„Sterben ins Leben holen“

Landtagsabgeordnete Pieper besucht Hospizhaus

„Sterben ins Leben holen“

Seit Oktober 2018 gibt es das Hospizhaus Heidekreis in Dorfmark. Zu offiziellen Terminen war die CDU-Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper bereits in der Einrichtung, doch nun besuchte sie im Rahmen ihrer Sommertour das Hospizhaus, um sich im gemeinsamen Gespräch mit den Mitarbeitern ein umfassendes Bild von der Arbeitsweise im Hospiz zu machen. Kurator Hubertus Greiner, Seelsorgerin Almut Eckardt und die stellvertretende Pflegedienstleiterin Alexandra Clausing berichten aus dem Arbeitsalltag. Oberstes Ziel, sei es, die Gäste auf ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten und ihnen ein würdevolles Dasein zu ermöglichen.

Dem Leitsatz folgend „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“, bietet das Hospiz in Dorfmark einen geschützten Ort, an dem Menschen mit fachlich kompetenter und liebevoller Begleitung ihren letzten Lebensweg in Würde gehen können. „Dazu tragen unter anderem das Erfüllen letzter Wünsche, Seelsorge-Angebote, und demnächst auch ehrenamtliche Hospiz-Helferinnen und -helfer der Johanniter bei“, berichtete Eckardt. Was die Wenigsten erwarten, sei, daß in der Einrichtung auch viel gelacht werde. Die höchste Priorität habe der eigene Wille der Gäste „Wir versuchen alles möglich zu machen, was geht“, so die Seelsorgerin. Da wird dann auch mal eine Currywurst mit Pommes von der Lieblings-Imbißbude geholt, wenn ein Patient sich das wünscht.“

Das Hospiz verfügt über acht Betten in Einzelzimmern. Die überschaubare Größe ermöglicht eine familiäre Atmosphäre. Dabei kann die Aufenthaltsdauer von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten betragen. Nach dem Ableben eines Gastes wird im Team entschieden, wann sein Zimmer wieder neu belegt wird. „Wir haben hier eine sehr enge Beziehung zu den Menschen. Da kann man nicht sofort zur Alltagsroutine zurückkehren, sondern benötigt Zeit zum Abschiednehmen“, machte Alexandra Clausing deutlich. Großen Wert legen Vorstand und Mitarbeiter auf das „Wie zu Hause leben“. Deshalb werden stets Familien, Freunde und Angehörige miteinbezogen. Ein Gästezimmer ermöglicht es Angehörigen, zeitweilig mit im Hospiz zu wohnen.

Gudrun Pieper zeigte sich sehr angetan: „Das Haus strahlt sehr viel Ruhe und Geborgenheit aus und vermittelt so ein Gefühl von Heimat.“ Da das Gebäude mitten in der Gemeinde liege, könnten die Patienten auch dem Alltagsleben folgen. Dies bestätigten auch die Mitarbeiterinnen und hoben das gute Verhältnis zu den Nachbarn und zum Heimatverein hervor, der sich ebenfalls in die Arbeit des Hauses einbringt, zuletzt beim Tag der offenen Tür. Auch die Freiwillige Feuerwehr Dorfmark, will das Hospizhaus demnächst mit ehrenamtlicher Arbeit unterstützen.

„Es ist wichtig, daß wir das Sterben mit ins Leben holen, beispielsweise durch Aussegnungen, die in der heutigen Zeit nicht mehr so geläufig sind. Dabei fällt dem Hospizhaus eine entscheidende Rolle zu, denn hier wird signalisiert, daß keiner den letzten Weg alleine gehen muß.“

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