Geschichte vor Ort erleben

Volksbund für Kriegsgräberfürsorge ist in Litauen aktiv

Geschichte vor Ort erleben

„Freiwilliger Arbeitseinsatz“, so lautete die Bezeichnung eines Arbeitseinsatzes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), der in Klaipeda (Memel) /Litauen in der Zeit vom 9. bis 24. Juli stattgefunden hat. Unter den 24 Teilnehmern aus nahezu allen Bundesländern befanden sich auch Margarete und Alfred Michaelis aus Dorfmark. Die aus zahlreichen Berufsschichten stammenden Teilnehmer zahlten die Unterbringung und Verpflegung größtenteils aus eigener Tasche, dadurch wurde der VDK zusätzlich unterstützt. Die Pflege der zahlreichen Friedhöfe verursacht hohe Kosten. Hier hilft das ehrenamtliche Engagement der Freiwilligen weiter.

Nach einer Strecke von etwa 1.600 Kilometern und einer Zwischenübernachtung in Masuren erreichten der Bus mit den Teilnehmern des Arbeitseinsatzes sowie der Küchenwagen mit zwei aktiven Köchen der Bundeswehr, deren Aufgabe es war, die mittägliche Versorgung sicherzustellen, das Ziel Klaipeda am Kurischen Haff.

Dirk Bohlmann, pensionierter Offizier der Bundesmarine, wohnt seit mehr als 20 Jahren in Klaipeda und hat durch seine Erfahrungen und Verbindungen die Betreuung des Freiwilligen Arbeitseinsatzes übernommen, der zunächst mit einem Empfang begann und Honorarkonsul Dr. Arunas Baublys die Geschichte der Stadt erläuterte. Danach führte Dirk Bohlmann durch die Altstadt und einen Teil des Hafens.

Der Nachmittag war geprägt von der Einteilung der Arbeitsgruppen durch Kommandoführer Bodo Henze und ersten Arbeiten. Umfangreiche Tätigkeiten waren durchzuführen: Wege neu gestalten, mehrere hundert Meter Metallzäune säubern und neu streichen, beschädigtes Material repariert wurde. Zwischen den Friedhofsteilen des Ersten und des angrenzenden Teil des Zweiten Weltkrieges wurden vier zweiflügelige Tore arbeitsintensiv instandgesetzt wobei die entsprechenden Schweißarbeiten von einer litauischen Marineeinheit aus Klaipeda übernommen wurden. Zahlreiche Namenstafeln und Grabzeichen mussten nachgezeichnet werden. Darüber hinaus gab es viel zu tun um landschaftspflegerische Maßnahmen durchzuführen.

Das Wochenende stand im Zeichen von Information und Besichtigungen. So gab es eine Exkursion in das Memelland bis zum Memeldelta. Dirk Bohlmann hatte vielerlei über Land, Leute und unterschiedlicher Geschichtsepochen zu berichten. Ein weiterer Tag wurde genutzt um die Kurische Nehrung mit allen touristischen Gegebenheiten zu erkunden, einschließlich einer Schifffahrt um eine der größten Wanderdünen Europas bei Nidden.

In Anwesenheit von Repräsentanten des öffentlichen Lebens, von Vereinen und Verbänden, der litauischen Marine, sowie lokaler Medien wurden in einem Abschlussappell die ausgeführten Arbeiten bewundert und gewürdigt.

Mit einer Schweigeminute, der Totenehrung in zwei Sprachen, sowie der Ablage von Kränzen und Gebinden wurde die Gedenkfeier würdevoll beendet.

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