Dethlinger Teich komplett sanieren

Umweltminister Olaf Lies setzt auf gemeinsame Lösung mit dem Bund

Dethlinger Teich komplett sanieren

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies hat es am heutigen Montag in Hannover verkündet: „Der Dethlinger Teich muss komplett saniert werden.“ Lies hatte zuvor im zuständigen Ausschuss des Niedersächsischen Landtags eine Machbarkeitsstudie des Umweltministeriums zur Sanierung der ehemaligen Kieselgurgrube vorgestellt.

Derzeit ist noch die Probebohrung (HK berichtete) im Gange, in deren Verlauf bereits mehr als 1.000 Granaten aus dem Dethlinger Teich ans Licht gebracht worden sind. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen später helfen, eine komplette Sanierung umzusetzen. Insgesamt dürften nach Schätzungen in der Grube bis 1952 weit mehr als 10.000 Granaten mit chemischen Kampfstoffen versenkt worden sein.

„Wir können nicht einfach einen Deckel draufmachen und hoffen, dass nichts Schlimmes passiert“, meinte Lies in einer Mitteilung des Umweltministeriums. Und weiter: „Die Frage nach dem ,Ob‘ stellt sich für mich gar nicht mehr. Mit Blick auf die Kosten der komplexen und komplizierten Sanierung stehen jetzt das ‚Wie‘ und das ‚Wer‘ im Fokus. Ich bin sicher, dass wir an diesem Punkt mit dem Bund zu einer guten und tragfähigen Lösung kommen. Denn klar ist: Der Umgang mit diesem Kampfmittelfund einzigartiger Dimension darf nicht am Geld scheitern.“

Diese zur Sanierung voraussichtlich erforderliche Summe hat es durchaus in sich: Die aktuelle Machbarkeitsstudie des Umweltministeriums schätzt die Kosten für die Entsorgung der gefundenen Kampfmittel und -stoffe sowie des kontaminierten Bodens auf mindestens 50 Millionen Euro. Wenigstens drei Jahre würde die Sanierung dauern. Mit diesem Statement signalisiert der Umweltminister nicht zuletzt Unterstützung für den Heidekreis. Wie Landrat Manfred Ostermann in der Vergangenheit häufiger deutlich gemacht hat, ist es wohl ebendiese Unterstürzung durch das Land, die bei den anstehenden Verhandlungen mit dem Bund nötig ist.

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