A 7 stundenlang gesperrt

Rund 28 Hektar Wald in Flammen / Wochenendhausgebiet evakuiert

A 7 stundenlang gesperrt

Ein Waldbrand an der Autobahn 7 hat am Mittwoch, den 12. August, verheerende Folgen und einen stundenlangen Stau verursacht. Aus zunächst nicht geklärter Ursache, so Thomas Klamet, stellvertretender Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Heidekreis, Abschnitt Süd, geriet gegen 17 Uhr zwischen der Anschlusstelle Westenholz und der Raststätte Allertal die an die A 7 grenzende Böschung in Brand.

Wie Polizeisprecherin Eva Peukert berichtete, hatten Verkehrsteilnehmer am Mittwoch um 17.10 Uhr einen Böschungsbrand in Fahrtrichtung Hannover gemeldet. Als die Einsatzkräfte der Feuerwehren Krelingen, Hodenhagen und Bad Fallingbostel eintrafen, stand, wie Klamet erklärte, der Böschungsstreifen auf einer Länge von etwa 1,4 Kilometern in Flammen. Starker Wind habe das Feuer in ein nahegelegenes Waldstück getrieben, das - bei anhaltender Trockenheit und der bestehenden Waldbrandstufe 4 - sehr zügig in Brand geraten sei: „Das Feuer breitete sich zirka zweihundert Meter weit in den Wald aus, ehe es von der Feuerwehr gestoppt werden konnte.“ Insgesamt sei eine Fläche von rund 28 Hektar vom Feuer betroffen. Das großflächige Übergreifen auf eine Heidelbeerplantage konnte die Feuerwehr verhindern.

Unter Wahrung des Grundschutzes in den Ortschaften, wurden für die Löscharbeiten „nahezu alle wasserführenden Feuerwehrfahrzeuge aus der Umgebung alarmiert“, so Klamet. Der Flugdienst des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen und ein Polizeihubschrauber lieferten wertvolle Erkenntnisse über die Ausbreitung des Feuers. Wegen der starken Rauchentwicklung wurde ein nahegelegenes Wochenendhausgebiet vorübergehend evakuiert.

Das für die Brandbekämpfung benötigte Wasser wurde mit Tanklöschfahrzeugen im Pendelverkehr zur Einsatzstelle gebracht, außerdem wurde eine rund drei Kilometer lange Schlauchleitung zur Aller verlegt. „Die Arbeiten für die Einsatzkräfte bei Außentemperaturen um die 30 Grad sind körperlich stark belastend, da in Bereichen mit dichter Rauchentwicklung Atemluftfilter getragen werden müssen“, erläutert Klamet. Daher seien die Kräfte regelmäßig durchgetauscht und Einheiten ausgetauscht worden. Vorsorglich waren auch zwei Rettungswagen der Johanniter Unfallhilfe aus Schwarmstedt vor Ort, mussten aber glücklicherweise nicht tätig werden.

Um genügend Kräfte vor Ort zu haben, wurden Teileinheiten der Kreisfeuerwehrbereitschaften des Heidekreises und der Bundeswehrfeuerwehr des Truppenübungsplatzes Bergen alarmiert. Zudem wurden durch Einsatzleiter Thomas Ruß, Kreisbrandmeister des Heidekreises, auch Teileinheiten aus den Landkreisen Harburg, Celle, Lüneburg, Uelzen, Rotenburg sowie der Region Hannover eingesetzt. „Ebenfalls unterstützten mehrere ortsansässige Landwirte die Löscharbeiten mit ihren Güllefässern, gefüllt mit Wasser“, hob Klamet hervor. Der zuständige Regierungsbrandmeister Uwe Quante machte sich vor Ort ein Bild der Lage. „Insgesamt werden bis zum Donnerstagmorgen zirka 500 Einsatzkräfte vor Ort gewesen sein“, so Klamet. Fachleute der Forst sowie der zuständige Waldbrandbeauftragte unterstützten die Löscharbeiten mit ihrer Expertise und organisierten auch ein Holzerntegerät „Harvester“.

Gegen Mitternacht war das Feuer weitgehend unter Kontrolle. Am Donnerstag standen noch Nachlöscharbeiten an, wobei der Boden manuell aufgelockert werden musste, um tiefliegende Glutnester zu erreichen. Neben hangeführten Wärmebildkameras kam auch eine Drohne zum Einsatz. Die Versorgung der Einsatzkräfte mit Mahlzeiten und Trinkwasser hat der Fachzug Logistik der Kreisfeuerwehrbereitschaft Heidekreis Süd sichergestellt. Kraftstoff für die Einsatzfahrzeuge kam von der Tankstelle auf der Rastanlage Allertal.

Die A 7 wurde bei Westenholz am Mittwoch zunächst in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt. Während die Vollsperrung in Richtung Norden noch in der Nacht wieder aufgehoben werden konnte, blieb die Fahrbahn in Richtung Hannover gesperrt und konnte erst am frühen Donnerstagnachmittag freigegeben werden. Der Verkehr wurde weiträumig umgeleitet. Die in der Nacht vor der Sperrung verharrenden Verkehrsteilnehmer wurden durch Hilfskräfte der Johanniter verpflegt. Ab 19.30 Uhr begann die Polizei, die festsitzenden Pkw-Fahrer aus dem Stau herauszuführen, indem die Fahrzeuge auf der Autobahn wendeten und entgegen der Fahrtrichtung zur Anschlussstelle Westenholz geleitet wurden. Die Schwer- und Lastfahrzeuge konnten erst am Morgen ab 6.30 Uhr an der Brandstelle vorbeigeführt werden. „Im Stau bedurften in der Nacht zwei Personen medizinische Hilfe, auf Grund gegebener Vorerkrankungen“, so Peukert. „Sie wurden notfallmedizinisch versorgt. Eine Person wurde kurz vor Mitternacht vorsorglich mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.“

Am Stauende in Höhe des Walsroder Dreiecks kam es gegen 23.45 Uhr zu einem schweren Verkehrsunfall. Der 40jährige Fahrer eines französischen Pkw fuhr auf das Wohnmobil eines 63 Jahre alten Mannes aus Hannoversch Münden auf. Der Unfallverursacher erlitt schwere Verletzungen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert.

Wie die Feuerwehr am Donnerstagabend mitteilte, konnte der Kräfteansatz zu Beginn des Abends deutlich zurückgefahren werden, da das Feuer weitestgehend erloschen war. Nach Angaben von Einsatzleiter Thilo Scheidler, stellvertretender Gemeindebrandmeister Samtgemeinde Schwarmstedt, „sind die Kräfte trotz Hitze und schwerer Arbeit stets motiviert gewesen und haben einander unterstützt wo es nötig war.“ Über die Nacht blieben noch zwei Feuerwehren aus der Samtgemeinde Schwarmstedt vor Ort, hielten Brandwache, um aufkeimende Glutnester abzulöschen. Alle überregionalen Kräfte konnten aus dem Einsatz entlassen werden.

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