Rückkehr der Rosinenbomber

In Faßberg stehen im Juni wichtige Veranstaltungen auf dem Programm: Eine Luftbrücken-Gedenkfeier und der „Tag der Bundeswehr“.

Rückkehr der Rosinenbomber

Rückkehr der „Rosinenbomber“: Ereignisreiche Tage in Faßberg werfen ihre Schatten voraus. So jährt sich das Ende der Luftbrücke Faßberg - Berlin zum 70. Mal - und das soll am 14. Juni auf dem Platz der Luftbrücke in der Gemeinde mit einer Gedenkveranstaltung angemessen gefeiert werden. Zudem steht im Rahmen des „Tages der Bundeswehr“ am 15. Juni eine Großveranstaltung auf dem Programm, zu der bis zu 60.000 Besucher erwartet werden. Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat sich angekündigt und wird eine Rede halten. Freunde historischer Flugzeuge dürften mit der Zunge schnalzen, denn mehr als 30 Maschinen des Typs DC-3 und DC-4 werden nach Faßberg fliegen und auf dem Fliegerhorst landen. Über den Stand der Planungen informierten am vergangenen Dienstag Oberst Georg von Harling, Kommandeur der Technischen Schule der Luftwaffe und Standortältester Faßberg, sowie Oberst Olaf Bölting, Kommandeur des Transporthubschrauberregiments 10.

Zu dieser Info-Veranstaltung hatte das Technische Ausbildungszentrum der Luftwaffe neben Pressevertretern auch Repräsentanten der umliegenden Landkreise, Städte und Gemeinden eingeladen, die somit Infos aus erster Hand bekamen. „Vor rund einem Jahr haben wir mit den Planungen begonnen“, berichtete von Harling. Auch er freut sich besonders auf die Rückkehr der „Rosinenbomber“, auf die DC-3 und DC-4, die überwiegend in Privatbesitz sind. Die Maschinen fliegen am 12. Juni in der Zeit von 10 bis 16 Uhr ein. Mehrere davon werden beim „Tag der Bundeswehr“ auf dem Veranstaltungsgelände ausgestellt. „Das allein wird schon ein tolles Bild“, so der Standortälteste. Apropos Bild: Es gibt eine Vielzahl begeisterter Fotographen, die leidenschaftlich gern Luftfahrzeuge in Aktion in den Fokus ihrer Teleobjektive nehmen. Damit diese zu ihrem Recht kommen, organisiert das Team um die zuständigen Projektoffiziere wieder einen sogenannten „Spotterday“, der am 13. Juni von 10 bis 16 Uhr auf dem Plan steht. Angemeldete Luftfahrzeug-Enthusiasten dürfen sich die Generalprobe der „Tag der Bundeswehr“-Flugshow anschauen und können „knipsen“, was die Chipkarten in ihren Kameras hergeben. Auf diese Weise läuft alles in geregelten Bahnen. 1.000 Interessierte haben sich akkreditiert. „Die wollen ran ans Geschehen, das ist deren Begeisterung. Und wir freuen uns, wenn es großes Interesse an der Luftfahrt gibt“, so von Harling.

Etwas Besonderes hat sich die Gemeinde Faßberg einfallen lassen. Sie lädt rund 400 Gäste am 13. Juni von 18 bis 22 Uhr zum sogenannten „fly in barbeque“ in eine Halle auf dem Fliegerhorst ein. Dort feiern Veteranen und Angehörige, die DC3- und DC-4-Crews, die Besatzungen der militärischen Luftfahrzeuge und Bürgerinnen und Bürger aus Faßberg gemeinsam. Laut Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl soll „an die humanitäre Dimension dieser einzigartigen Hilfeleistung erinnert werden.“ Es gebe zudem ein gemeinsames Projekt hiesiger und Berliner Schulen zum Thema Luftbrücke, in dem die Schüler Zeitzeugen interviewten und einen Film erstellten. Im Rahmen der Veranstaltung werde Geld gesammelt für künftige Projekte dieser Art.

Weiter geht es mit der Gedenkveranstaltung auf dem Platz der Luftbrücke am 14. Juni. Sie beginnt um 10 Uhr mit einem ökumenisch-anglikanischen Gottesdienst. Um 11 Uhr beginnt der Festakt, bei dem Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung sowie stellvertretender Ministerpräsident, Grußworte sprechen wird. Reden werden auch Generalleutnant Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe, sowie Vertreter der Veteranen halten. Ihren Abschluß findet die Gedenkveranstaltung gegen 11.30 Uhr mit einer Kranzniederlegung. Abends ab 20 Uhr gibt es auf dem Schützenplatz ein Konzert der Big Band der Bundeswehr, die unter anderem Musik aus der Zeit der Luftbrücke spielen wird. Eventuell treten noch andere Bands oder Künstler auf, wobei aber noch nichts in Stein gemeißelt ist. Am 15. Juni beginnt dann um 9 Uhr die Großveranstaltung „Tag der Bundeswehr“, die bundesweit zeitgleich an 14 Standorten auf dem Programm steht. Der Eintritt ist überall frei. Je nach Wetterlage rechnen die Verantwortlichen aus Faßberg mit bis zu 60.000 Besuchern. Es hat sich bewährt, den Ort quasi „dichtzumachen“ und einen Busshuttleservice einzurichten, um ein Verkehrschaos zu vermeiden. 120 große Busse werden angemietet, um die Besucher von den großen Parkplätzen vor den Toren der Gemeinde zum Veranstaltungsgelände und auch wieder zurückzubringen. Landwirte stellen große Flächen als Park-raum zur Verfügung. „Die Verträge mit ihnen haben wir bereits früh abgeschlossen, da die Landwirte ausreichend Vorlauf brauchten“, so von Harling.

Auf die Besucher wartet ein umfangreiches Programm unter dem Motto „Willkommen Neugier.“ Nach einem Feldgottesdienst, der um 9.15 Uhr beginnt, steht um 10 Uhr die offizielle Eröffnung auf dem Plan, zu der unter anderem auch hochrangige Militärs erwartet werden. Für einen reibungslosen Ablauf werden rund 2.500 Soldatinnen und Soldaten sowie weitere Helfer sorgen. Von 10.30 bis 12 Uhr und 14 bis 15.30 Uhr gibt es Flugvorführungen. In einer Leistungsschau sind zum Beispiel das neue Transportflugzeug A400M, der Eurocopter 135, der Transporthubschrauber NH90, der Kampfhubschrauber Tiger und der Kampfjet Eurofighter in der Luft zu sehen.

Ein Generationenflug mit modernen und historischen Maschinen wird ebenso zu bestaunen sein, außerdem zeigen Fallschirmspringer ihr Können. Vormittags gibt es zudem einen simulierten Einsatz „Deichverteidigung“ zu sehen, bei dem Luftfahrzeuge und Kräfte am Boden zusammenwirken. Dazu wird eigens ein 100 Meter langer „Deich“ aufgeschüttet. Ein weiterer simulierter Einsatz zum Thema „Humanitäre Hilfeleistung“ wird nachmittags präsentiert. „Damit wollen wir die gedankliche Verbindung zu den Rosinenbombern schaffen“, erläuterte Bölting. Übrigens: Aus Sicherheitsgrunden wird kein Hubschrauber oder Flugzeug über die Köpfe des Publikums hinweg fliegen. Und wie bereits im Jahr 2017 gibt es am Boden ein umfangreiches Programm mit Waffenschau, Ausstellungen, Ständen örtlicher Vereine und Einrichtungen, Live-Musik und vielem mehr. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird ihre Rede gegen 13 Uhr halten.

Zum Abschluß der Veranstaltung wird rund ein Dutzend „Rosinenbomber“ starten und in Richtung Berlin abfliegen. Angedacht ist, daß sie dort die Straße des 17. Juni und das Brandenburger Tor überfliegen werden.

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