Fotorealismus

Joachim Garski stellt Bilder aus

Fotorealismus

„Dat lütje Kaffeehus“ in Elferdingen, idyllisch gelegen zwischen Bad Fallingbostel und Bomlitz, präsentiert bis zum 29. September jeweils freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr eine Bilderausstellung von Joachim Garski aus Visselhövede. Zu sehen sind 29 Zeichnungen von Blumen, Blüten, Früchten, Gebäuden, Stillleben, Landschaften und Porträts bekannter Persönlichkeiten sowie Abbildungen alter, rostiger Gegenstände und verlassener Orte, sogenannter „lost places“, die von Garski in den vergangenen fünf Jahren im fotorealistischen Stil gezeichnet worden sind. Den Besucher erwarten Buntstiftzeichnungen, die überwiegend im Format 30 x 40 angefertigt wurden. Sie stammen aus den Jahren 2014 bis 2019. Der pensionierte Realschullehrer zeigt vorwiegend neue Arbeiten der vergangenen zwei Jahre, die ergänzt werden durch einige Zeichnungen verschiedener Genres früherer Jahre. Einen ersten Einblick können Interessierte auf der Homepage »buntstiftzeichnungen.com« bekommen.

Die Buntstiftzeichnungen beeindrucken durch Detailgenauigkeit und eine natürliche Farbgestaltung, wenngleich bei einigen Naturstudien das fotorealistische Grundprinzip zuweilen durchbrochen wird und Anklänge einer kubistischen Darstellungsform spürbar sind. Insbesondere die Darstellung alter, verrosteter Gegenstände mit ihren unkontrollierbaren Farbverläufen rostiger Ablaufspuren und abgeblätterter Farben haben es dem früheren Realschullehrer angetan. Verfallenes Gemäuer verlassener Orte und Gebäude sind Zeugen dafür, dass einstmals Menschen dort wohnten, sich wohl fühlten, aber auch litten. Das Leben hinterließ an solchen »lost places« lebendige Spuren; das einzufangen, ist Absicht seiner bildnerischen Arbeiten. Garski will nicht falsch verstanden werden, nicht der nostalgische Wunsch, vergangene Zeiten wieder herbeizusehnen, ist sein Anliegen, sondern der Versuch, die Vergangenheit mit ihrer Faszination nicht vergessen zu lassen.Garski arbeitet fotorealistisch und versucht, durch realistische Farb- und Formgebung die Gegenstände oder Situationen abzubilden und einzufangen. Ausgangspunkt seiner Arbeit ist immer ein Foto, das in technischer wie in bildnerischer Aussage verdient, gezeichnet zu werden. Die Auswahl eines geeigneten Fotos ist deshalb wichtig, der Rest ist mehr oder weniger Handwerk und Erfahrung.

„Da spielt schon mal bei der Auswahl eines Fotos das Bauchgefühl eine nicht zu unterschätzende Rolle“, so Garski. Die akribische Arbeitsweise und das Streben nach realistischer Darstellung erfordert viel Zeit. Er arbeitet im Schnitt drei bis vier Wochen an einer Zeichnung, wenngleich nicht täglich und auch nicht acht Stunden am Stück, »denn außer Zeichnen gibt es viele andere lebenswerte Dinge und auch Pflichten, die ihre Zeit brauchen. Da kommen schon mal 50 Stunden insgesamt zusammen, die ich nicht in Rechnung stellen kann und will. Für mich ist der Schaffensprozess wichtiger, weil mir das Zeichnen an sich Freude und Erfüllung verschafft und von mir nicht als mühsame Arbeit empfunden wird.“

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