereiche nicht weiterentwickelt worden: „Da stimmen die Patienten eben mit den Füßen ab.“ Ziel sei es jetzt, Medizin aus einer Hand anzubieten und die Patienten zurückzugewinnen. Hier winke eine Einzelförderung von rund 130 Millionen Euro für einen HKK-Neubau an zentraler Stelle. Und der müsse errichtet werden, weil ein Heidekreis ohne Krankenhäuser keine Alternative sei.

Auch das zweite Thema war kein Leichtgewicht. Dabei stimmte der frühere Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke auf „Natura 2000 - FFH im Heidekreis- Sorgen und Nöte“ ein. Hier ist insbesondere das Aller-Leine-Tal betroffen, wobei es um die Frage geht, was soll als Landschafts-, was als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Was bringt wem Vor- und was Nachteile. Darüber erhitzen sich schon seit langem die Gemüter. Eigentlich hätte es hier im Rahmen des EU-weiten Schutzgebietes Natura 2000 schon längst eine Lösung geben müssen. Jetzt, so Ripke, drohe das Umweltministerium in Hannover diese Angelegenheit an sich zu ziehen und selbst zu regeln, sollte der Landkreis nicht bis zum Jahresende zu einem Ergebnis gekommen sein. Der Christdemokrate rief dazu auf, das Thema gemeinsam wieder sachlich zu behandeln.

Last but not least blieb als drittes Thema „Werkstatt Europa - welche EU wollen wir für den Heidekreis?“ Lena Düpont, EU-Kandidatin des CDU-Bezirksverbandes Nordostniedersachsen und auf Platz drei der CDU-Landesliste, hielt dazu das Impulsreferat. Die 32jährige machte dabei deutlich, wie wichtig die Europawahl am 26. Mai sei, habe die EU doch für Frieden und Wohlstand gesorgt. Gleichwohl sei Europa differenziert zu betrachten, nämlich danach„wo Regelungen durch die EU nötig sind und was auf nationaler Ebene besser entschieden werden kann.“

Logo