Thema: Mobbing an Schulen

Die Gruppe FDP/Bürgerunion bringt Kreistagsantrag ein.

Thema: Mobbing an Schulen

„Mobbing an Schulen ist ein Thema, nicht zuletzt ausgelöst durch die aktuellen Schlagzeilen“, machte Tanja Kühne (FDP) beim Pressegespräch deutlich, zu dem die Kreistags-Gruppe FDP/Bürger-union nach Dorfmark jüngst eingeladen hatte. Und so habe die Gruppe, ausgehend von einem Antrag, der in den niedersächsischen Landtag eingebracht wurde und derzeitig im Kultusausschuß diskutiert wird, sich entschlossen, den Antrag „Mobbing an Schulen bekämpfen - Anregungen zu gesamtgesellschaftlichem Handeln“ in den Kreistag des Heidekreises einzubringen. Noch lägen keine Zahlen für den Landkreis vor, aber „wir wollen den Stein ins Rollen bringen“, so Klaus Grimkowski-Seiler (Bürgerunion) .

„Ehe etwas passiert“, so Grimkowski-Seiler, wolle die Gruppe im Kreistag aktiv werden. „Prävention ist besser, als wenn die Karre im Dreck steckt“, betonte Tanja Kühne. „Wir wollen nichts heraufbeschwören, aber das Thema schwelt und muß angegangen werden.“ Mobbing habe es schon immer gegeben - doch habe es durch die Möglichkeiten wie Smartphone und Internet eine andere Form angenommen. Statt der direkten Konfrontation auf dem Schulhof finde Mobbing „aus der Entfernung, unsichtbarer statt“.

„Die Opfer leiden immens und werden nicht selten traumatisiert“, formuliert es die Gruppe in ihrem Antrag. „Auch außerhalb der Klassenräume und des Schulhofs setzt sich das Mobbing nicht selten fort und wirkt somit in das private Leben und die Freizeit hinein.“ Für die Opfer werde es zu einer tiefgreidenden, das gesamte Leben bestimmenden Belastung. „Die Zeichen, die Opfer von Mobbing zeigen, fallen höchst individuell und zum Teil diffus aus, so daß es für andere nicht immer leicht ist, sie zu erkennen.“

„Mobbing unter Schülerinnen und Schülern betrifft alle Schulformen und Altersklassen und hat somit eine gesamtgesellschaftliche Dimension“, heißt es in dem Kreistagsantrag, der rechtzeitig zur nächsten Sitzung am Freitag, dem 22. März, eingebracht wurde und dort vermutlich in den Ausschuß weiterverwiesen wird. FDP/Bürgerunion sehen den Landkreis als Schulträger in der Pflicht, aktiv zu werden. „Es gibt Insellösungen an verschiedenen Schulen“, so Kühne, „aber eine Lösung auf Kreis-ebene eben noch nicht.“ Das solle sich baldmöglichst ändern.

Wichtig sei es zunächst, Daten zu erheben. „Etwa neun Prozent aller Jungen und zehn Prozent aller Mädchen in Deutschland sind laut Statistik bereits wiederholt Opfer von Mobbing geworden. Vier Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen vier und 16 Jahren wurden Opfer von Cybermobbing, 18 Prozent sind bereits über das Internet oder das Handy beleidigt worden“, zitiert die Gruppe in ihrem Antrag. Regionale Zahlen lägen allerdings noch nicht vor, und so fordert die Gruppe eine Umfrage an den Schulen „zur Ausgeprägtheit des Themas“.

Zudem müsse die Attraktivität von Beratungslehrerstellen durch mehr Anrechnungsstunden gesteigert werden. Für Schulsozialarbeit und Mobbingprävention sollten an jeder Schule geschützte Räume zur Verfügung stehen. Eine weitere Forderung ist die bessere Kooperation von Schulen und Behörden, „insbesondere der Polizei, des Jugendamtes, der Erziehungsberatungsstelle und der Landesschulbehörde.“ An den Schulen seien einheitliche Anlaufstellen für Eltern betroffener Kinder einzurichten und die Schulen sollten diese den Eltern auch bekanntmachen.

Zudem seien „die Schulen anzuregen, in ihrem Schulprogramm auf die Themen Sozialkompetenz und demokratische Grundwerte einzugehen und beispielsweise in Form von Projekten verstärkt durchzuführen.“ Eltern sollten die Möglichkeit erhalten, „ihre Kompetenzen zu verbessern, um Mobbing vorzubeugen, zu erkennen und ihren Kindern richtig helfen zu können.“

„Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, unterstrich Tanja Kühne. Sie kritisierte ebenso wie Grimkowski-Seiler, daß es im Landkreis Heidekreis noch kein Konzept zum Bereich „Mobbing bekämpfen“ gebe. „Es müssen alle an einen Tisch geholt werden“, so Grimkowski-Seiler, „damit zum Schutz der Jugendlichen etwas dabei herauskommt.“

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