Vögel in Streuobstwiesen

Naturschutzbund lädt zu Vortrag: Ornithologe Uwe Röhrs am 12. November in Dorfmark zu Gast

Vögel in Streuobstwiesen

Auf Einladung des Naturschutzbund (NABU) Heidekreis wird der bekannte Ornithologe Uwe Röhrs am 12. November um 19.30 Uhr im Gasthaus Meding in Dorfmark einen Vortrag zum Thema „Vö­gel in der Streu­obstwiese - Artenspektrum, ökologische Funktion und Schutzmaßnahmen“ halten. Im Mit­telpunkt der etwa einstündigen Präsentation stehen Leitarten wie Steinkauz, Wendehals, Gartenrotschwanz und Grünspecht, die als Indikatoren für die ökologische Wer­tigkeit von Streuobstwiesen dienen. Außerdem werden Maßnahmen zum Schutz des Stein­kauzes und an­derer bedrohter Vogelarten vorgestellt und ein Einblick in die ökologischen Zusammenhänge dieses faszinierenden Lebensraumes gegeben.

„Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gehörten Streuobstwiesen zu den orts- und land­schaftsprägenden Elementen unserer Kulturlandschaft. Sie umgaben und verbanden Dörfer und Städte, waren für die Versorgung der Bevölkerung mit frischem Obst, Most und Dörr­früchten unverzichtbar und hatten zudem eine große soziale und kulturelle Bedeutung“, so der NABU in seiner Mitteilung. „In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts führten neben Straßenbau und Siedlungswesen vor allem Flurbereinigungen und Rodungsprämien zu einem starken Rückgang der Streuobstbestände.“

An die Stelle extensiv genutzter Streuobstwiesen mit ihrer enormen Vielfalt widerstands­fä­higer regionaler Hochstammsorten traten intensiv bewirtschaftete Plantagen, auf denen eine kleine Anzahl an Niedrigstammsorten gepflanzt wurde: „Damit drohte nicht nur ein wertvol­les Kul­turerbe, sondern auch einer der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas zu ver­schwinden: Über 5000 Tier- und Pflanzenarten sind auf den lichten, durch einen kleinräumi­gen Wechsel an besonnten und halbschattigen, trockenen und feuchten Standorten geprägten Streuobst­wiesen zuhause“, so die Mitteilung des NABU.

Und weiter: „Neben Wildkräutern und Gräsern ist die Artenvielfalt vor allem bei In­sekten wie Wildbienen, Hummeln, Wespen, Schmetterlingen und Käfern sowie bei Vögeln besonders groß, die aufgrund des Höhlen- und Totholzreichtums traditioneller Streu­obstbe­stände geeignete Brut- und Nahrungshabitate finden. Dem Schutz, dem Erhalt und der Pflege dieses einzigarten Biotoptyps kommt daher eine besondere Bedeutung zu.“

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