Grüne: Lorenzen für Ludewig

Kreisvorstandswahlen/Diskussion zu Aller-Leine-Tal und HKK

Grüne: Lorenzen für Ludewig

Wechsel an der Spitze der Kreis-Grünen im Heidekreis: Neben Sprecherin Ellen Gause, die im Amt bestätigt wurde, ist jetzt auch Lennard Lorenzen Sprecher und damit der männliche Teil der Doppelspitze des Kreisvorstandes. Das ist das Ergebnis der Vorstandswahl, die auf der Kreismitgliederversammlung am vergangenen Dienstag in Dorfmark auf dem Programm stand. Darüber hinaus befassten sich Grünen aber auch noch mit weiteren Themen, so mit der Standortentscheidung für ein neues Heidekreis-Klinikum (HKK).

Durchaus kontrovers diskutierten die Mitglieder die Rolle der Grünen bei der Unterschutzstellung des Aller-Leine-Tals, über die der Kreistag am 26. Juni beschlossen hatte.

In derselben Kreistagssitzung war auch die HKK-Standortentscheidung für F4 (Bad Fallingbostel) gefallen. Und auch bei dieser thematischen Nachlese waren die Mitglieder durchaus geteilter Meinung. Dr. Hans-Peter Ludewig, Kreissprecher und Kreistagsfraktionsvorsitzender, erläuterte dazu zunächst die bisherigen Abläufe: Der Kreistag habe mit großer Mehrheit für F4 gestimmt und sich dabei von drei Gutachten leiten lassen. Nach diesem Beschluss sei das Verfahren zur weiteren Entwicklung, also etwa der Architektenwettbewerb, eingeleitet worden. Um in den Genuss der Fördergelder kommen zu können, dürfe der enge Zeitplan nicht gerissen werden. Um diesen Kreistagsbeschluss zugunsten eines Standortes in Dorfmark zu kippen, sei ein Bürgerbegehren ins Lebengerufen worden, das derzeit gerade auf die Verlängerung der Frist zur Unterschriftensammlung warte.

Während einige Mitglieder diese Kreistagsentscheidung für richtig hielten, kam bei anderen die Befürchtung auf, bei mangelnder Akzeptanz von F4 und ausbleibenden Patienten - wie nach der Umstrukturierung vor rund zehn Jahren - könnten die Millionen am Ende in den Sand gesetzt sein.

Recht detailliert legte Marcus Neuefeind seine Argumente vor und meinte, was als guter HKK-Standort gelten könne, hänge vom Gegenstand der jeweiligen Untersuchung ab, etwa Abstand zu anderen Krankenhäusern, Erreichbarkeit oder Einzugsbereich. F4 sei nicht wirklich ein Favorit. Der Beschluss des Kreistages, resümierte der Schneverdinger, sei am Ende eine Entscheidung für den Raum Bad Fallingbostel/Walsrode, aber nicht für den Heidekreis.

Kritik im Nachgang gab es auch von Carsten Gevers. Der Schneverdinger bemängelte zwar nicht direkt die Entscheidung für F4, wohl aber die bisherige Informationspolitik und den Umgang mit Abweichlern: „Auf Bürgerinnen und Bürger, die am Bürgerbegehren teilnehmen, wird Druck aufgebaut. Dies mit dem Vorwurf, das Bürgerbegehren verhindere einen HKK-Neubau.“ Dabei sei dieses Problem hausgemacht. Dies deshalb, weil die Gräben, die durch die HKK-Umstrukturierung unter erheblicher Schwächung des Soltauer Hauses in den vergangenen zehn Jahren aufgerissen worden seien, nicht wieder zugeschüttet worden seien: „Es ist bedauerlich, dass das Bürgerbegehren ins Leben gerufen worden ist, aber durchaus nachvollziehbar.“

Auf weitere Themen der vergangenen eineinhalb Jahre - von der Europawahl bis hin zu den coronabedingten Einschränkungen - blickte der Rechenschaftsbericht des Vorstandes zurück, während Schatzmeister Jürgen Hector Rechenschaft über die Finanzen ablegte. So habe sich das Reinvermögen des Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen zum 31. Dezember 2019 auf 66.025 Euro belaufen. „Für die kommenden Wahlen sind wir realitv gut ausgestattet“, so Hectors Bilanz, der auch noch einen Überblick über die Größe des Kreisverbandes gab. 2019 habe es zwei Austritte und einen Wegzug gegeben, dem stünden allerdings 23 Beitritte gegenüber. Im Laufe des Jahres 2020 seien bisher weitere sieben Personen beigetreten, womit sich die aktuelle Mitgliederzahl auf 111 belaufe.

Interessant wurde es noch einmal bei den Wahlen zum Vorstand. Ellen Gause (Walsrode) warf für die Position der Sprecherin (Vorsitzende) ihren Hut für weitere zwei Jahre in den Ring. Gegenkandidatinnen gab es nicht, und so wurde sie mit 22 von 26 Stimmen im Amt bestätigt.

Bei den Wahlen zum Sprecher lag die Sache allerdings anders: Auch Amtsinhaber Dr. Peter Ludewig (Gilten) kandidierte erneut für diesen Posten, sah sich jedoch Konkurrenz gegenüber. In einem ersten Wahlgang bekam er zehn von 27 Stimmen, zwei erhielt Jonas Tetzlaff (Hamburg), aber 13 konnte Lennard Lorenzen (Behringen) auf sich vereinigen. In der darauffolgenden Stichwahl machte Lorenzen mit 14 gegenüber zwölf für Ludewig das Rennen. Als weiteres Vorstandsmitglied wurde Schatzmeister Jürgen Hector (Walsrode) mit 26 von 26 Stimmen im Amt bestätigt. Zu Beisitzerinnen und Beisitzern wurden schließlich Gabriela Kutsche, Dr. Hans-Peter Ludewig und Dr. Thomas Kröber gekürt.

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