Finteler wollen ihren Gasthof retten

Genossenschaft: Gründungsversammlung am Dienstag, dem 25. Februar

Finteler wollen ihren Gasthof retten

Bereits Ende Oktober wurde die Idee geboren, jetzt wird es langsam ernst: In Fintel sind alle Einwohner eingeladen, sich am Dienstag, dem 25. Februar, in der Tropic-Halle im Eurostrand einzufinden, um eine Genossenschaft auf die Beine zu stellen. Die Gründungsversammlung beginnt um 19 Uhr und ein gutes Dutzend engagierter Finteler hofft inständig, dass die Halle an dem Abend aus den Nähten platzt. Denn je mehr Einwohner mitziehen bei dem Vorhaben, den alteingesessenen Gasthof Röhrs zu kaufen, umso einfacher wird es für alle Beteiligten. Profitieren von dem Plan soll letztlich das ganze Dorf, so ist auch die Hoffnung groß auf möglichst viele Unterstützer.

Der Traditionsgasthof in der Ortsmitte hat nicht nur einen zentralen platz sondern auch eine zentrale Bedeutung für Fintel. Aus Altersgründen wollen die Eigentümer und Betreiber Jutta und Herbert Petersen ihre mehr als 100 Jahre alte Gaststätte verkaufen - und sie hatten auch schon einen Interessenten: „Ein Meditationszentrum, von fernöstlichen Mönchen geführt, sollte daraus entstehen“, erläutert Dr. Sabine Wilkens. Der Plan bereitete ihr und einigen weiteren Fintelern Kopfschmerzen: Sollte der Gasthof anders genutzt werden als bisher, bedeutete das zugleich den Verlust eines zentralen Treffpunkts für Veranstaltungen im Dorf: Wo sollten dann Theateraufführungen, Vereinstreffen, Kaffeetafeln und Familienfeiern stattfinden?

Ende Oktober 2019 traf sich auf Initiative von Hans-Hermann Ruschmeyer, Claus Aselmann und Steffen Florin eine Gruppe, um zu beraten, wie die Gaststätte erhalten bleiben und Familie Petersen in den Ruhestand gehen könnte. Die Idee zur Gründung einer Genossenschaft als Rettung war geboren, davon mussten allerdings nicht nur die Finteler, sondern auch die Eigentümer des Gasthofs überzeugt werden.

Der Weihnachtsmarkt , der in Fintel nur alle fünf Jahre lockt - stand Ende 2019 wieder auf dem Programm: Eine einzigartige Gelegenheit, möglichst vielen Einwohnern die Idee vorzustellen und zugleich abzuklopfen, wer bereit war, mitzumachen: Die Gruppe baute einen Informationsstand auf, an dem sie nicht nur das Vorhaben der Genossenschaftsgründung erklärte, sondern auch darstellte, wie das Prinzip funktioniert: Jeder Genosse hat unabhängig von der Anzahl seiner erworbenen Anteilen nur eine Stimme bei der jährlichen Versammlung, es wird ein Vorstand und ein Aufsichtsrat gewählt.

Eine Umfrage ergab, dass rund 250 Befragte die Idee guthießen, viele von ihnen sagten auch zu, einen oder mehrere Genossenschaftsanteile in Höhe von 1000 Euro zu erwerben: Anlass für die Initiativgruppe, weitere Schritte zu gehen. „Für den Erwerb mit Nebenkosten wie Makler- und Notargebühren sowie Steuern, kleinere Arbeiten am Gebäude und Aufwand bis zum Betriebsbeginn veranschlagen wir 510.000 Euro“, erklärt Hans-Hermann Ruschmeyer - für mehr als die Hälfte der Summe haben die „Gasthofretter“ bereits feste Zusagen.

Dafür haben die Initiatoren alle Finteler, die beim Weihnachtsmarkt Interesse an einer Mitgliedschaft in der Genossenschaft signalisiert haben, persönlich aufgesucht, um sich die Zustimmung schriftlich geben zu lassen. „Wir freuen uns über den großen Zuspruch“, so Ruschmeyer. Ziel sei es, die komplette Summe aus Genossenschaftsanteilen zu finanzieren. Zur Überbrückung hat die Initiative eine Zusage der örtlichen Sparkasse erhealtem. „Das überzeugte Familie Petersen und per Handschlag wurde der Kauf besiegelt“, berichtet Wilkens.

„Wir gehen das Wagnis ein, den Gasthof zu erwerben, ohne dabei leichtsinnig zu sein. Es gibt gute Beispiele aus anderen Orten mit Genossenschaften, die es auch geschafft haben, ihre Dorfgastwirtschaft zu erhalten und mit Erfolg zu betreiben“, wirbt Ruschmeyer. Und weiter: „Nach dem Erwerb, aber auch schon vorher, wollen wir uns so schnell wie möglich um einen Pächter bemühen, den wir beim Neubeginn mit angemessenen Pachten dazu verhelfen wollen, einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb aufzubauen.“

Als nächster Schritt steht die Gründung der Genossenschaft auf dem Programm. Für die Versammlung am Dienstag, dem 25. Februar haben die Initiatoren aus Platzgründen die Tropic Halle im Eurostrand Resort reserviert. Für weitere Informationen stehen Claus Aselmann, Ruf 0174 - 7676157, E-Mail clsasl@aol.com und Hans-Hermann Ruschmeyer, Ruf 0171- 8026652, E-Mail hhr@ewe.net zur Verfügung.

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