„Wir sind auch auf Spenden angewiesen“

Dorfmark: Verein Hospizhaus Heidekreis stellt seine Aufgaben vor

„Wir sind auch auf Spenden angewiesen“

Inzwischen sind schon fast zwei Jahre vergangen, seit das Hospizhaus Heidekreis in Dorfmark im November 2018 eröffnet wurde. Dabei war es vor allem der Verein Hospizhaus Heidekreis um seinen Vorsitzenden Dr. Sirus Adari, der seit 2013 die wesentliche Vorarbeit geleistet hatte. Um das Projekt am Ende verwirklichen zu können, ging der Verein eine Kooperation mit den Bremer Johannitern ein, die jetzt Träger des Hospizhauses sind. Doch damit ist der Verein keineswegs überflüssig geworden, wie manche meinen mögen: Adari machte das am vergangenen Montag noch einmal ganz deutlich und verwies auf die vielfältigen Aufgaben, zu denen auch das Einwerben von Spenden gehört.

Adari bezeichnet sie nicht als Patienten, sondern als Gäste - jene schwerstkranken und sterbenden Menschen, die im Hospizhaus ihre letzte Wohnung finden. Maximal acht von ihnen finden dort Platz: „Und dieses Angebot wird gut angenommen. Wir haben immer sechs bis acht Gäste“, weiß der Vereinsvorsitzende. Und die kommen zu 16,59 Prozent von der Palliativstation des Heidekreis-Klinikums in Walsrode, zu 14,22 von der des Rotenburger Krankenhauses, zu 15 aus Celle und zu 15,8 Prozent aus weiteren Krankenhäusern von Göttingen bis Eppendorf. Darüber hinaus sind es aber auch Diakonieeinrichtungen und Familien, die sich an das Hospizhaus wenden.

15 Personen gehören zum Team, das sich um die Gäste kümmert, während die Palliativmediziner Adari und Dr. Albrecht Werner die medizinische Behandlung übernehmen: „Wenn unsere Gäste drei bis vier Tage hier sind blühen sie richtig auf und nehmen am Leben hier teil. Diesen Leuten zur Seite zu stehen und ihnen eine ganzheitliche Betreuung anzubieten - das ist Hospizaufgabe. Aber auch die Betreuung der Angehörigen ist wichtig“, betont Adari. Damit, so Werner, sei das Hospizhaus wichtiger Teil des Netzwerks zur palliativmedizinischen, hospizlichen Versorgung im Heidekreis, zu dem zahlreiche Einrichtungen von der HKK-Palliativstation über ambulante Hospizdienste bis hin zu psychosozialen Beratungsstellen gehören: „Der Fall eines jeden Patienten ist anders. Manche brauchen kein Hospizhaus, andere wiederum können mit ambulanter Hilfe nicht ausreichend betreut werden. Dafür gibt es die Palliativstation und das Hospizhaus.“

Dazu Landrat Manfred Ostermann, der im Vereinsvorstand sitzt: „All diese Einrichtungen ergänzen sich. Und Stimmen, die meinten, wir brauchten kein Hospiz, lagen ganz offensichtlich falsch. Ich bin glücklich über die Entwicklung des Hauses.“

Und dabei spielt der gemeinnützige Verein Hospizhaus Heidekreis mit seinen rund 80 Mitgliedern nach wie vor eine wichtige Rolle: „Seine Aufgabe ist die regionale Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit für das Hospiz, die Förderung ehrenamtlicher Mithilfe, die Mitarbeit im Kuratorium des Hospizes und die aktive Werbung für die Stiftung ‚Hospizhaus Heidekreis‘“, so Adari. Das heißt auch, dass sich der Verein um die Einwerbung von Spenden kümmert, denn, so der Vorsitzende: „Den Aufenthalt im Hospizhaus zahlt zu 95 Prozent die Krankenkasse. Die verbleibenden fünf Prozent müssen die Johanniter als Betreiber aufbringen. Deshalb sind wir auf Spenden angewiesen.“ Der Verein sei bei dieser Akquise von Geldern sehr erfolgreich, so Oster­mann, „erfolgreicher als die Johanniter, denn die sind in Bremen und damit weit weg. Allein schon deshalb könnte sich der Verein nicht auflösen. Außerdem vertritt er die Interessen der Bürgerinnen und Bürger des Heidekreises in den Gremien der Johanniter. Gäbe es ihn nicht, wäre alles viel schwieriger.“ Und auch Werner meint: „Die Vereinsauflösung sollte vom Tisch sein. Dies ist ein Förderverein - und der fördert alle Dinge, die in diesem Bereich nötig sind.“

Um dafür die entsprechenden Mittel beisteuern zu können, wirbt der Verein Hospizhaus Heidekreis um weitere Spenderinnen und Spender: „Wir appellieren deshalb an Privatleute und öffentliche In­stitutionen, aber auch an die Kommunen, uns finanziell zu unterstützen. Wir sind dringend auf Spenden angewiesen“, unterstreicht Adari.

Daneben gibt es aber noch einen weiteren Punkt, auf den Werner aufmerksam macht: „Dr. Adari und ich sind Rentner - und wir sind damit nicht die Zukunft. Perspektivisch müssen wir uns also nach einer Ablösung umsehen. Nötig wären etwa zwei bis drei Ärztinnen oder Ärzte mit je einer halben bis zweidrittel Stelle. Wir haben schon versucht, Leute zu finden - es ist uns allerdings bisher nicht geglückt.“

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