Ortsmittelpunkt bleibt Fintelern erhalten

Gasthof Röhrs an Genossenschaft übergeben / Weitere Mitglieder gesucht

Ortsmittelpunkt bleibt Fintelern erhalten

„Damit ist wieder ein entscheidender Meilenstein erreicht“, freut sich Hans-Hermann Ruschmeyer über die Übergabe des Finteler Gasthofes an die Genossenschaft „Dorfmitte“. In der Tat, damit ist die Genossenschaft, die am 4. Mai ihr positives Gründungsgutachten erhielt, ihrem erklärten Ziel, das Gasthaus als Ortsmittelpunkt für die Finteler zu erhalten (HK berichtete), einen großen Schritt nähergerückt: Am 2. Juni haben Jutta und Herbert Petersen die Schlüssel für ihren Gasthof Röhrs an Ruschmeyer als Vorstandsmitglied der Genossenschaft übergeben, der Kaufvertrag war bereits am 24. März unterzeichnet worden.

Im Spätherbst vergangenen Jahres war die Idee entstanden, eine Genossenschaft zu gründen, um den Verlust eines zentralen Treffpunkts für Veranstaltungen im Dorf abzuwenden: Die Eigentümer und Betreiber vom Gashof Röhrs in der Ortsmitte, Jutta und Herbert Petersen, wollten ihre mehr als 100 Jahre alte Gaststätte aus Altersgründen verkaufen und hatten einen Interessenten an der Hand, der eine vollkommen andere Nutzung plante. Der Traditionsgasthof hat jedoch nicht nur einen zentralen Platz, sondern auch eine zentrale Bedeutung für das Dorf. Das hatte eine Reihe von Fintelern dazu gebracht, sich für einen Erhalt mittels einer Genossenschaft zu engagieren.

Zur Gründungsversammlung der Genossenschaft „Dorfmitte Fintel“ am 25. Februar in der Tropic-Halle im Eurostrand kamen rund 250 Gäste, und viele von ihnen haben Anteile erworben. Auch in den folgenden Wochen gelang es den Initiatoren, weitere Mitstreiter zu gewinnen; 360.000 Euro kamen auf diese Weise bis heute zusammen. Für den Erwerb des Gasthofes mit Nebenkosten, Steuern und einigen Renovierungen haben die Initiatoren allerdings 510.000 Euro veranschlagt.

Zur vorläufigen Überbrückung der fehlenden 150.000 Euro sprang die örtliche Sparkasse mit einem fairen Kredit ein. Ziel ist es jedoch, die Summe komplett aus Genossenschaftsanteilen zu finanzieren, also möglichst viele weitere Mitglieder zu gewinnen, die sich mit einem Anteil in Höhe von 1.000 Euro (oder auch mehreren Anteilen) beteiligen.

Denn: Je mehr Einwohner mitziehen bei dem Vorhaben, umso einfacher wird es für alle Beteiligten. „Profitieren von dem Plan soll schließlich das ganze Dorf“, so Ruschmeyer.

Deshalb hat die Genossenschaft es allen Fintelern, die sich für eine Mitgliedschaft interessieren, ganz einfach gemacht: Auf ihrer Website Dorfmittefintel.de läßt sich das Beitrittsformular mit einem Klick herunterladen. Dort wird auch erklärt, wie das Prinzip funktioniert: Jeder Genosse hat unabhängig von der Anzahl seiner erworbenen Anteile nur eine Stimme bei der jährlichen Versammlung, es gibt einen Vorstand und einen Aufsichtsrat.

„Natürlich gab es auch bei uns coronabedingt einige Hemmnisse“, erläutert Ruschmeyer. Vor allem die Suche nach einem Pächter, der den Gasthof betreibt, wurde durch die Pandemie erschwert. „Es gab verschiedene Bewerber, einige haben dann wegen der weitreichenden Einschränkungen abgesagt“, so das Vorstandsmitglied.

„Aber“, betont Ruschmeyer, „wir sind noch mit einigen Interessenten im Gespräch und ganz gut im Plan.“ Wenn ein Pächter gefunden ist, geht es im nächsten Schritt an eventuell nötige Renovierungsarbeiten: Die will die Genossenschaft nicht jetzt schon, sondern erst in Abstimmung mit dem zukünftigen Betreiber vornehmen.

Damit letztendlich alle zufrieden sind: Der Pächter des Gasthofs und die Finteler, die wieder zum Stammtisch und essen gehen können im Dorf, und vor allem ihren zentralen Treffpunkt für Veranstaltungen wie Theateraufführungen, Vereinstreffen, und Familienfeiern gerettet haben.

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