100. Granate aus Dethlinger Teich geborgen

Erkundungsarbeiten in ehemaliger Kieselgurgrube schreiten kontinuierlich voran

100. Granate aus Dethlinger Teich geborgen

Sie schreitet voran, die behutsame Öffnung des Dethlinger Teiches, in dem bis 1952 Kampfstoffe und Munition versenkt und am Ende mit einer dicken Schicht aus Betonschutt und Boden abgedeckt wurden: Am 28. Oktober um kurz vor 9 Uhr brachten die Erkundungsarbeiten die 100. Granate aus der ehemaligen Kieselgurgrube ans Licht. Wie der Landkreis Heidekreis mitteilt, habe bisher keine der Granaten Zünder, sogenannte Führungsringe oder erkennbare Leckagen aufgewiesen: „Aufgrund der äußeren Merkmale wird vermutet, dass es sich bei der Munition fast ausnahmslos um Kampfstoffgranaten handelt.

Kampfstoffverdachtsmunition durchläuft die in solchen Fällen übliche Arbeitsroutine, das heißt, die Granaten werden geröntgt und aufgrund des Aufbaus einem Typ zugeordnet. Nach Meldung an die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in Den Haag und Freigabe werden sie dann im Sprengofen beseitigt. In Fall der Granaten vom Dethlinger Teich werden diese vor der Vernichtung noch geöffnet, der Inhalt analysiert und alles detailliert dokumentiert, um Rückschlüsse für eine umfassende Gefährdungsbeurteilung der Situation an der ehemaligen Kieselgurgrube ziehen zu können, so der Landkreis.

Insbesondere seit vergangener Woche habe die Anzahl der geborgenen Granaten massiv zugenommen: „Sie liegen im Gemisch mit dem Betonschutt, der beim Abriss der Bunker in der benachbarten Luftwaffen-Munitionsanstalt anfiel. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich als Mitunterzeichner des sogenannten Chemiewaffenverbotsabkommens verpflichtet, keine chemische Munition zu besitzen und entsprechende Altmunition unter Beteiligung der OPCW zu vernichten.“

Und weiter: „Die Zustimmung für die Öffnung der Munition liegt mittlerweile vor. In der kommenden Woche sollen die ersten Granaten bei der Gesellschaft zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungsaltlasten (GEKA) in Munster untersucht werden.“

Die aktuelle, praktisch trockene Sohle des Schachtes befindet sich derzeit in zirka 2,2 Meter Tiefe. Das Abpumpen und Entsorgen des Teichwassers läuft allerdings weiterhin parallel zu den Sondierungen. So wurden bereits erheblich mehr als 3.000 Kubikmeter Wasser abgepumpt und mit Tankwagen zur GEKA gefahren.

Bisher, so der Landkreis, seien in der Atmosphäre des Arbeitszeltes keine chemischen Kampfstoffe nachgewiesen worden.

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