Luftbrücke: „Symbol der Verbundenheit“

Der „Tag der Bundeswehr“ in Faßberg im Zeichen der legendären Luftbrücke

Luftbrücke: „Symbol der Verbundenheit“

Es war ein ganz besonderer „Tag der Bundeswehr“ in Faßberg, stand dieser doch im Zeichen der Feierlichkeiten zum „70jährigen“ der legendären Luftbrücke Berlin. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bezeichnete am vergangenen Samstag die Versorgung WestBerlins aus der Luft als „große Hilfeleistung der Alliierten“: Es sei „ein Symbol der Verbundenheit“, daß aus ehemaligen Kriegsgegnern Verbündete geworden seien, betonte die Ministerin. Einige der Maschinen, mit denen die Piloten die Westberliner vor sieben Jahrzehnten aus der Luft mit Kohle und Lebensmitteln versorgten, waren zur Erinnerung an die damalige Leistung nach Faßberg geflogen und auf dem Veranstaltungsgelände zu bestaunen. Die im Volksmund „Rosinenbomber“ genannten DC-3-Propellermaschinen mit Namen wie „D Day Doll“, „Miss Virginia“ oder „Placid Lassie“ waren äußerst beliebte Fotomotive.

Von Juni 1948 bis Mitte Mai 1949 versorgten die Alliierten die rund zwei Millionen Einwohner West-Berlins mit Lebensmitteln und Hilfsgütern. Insgesamt absolvierten die Piloten damals fast 280.000 Flüge. „Die ‚Rosinenbomber‘ waren eine gigantische logistische Meisterleistung, aber auch ein Zeichen, das der ganzen Welt gezeigt hat: West-Berlin bleibt frei“, betonte von der Leyen in ihrer Rede.

Im Rahmen der Veranstaltung sprach sie auch mit dem ehemaligen „Rosinenbomber“-Piloten Gail Halvorsen. Der heute 98jährige US-Amerikaner hatte während der Blockade Westberlins durch die Sowjets die Idee, Süßigkeiten an kleinen Fallschirmen zu befestigen und für Kinder abzuwerfen. Damit war er der erste „candy bomber“. Wenn auch in deutlich kleineren Dimensionen als bei der Luftbrücke, so war auch die Organisation des Tages der Bundeswehr, der sich, wie erwartet, als Publikumsmagnet erwies, eine logistische Meisterleistung. So wurde der Ort Faßberg nahezu „dichtgemacht“, und um den Fliegerhorst herum waren mehrere große Parkplätze ausgewiesen. Um die 80 Busse brachten die Besucher zum Veranstaltungsgelände und wieder zurück zu ihren Fahrzeugen. Mehrere Zehntausend Besucher waren auf dem Gelände unterwegs und erlebten unter dem Motto „Willkommen Neugier“ ein abwechslungsreiches Programm. Auf reges Interesse stießen dabei natürlich die Flugvorführungen. Vom Eurofighter-Düsenjet über Transporthubschrauber bis hin zum Kampfhubschrauber Tiger waren die verschiedensten Luftfahrzeuge in Aktion zu sehen. Ein Highlight war der so noch nie zuvor gezeigte „Generationenflug“: Das moderne Transportflugzeug A400M, sein Vorgänger C-160 Transall und ein „Rosinenbomber“ flogen dicht an dicht in rund 300 Metern Höhe am Publikum vorbei. Dabei mußte der Pilot der A400M alle „Bremsmöglichkeiten“ ausschöpfen, während der „Rosinenbomber“ mit voller Leistung flog, um überhaupt mithalten zu können. Während derartige Flugmanöver und auch die Vorführungen wie zum Beispiel eine simulierte Deichrettung reibungslos abliefen, gab es am Boden eine Panne: von der Leyen mußte ihre Rede auf der großen Bühne nach einigen Minuten abbrechen, da ein Stromausfall die Lautsprecheranlage außer Gefecht gesetzt hatte und somit auch die Live-Übertragung zu den anderen „Tag der Bundeswehr“-Standorten abrupt endete. Die große Leinwand blieb schwarz, die Verteidigungsministerin war nicht mehr zu hören. Somit händigte sie auf der Bühne aktiven und ehemaligen Soldaten schneller als geplant erstmalig das Veteranenabzeichen aus. Die Ministerin hatte im November vergangenen Jahres eine mit Bundeswehrverband und Reservistenverband abgestimmte Definition des Begriffs Veteran erlassen: Veteranin oder Veteran der Bundeswehr ist demnach, „wer als Soldatin oder Soldat der Bundeswehr im aktiven Dienst steht oder aus diesem Dienstverhältnis ehrenhaft ausgeschieden ist, also den Dienstgrad nicht verloren hat.“

Vor dem Tonausfall hatte Ministerin von der Leyen in ihrer Rede das Engagement der Soldatinnen und Soldaten bei weltweiten Einsätzen „von Afghanistan über den Irak bis nach Mali“ gewürdigt. Standortältester Oberst Georg von Harling war mit dem Verlauf der Veranstaltung zufrieden: „Heute hat sich die Bundeswehr hier am Standort Faßberg in ihrer außergewöhnlichen Vielfalt präsentiert. Ich bin sehr stolz auf alle Kameradinnen und Kameraden, die diesen Tag mit Engagement und Tatkraft erst möglich gemacht haben. Über den Tag hinweg konnte ich in viele begeisterte Gesichter unserer Besucher blicken und mich von der tollen Leistung meiner Soldatinnen und Soldaten überzeugen.“

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