Kuhstall wird „Ku(h)nststall“

Steffi Klymant feiert Eröffnung ihres neuen Ateliers nach Komplettumbau / Besichtigung der Räumlichkeiten in Düshorn am 14. August ab 14 Uhr

Kuhstall wird „Ku(h)nststall“

Malen ist ihre Passion - normalerweise Bilder, hier brauchen aber die Wände einen neuen Anstrich. Doch einige Eimer Farbe reichten für die Renovierung des neuen Ateliers von Stefanie „Steffi“ Klymant nicht aus, hier schufteten die Künstlerin und ihr Mann Axel zusammen mit den Helfern gut zwei Jahre lang. Zusammen machten sie einen alten Kuhstall zum „Ku(h)nststall“. Der feiert jetzt Eröffnung: Am 14. August ab 14 Uhr können sich Besucher ein Bild der neuen Räumlichkeiten von „Steffi‘s Art“ machen. Vom alten Standort in Stübeckshorn zog die Künstlerin nach Düshorn: Ellinghausen 1 lautet die neue Adresse.

Da das alte Atelier „Steffi‘s Art“ in Stübeckshorn aus allen Nähten platzte und dort keine Erweiterung möglich war, reifte bei der Künstlerin und ihrem Mann schon vor einiger Zeit der Plan, noch einmal ganz von vorne anzufangen. Durch einen großen Zufall fanden beide eine neue Heimat - den „Höllershof“ in Ellinghausen bei Düshorn. „Als Forstwirtschaftsmeister ging Axel das Herz auf, als er den alten Eichenbestand auf dem Hof gesehen hatte“, erinnert sich Steffi Klymant, die sich wiederum sofort in das Haus verliebt habe. Ein Hof im Dornröschenschlaf, den die beiden wieder nach und nach wachküssen: „Hier lebte die alte Dame - Frau Elfriede - ganz allein in drei Zimmern und die obere Etage wurde gar nicht mehr benutzt. Dort hätte man sofort einen historischen Film drehen können, denn es war noch alles eingerichtet. Die Betten waren noch bezogen sogar eine alte Wärmflasche kam zum Vorschein“, so die die Künstlerin, die einige der Sachen aufgemöbelt hat und die jetzt im ihrem neuen Atelier zu finden sind.

Die Hofstelle wurde 1520 von Johan van Hollege gegründet. Aus dem Namen Hollege wurde Holge, dann Holler und aus Holler wurde Höller - der „Höllershof“. „Weil das Land unten an der natürlichen Quelle zu nass war, baute man die Scheune 1912 beziehungsweise das Wohnhaus mit angrenzendem Kuhstall 1923 weiter oben wieder auf“, so Klymant. Dass damals auch schon nachhaltig gebaut wurde, erlebten die Künstlerin und ihr Mann bei den aufwendigen Renovierungsarbeiten, denn alte, freigelegte Balken hatten vorher schon eine andere Verwendung. Zweieinhalb Jahre dauern die Instandsetzungsarbeiten jetzt an: „Es gab noch weitere Gebäude, die im Laufe der Zeit abgerissen wurden - wir kennen das nur noch von Fotos. Dass das ein Marathon und kein Sprint werden würde, war uns voll bewusst. Und auch die nächsten zwei Jahre wird keine Langeweile aufkommen, denn es gibt noch viel zu tun. Die Scheune muss noch repariert, Zäune aufgestellt und der verwilderte Obstgarten noch freigegeschnitten werden“, plant das Paar.

Im Mai 2020 begannen sie mit dem Ausbau des alten Kuhstalles - er wurde zum „Ku(h)nststall“: „Wenn man das so fertig sieht, kann man sich gar nicht vorstellen, wie viele Handgriffe nötig waren! Ich dachte einst, da mal ich mir die Wände weiß, lass mir ein Klo einbauen und stelle eine Kaffeemaschine und die Staffeleien hin - weit gefehlt, es ist irgendwie ein Haus im Haus geworden. Wir hatten natürlich auch Hilfe regionaler Firmen, aber ein ganz großer Teil musste in Eigenleistung erbracht werden, sonst hätte das den Rahmen gesprengt“, fasst die Künstlerin zusammen. Auch Familie und Freunde seien jederzeit zur Stelle gewesen, „und auch die Nachbarschaft und überhaupt das ganze Dorf hat Anteil genommen, alle waren sehr hilfsbereit“, freut sich das Paar über den Zuspruch.

„Beim Kauf wussten wir nicht, dass unser Haus vom Amt für regionale Landesentwicklung als ‚über die Maße hinaus erhaltungswürdig‘ eingestuft wurde und wir einen Förderantrag für ‚Dorferneuerung‘ stellen konnten. Dieser wurde bewilligt, weil der ‚Ku(h)nststall‘ ein tolles Konzept und schön für die Region und das Dorfleben ist“, so Klymant.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Künstlerin unter www.steffisart.de.

Logo