„Punkt nicht verwässern“

Kreisversammlung von Bündnis 90/Die Grünen: Ökologie bleibt Hauptthema

„Punkt nicht verwässern“

Lang war die Tagesordnung der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Heidekreis von Bündnis 90/Die Grünen nicht: Hauptsächlich diskutierten die Teilnehmer über Grundwerte der Partei und auf Bundesebene verfaßte Leitsätze, deren Inhalte Dr. Hans-Peter Ludewig vorstellte. Einiges davon sei „leider etwas schwammig formuliert“, so der Sprecher, manche Mitglieder bezeichneten diverse Unterpunkte gar als „abgenutzte Worthülsen“. Vieles dürfte gern konkreter gefaßt werden, wünschte sich Ludewig. Und so dauerte das Abarbeiten der Themen bei dem Treffen am vergangenen Mittwoch in Dorfmark dann doch länger, als es die knappe Tagesordnung hatte vermuten lassen.

Das gute Abschneiden der Grünen bei der Europawahl und auch den starken Zulauf besonders bei jungen Wählerschichten führte Ludewig unter anderem auf Folgendes zurück: Im Vergleich zu anderen Parteien, die sich mit ihren Zielen immer mehr der Masse anpaßten, „sind wir die einzige mit einer echten Kernkompetenz: Ökologie. Und wir verteidigen unsere Grundwerte.“ Zu denen zählen die Grünen außerdem „Die Werte, die uns einen“, „Gerechtigkeit“, „Selbstbestimmung“, „Demokratie“, „Frieden“ und „Bündnispartei: Gemeinsam in Vielfalt“.

Bei den genannten Grundwerten der Partei sehe Ludewig das Thema „Ökologie“ immer noch an erster Stelle: „Diesen Punkt sollten wir nicht verwässern.“ Im Gegenteil: Hier müsse nachgebessert und konkretisiert werden, so der Sprecher weiter. Ihm fehlten etwa ein Moratorium für Kernkraftwerke oder die Nutzung fossiler Brennstoffe sowie der verstärkte Ausbau erneuerbarer Energien als fest definierte Ziele, stattdessen enthielten die Leitsätze blumige Formulierungen wie etwa: „Die Natur braucht uns nicht. Wir brauchen sie. Wir haben nur diese eine Erde, in ihrer Schönheit und natürlichen Vielfalt.“ So etwas sei „reines Gelaber“, kritisierte Ludewig.

Das alles sei zwar gut gemeint, schloß sich Dietrich Wiedemann an, „aber zu abstrakt. Wir müssen die Dinge wieder konkreter sehen“, hob der Kreitagsabgeordnete hervor. Einiges sei einfach zu idealistisch verfaßt, Sätze wie „Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt“ erinnerten ihn eher an „Indianerweisheiten“ als an echte politische Ziele.

Ein echtes nannte er sogleich im Anschluß: „Wir müssen den Verzicht auf fossile Brennstoffe forcieren“, denn das Klima heize sich immer weiter auf, so Wiedemann. „Hier ist die Ursache, da die Wirkung, und das kann man dagegen tun - genau das muß Politik machen.“

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