Neues vom Hindukusch

NH90 im Einsatz / Training mit den internationalen Partnern

Neues vom Hindukusch

Seit Anfang 2015 beteiligt sich Deutschland am NATO-Einsatz „Resolute Support“ (RS) in Afghanistan zur Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte bei der Stabilisierung des Landes. Zum Ende des Jahres 2020 haben die NH90-Hubschrauber den von der Luftwaffe betriebenen Transporthubschrauber CH-53 durchgeführten Auftrag erfolgreich übernommen. Über „Neues vom Hindukusch“ berichtet jetzt das Transporthubschrauberregiment 10 „Lünebruger Heide“ aus Fassberg in einer Mitteilung.

„Neben dem Hauptauftrag des qualifizierten Patientenlufttransportes (FAE - Forward Aeromedical Evacuation) stemmen rund 150 Soldaten des Einsatzgeschwaders ‚Airwing‘ auch den geschützten Lufttransport von Personal und Material sowie die Rückführung von isoliertem Personal (‚Personal Recovery‘). Als fester Bestandteil bei den Missionen immer dabei ist die Aufklärungsdrohne ‚HERON 1‘. Durch diese wird eine großflächige Überwachung der Umgebung ermöglicht und somit rechtzeitig vor einer Feindannäherung gewarnt. Hinsichtlich der aktuellen Lage in Afghanistan, ist sie ein unverzichtbares Aufklärungsmittel“, so die Mitteilung. Eine der drei Drohnen habe jüngst kontrolliert 40 Kilometer östlich von Masar-i Scharif in der Wüste auf Grund eines technischen Defekts notlanden müssen: „Diese wurde nach der Bergung sensitiven Materials vor Ort zerstört. Dazu wurden durch die NH90 Hubschrauber, Sicherungskräfte und Techniker zur Notlandeposition gebracht, da schnell und effektiv auf diesen Zwischenfall reagiert werden musste.“

Teil der Aufgaben vor Ort sei für die Kräfte aus Fassberg ebenso das Training mit den internationalen Partnern: „Auch wenn hier jeder seinen Job für die einzelnen Aufträge beherrscht, so gilt es doch die Feinheiten auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Denn wie so oft in den Einsätzen der Bundeswehr besteht das Einsatzgeschwader neben Soldaten des Transporthubschrauberregiments 10 ‚Lüneburger Heide‘ auch aus vielen weiteren Einheiten des Heeres und der Luftwaffe, die seit Jahren ihren Auftrag in Afghanistan erfüllen.“

Umso erfreulicher sei es, dass alle sechs vor Ort befindlichen NH90 Hubschrauber eine geringe Ausfallrate aufwiesen - dank des effizienten technischen Supports: „Als eine Besonderheit dieses Einsatzes ist erwähnenswert, dass der sechste NH90-Hubschrauber als Instandsetzungsreserve vorgesehen ist. An diesem NH90-Hubschrauber werden über den gesamten Einsatzzeitraum nahezu alle relevanten Inspektionen durchgeführt. Der technische Support wird durch das hier vor Ort befindliche Personal geleistet. Damit wird der aufwendige Austausch eines NH90 Hubschraubers aus dem In- ins Ausland stark reduziert. Erste Erfahrungen zeigen, dass durch diese reibungslose und schnelle durchgeführten Inspektionen ein NH90 Hubschrauber sehr viel schneller seine Einsatzbereitschaft wieder einnehmen kann“, so die Mitteilung des Transporthubschrauberregiments.

Deren Mitglieder freuen sich über die geringe Ausfall-Rate der NH90 Hubschrauber. Das hebe die gegenwärtige Stimmung der Soldatinnen und Soldaten - ebenso wie so manch besonderes Erlebnis: „Auch wenn der Alltag durch eine gewisse Routine mit Bereitschaften und Trainings geprägt ist, gibt es hin und wieder besondere Momente, die man nicht so schnell vergessen wird. Wie zum Beispiel der Flug über den Hindukusch nach Kabul. Ein beeindruckendes Erlebnis, wenn dieses gewaltige Bergmassiv unter den NH90-Hubschraubern langsam hindurchzieht. Um sicher über die Berge und Wolken zu kommen sowie aus der Reichweite feindlicher Waffen zu bleiben, mussten die NH90-Hubschrauber in einer Höhe von rund 4.600 Metern fliegen. Die sauerstoffarme Luft in dieser Höhe macht die Verwendung von Sauerstoffzusatzversorgungsgeräten unerlässlich.“

Nach der erfolgreichen Überquerung des Hindukusch eröffnete sich den Piloten ein weites Hochplateau und der Blick auf den amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Bagram bevor am Horizont schon die Stadt Kabul mit ihren Ausläufern erschien: „Das Abschlusshighlight und eine gewisse Herausforderung war die Landung im Stadtzentrum von Kabul, in der sich das Hauptquartier der NATO für den Einsatz Resolute Support befindet.“

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