Bisher 760 Granaten geborgen

Dethlinger Teich: Keine Einschränkung mehr durch die Windrichtung

Bisher 760 Granaten geborgen

Mitte September begannen die Arbeiten zur Öffnung des Dethlinger Teiches bei Munster, um einen Überblick zu gewinnen, was sich an chemischen Kampfstoffen in dieser Kieselgurgrube nahe der Bundesstraße 71 zwischen Munster und Oerrel unter einer Schicht von Betonmaterial versteckt. Bei der Planung der Arbeiten wurde festgelegt, dass nur bei Westwind gearbeitet werden sollte - um die Bewohner der Ortschaften in der Umgebung nicht zu gefährden, sollte tatsächlich eine Schadstoffwolke freiwerden.

Diese Einschränkung besteht nicht mehr: „Die Arbeiten am Dethlinger Teich erfolgen jetzt auch bei unterschiedlichen Windrichtungen“, teilte der Sprecher des Landkreises Heidekreis, Andreas Pütz, am Freitag, den 22. November, mit. Grund seien die Erfahrungen aus den bisherigen Arbeiten. Die vorgefundenen Kampfstoffgranaten seien ohne Explosivstoff und mit geringer Kampfstoffmenge ausgestattet. So könne „zum gegenwärtigen Zeitpunkt das dem Sicherheitskonzept zugrunde liegende Szenario mit der detonativen Umsetzung einer Sprenggranate mit gleichzeitiger Freisetzung des Inhaltes einer Kampfstoffbombe ausgeschlossen werden“, so Pütz. Nach „intensiver Beratung mit allen an den Arbeiten Beteiligten“ sei vereinbart worden, „dass bis auf weiteres auch bei Wind aus anderen als der westlichen Richtung im Schacht gearbeitet werden kann.“ Eine Gefährdung der Bevölkerung außerhalb der Sperrzone werde dabei ausgeschlossen. „Der Räumfortschritt am Dethlinger Teich kann somit optimiert werden.“

Bis zum Ende der Woche wurden insgesamt 760 Kampfstoffgranaten im Schacht geborgen und zur bundeseigenen Gesellschaft zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungsaltlasten mbH (GEKA) abgefahren. „Die aktuelle Sohle im Schacht liegt bei 2,70 Meter unter der Oberkante Betonboden“, so der Landkreissprecher. „Die Munition stammt aus zirka zwölf Kubikmetern Aushubmaterial.“

Der vorgesehene Zeitplan ist aber nicht zur halten: „Das Ziel, die Erkundung im Schacht bis Weihnachten zu erreichen, wird aufgrund des massiven Munitionsaufkommens nicht umgesetzt werden können“, erklärte Pütz. Aktuell laufen daher Gespräche mit dem Ziel, die Arbeiten 2020 fortsetzen zu können.

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