Heimatverein sucht Bilder von Hans Boss | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Finteler möchten komplettes Lebenswerk des Künstlers abbilden

Heimatverein sucht Bilder von Hans Boss

Hans Boss, 1899 in Altona geboren, war ein begnadeter Künstler: „Er erlernte den Beruf des Technischen Zeichners und arbeitete bis 1945 bei der Werft Blohm & Voss“, weiß Dietmar Witte vom Heimatverein Fintel. Danach habe es Boss in die Heide verschlagen: „In das schöne Dörfchen Fintel, wo er circa zwei Jahre lang wohnte. In dieser Zeit malte er Bilder von Heidelandschaften und Gehöften“, so Witte, der jetzt für den Heimatverein Fintel nach Werken des Malers forscht und aufruft: „Wir suchen Bilder von Hans Boss.“ Besitzer sollen sich melden. Entstehen soll nach einem bereits fertigen Fotobuch nun eine besondere Zusammenstellung, die das komplette Lebenswerk des Künstlers abbildet.

In seiner Zeit in Fintel habe Boss nicht allein aus Begeisterung an der Kunst gemalt, sondern sei für seine Arbeiten durchaus „bezahlt“ worden, so Witte: „Entlohnt wurde er oft mit einer Bleibe für die Nacht und Mahlzeiten von den Leuten für die er malte. Manchmal gab es auch ein Fläschchen Schnaps, das er immer gerne annahm.“

Etwa 1947 lernte Boss eine Frau in Ostervesede kennen, mit der er bis zu seinem Tode 1972 zusammenblieb. Sein künstlerischer „Output“ über die Jahre war durchaus beachtlich: „In den 1940er Jahren hin bis zu seinem Tode entstanden viele Gemälde von Gehöften in einer Präzision, als wären es Fotos. Es entstanden mehr als 200 Bilder von Höfen aus Fintel, Ostervesede, Westervesede, Deepen, Scheeßel, Vahlde, Sothel, Westeresch, Westerholz und auch aus Lünzen und weiteren Orten. Diese Bilder sind Zeugen der damaligen Zeit“, hebt Witte hervor.

Außerdem habe Boss im Auftrag mancher Familien auch Motive in Erinnerung an deren ferne Heimat gemalt: „Auf Wunsch entstanden so Bilder von Schiffen und Gebirgslandschaften. Selbst Schützenscheiben und die Trommel des Spielmannszuges aus Schwalingen gehörten zu seiner Auftragsmalerei. Auch wenn jemand eine Truhe mit frommen Sprüchen bemalt haben wollte, war er gerne bereit, diesen Wunsch zu erfüllen“, erläutert Witte.

Ein Teil aus dem Fundus von Bosses Schaffen sei bereits für die Nachwelt und Kunstinteressierte aufgearbeitet worden: „Wir vom Heimatverein Fintel haben nun ein Fotobuch zusammengestellt, mit Bildern, die in einer Ausstellung im Jahre 2010 hier in Fintel im Heimathaus zu sehen waren. Mehr als 30 Bilder wurden danach dem Heimatverein Fintel als Spende überlassen, die nun als Dauerausstellung in der oberen Etage des Heimathauses zu sehen sind“, so Witte.

Dieses zusammengestellte Fotobuch solle der Anfang für ein möglichst komplettes Lebenswerk des Künstlers Hans Boss sein, hofft der Initiator: „Wir wollen nicht, dass jemand, der 27 Jahre hier in unserer Gegend unter uns gelebt und künstlerisch gewirkt hat, in Vergessenheit gerät. Wir sind sicher, es gibt noch so manches Bild, das in einigen Familien aufbewahrt wird.“

Der Heimatverein Fintel betont dabei, dass er niemanden die Werke wegnehmen wolle oder erwarte, diese geschenkt zu bekommen (nur wenn die Besitzer diese spenden möchten) – „nein, wir wollen nur ein Foto von den Bildern machen“, hebt Witte hervor.

Sein direkter Appell ist zugleich der Aufruf, daheim im eigenen ­„Archiv“ auf Forschungsreise nach verschollener Kunst zu gehen: „Sollte vielleicht das eine oder andere Bild zur Zeit nicht in den Wohnräumen hängen, darf gern noch einmal im Keller oder auf dem Dachboden nachgesehen werden, ob von den Vorfahren jemand ein Boss-Bild auf diese Weise einer unbestimmten Zukunft übergeben hat. Es wäre schade.“

Wer fündig wird, müsse jedoch keine weiten Wege auf sich nehmen: „Wir kommen gerne vorbei, um ein Foto zu machen und vielleicht auch eine kleine Geschichte bezüglich des Bildes zu hören“, spricht Witte Interessierte an. „Und sollte jemand Fotografien von oder mit Hans Boss besitzen, würden wir uns freuen, wenn sich dieser jemand bei uns melden würde.“

Wer die Initiative des Heimatvereins Fintel unterstützen oder sich weiter informieren möchte, erreicht Dietmar Witte telefonisch unter 0157-57120441. Ebenso beantwortet Hans-Joachim Schmidt vom Heimatverein Fintel Fragen gern unter der Telefonnummer (04265) 292. Die Kontaktaufnahme sei auch per WhatsApp-Nachricht möglich, so Witte. Er und Schmidt stellen beide nochmals klar, dass niemand um seine Bilder zu bangen braucht: „Wir wollen keinem etwas wegnehmen, wir wollen nur Fotos machen, um das Lebenswerk des Künstlers Hans Boss zu vervollständigen.“