Hohe Förderung für „KlimaFarming“

Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast übergibt Bescheid über stattliche Summe: Zukunftsprojekt erhält 940.000 Euro

Hohe Förderung für „KlimaFarming“

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast startete am vergangenen Mittwoch auf der Auftaktveranstaltung auf dem Eggershof in Ellingen das dreijährige Verbundvorhaben mit dem Namen „KLiFa - KlimaFarming“. In dem werden in zehn Praxisbetrieben in Niedersachsen nachhaltige klimaschonende Anbaukonzepte erprobt - unter anderem, um eine humusfördernde Bodenbewirtschaftung zu demonstrieren. Ziel ist auch die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle zur Honorierung der Klimaleistung. Die Landwirtschaftsministerin hatte für ihren Besuch im Heidekreis etwas Großes im Gepäck: „Angesichts der aktuellen Trockenheit hätte ich gern Regen mitgebracht“, schmunzelte Barbara Otte-Kinast, „doch ich komme nicht mit leeren Händen.“ Die Summe von fast einer Million (genau: 940.173,97) Euro stand auf dem großen symbolischen Scheck, den die Ministerin für die Unterstützung des Projekts an die Beteiligten überreichte.

„Ich freue mich, dass wir 940.000 Euro für dieses Zukunftsprojekt zur Verfügung stellen können. Der Klimawandel ist längst da und mit ihm die Herausforderungen für die Landwirtschaft. ‚KlimaFarming‘ findet Antworten, die wir so dringend brauchen. Vielen Dank an die Projektbeteiligten für ihr Engagement“, betonte die Ministerin bei der Übergabe des Förderbescheides. Und weiter: „Mit dem ‚KlimaFarming‘-Projekt sollen Handlungsempfehlungen für unsere Landwirte abgeleitet werden, um den langfristigen Humusaufbau im Boden zu fördern und damit Kohlenstoff im Boden zu speichern. Ganz im Sinne der Niedersächsischen Ackerbau- und Grünlandstrategie und im Einklang mit dem Niedersächsischen Weg leistet die Landwirtschaft mit solchen Bewirtschaftungssystemen einen Beitrag zur Biodiversität und zum Humusaufbau.“

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch das Institut für Bodenkunde der Leibniz Universität Hannover. Die Koordination übernimmt das „3N Kompetenzzentrum - Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie“ als Projektträger. Auch die Beteiligten von „3N“ - das Kompetenzzentrum ist seit 2016 mit einem Büro in Bad Fallingbostel im Heidekreis vertreten - waren bei der Auftaktveranstaltung in Ellingen vor den Toren Soltaus natürlich dabei.

Ebenso machte sich Landrat Jens Grote bei dem Treffen ein Bild von dem Vorhaben: „Ich bin hocherfreut, dass gleich zwei Modellbetriebe aus dem Heidekreis bei diesem Leuchtturmprojekt dabei sind und von unserem gemeinsamen 3N Büro im Heidekreis unterstützt werden“, so Grote. „Gerade hier im Heidekreis zeigen sich auf unseren leichten Ackerstandorten die Auswirkungen von langer Trockenheit, wie wir es gerade sehen, besonders deutlich und erfordern vermehrt klimaschonende und klimaresiliente Anbausysteme.“

„Anhaltende Trockenperioden, zunehmende Dürreschäden oder häufigere Starkregen- und Unwetterereignisse führen es uns vor Augen: Klimawandel und Klimaschutz stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen, bieten aber auch Lösungsansätze, wie die beteiligten Praxisbetriebe aus den verschiedenen Regionen Niedersachsens zeigen wollen“, erläuterte Projektleiter Dr. Ernst Kürsten von „3N“ die Ziele des Vorhabens. Erprobt werden daher alternative Anbausysteme unter Einbindung nachwachsender Rohstoffe und spezielle Verfahren im Landbau, die betriebsspezifisch und Standort angepasst sind. „Der Humusaufbau und die ‚C-Fixierung‘ sind langjährige Prozesse, die mehrjährige Anbauumstellungen voraussetzen, so sind auch Betriebe eingebunden, die bereits über langjährige Erfahrungen bei der pfluglosen Bodenbearbeitung oder bei humusfördernden Dünge-und Anbausystemen verfügen“, erklärte der Experte.

„An der Einführung und Erprobung neuer agroforstlicher Landnutzungssysteme sind zwei Praxisbetriebe beteiligt, auch mehrjährige Dauerkulturen und vielseitige Fruchtfolgen werden hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Bodenhumus und das Bodenleben im Vergleich zur konventionellen Bewirtschaftung beprobt“, erläuterte Professor Georg Guggenberger von der Leibniz Universität Hannover.

Anschließend wurden der Fasernesselanbau des Betriebes Claas von Frielingen, einem der Modellbetriebe im Heidekreis besichtigt: Hier werden Naturfasern im Vertragsanbau für diverse technische und textile Anwendungen erzeugt. „Nachhaltigkeit und Bioökonomie werden bei uns vor Ort umgesetzt“, erläuterte der Betriebsleiter.

Gefördert wird das dreijährige Projekt vom Land Niedersachsen im Rahmen des Maßnahmenpakets „Stadt.Land.ZUKUNFT.“.

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