Rettungshubschrauber „Christoph 4“ verstärkt zu Unfällen auf A7 gerufen

Rettungsflieger hoben im vergangenen Jahr zu insgesamt 1.290 Notfalleinsätzen ab

Rettungshubschrauber „Christoph 4“  verstärkt zu Unfällen auf A7 gerufen

Im vergangenen Jahr ist der Rettungshubschrauber „Christoph 4“ mit Standort an der Medizinischen Hochschule in Hannover insgesamt zu 1.290 Notfalleinsätzen abgehoben, wobei das Team immer wieder bei Unfällen auf der Autobahn 7, auch im Heidekreis, gefordert war. Das Einsatzaufkommen hat sich im Vergleich zum Vorjahr (2020: 1273) nur leicht um 17 Einsätze gesteigert. „Wir beobachten in der Zeit der Corona-Pandemie, dass es weniger Wegeunfälle gibt. Die Ursache scheint das vermehrte Arbeiten im Homeoffice zu sein“, sagt Volker Hubrich, leitender Notfallsanitäter und HEMS-TC (Helicopter Emergency Medical Services Technical Crew Member). Eine Verschiebung der Einsatzdichte habe es im Bereich der Autobahnen geben. Der Einsatzschwerpunkt habe sich von der Autobahn 2 zur Autobahn 7 verschoben. Insbesondere zu Unfällen im Baustellenbereich auf der A7 zwischen Mellendorf und Schwarmstedt seien die Rettungsflieger alarmiert worden.

Das Einsatzspektrum im vergangenen Jahr umfasste unter anderem den Einsatz bei Stürzen aus größerer Höhe, Reitunfällen im unwegsamen Gelände, Verkehrsunfällen, bei Schädel-Hirn-Traumen sowie Wirbelsäulenverletzungen sowie als schneller Notarztzubringer bei Herzinfarkten, Bewusstseinsstörungen und Notfällen mit Kindern. „Die Einsatzbereitschaft war und ist auch während der Pandemie weiterhin voll gegeben“, teilt der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe, der für den Dienstbetrieb des Hubschraubers verantwortlich ist, mit. Zum Schutz der Flug-Crew und der Patienten seien die Hygienestandards coronakonform „weiterhin auf höchstem Niveau.“ Das konsequente Tragen von FFP2-Masken im Helikopter trage zur Sicherheit bei.

Der Rettungshubschrauber Christoph 4 hat einen Einsatzradius von rund 50 Kilometern und fliegt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 257 Kilometern pro Stunde in die Region und Stadt Hannover sowie in die Landkreise Celle, Gifhorn, Hameln, Hildesheim, Holzminden, Nienburg, Schaumburg und Heidekreis. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ist er alarmierbar. Als vierter Rettungshubschrauber in Deutschland hat „Christoph 4“ in Hannover, neben weiteren Standorten in München, Frankfurt und Köln, am 2. Oktober 1972 als Modellversuch seinen Dienstbetrieb aufgenommen. In diesem Jahr feiern die Luftrettungsstation in Hannover und „Christoph 4“ den 50. Jahrestag der Indienstnahme.

An der Luftrettung des „Christoph 4“ sind neben dem Landesverband Niedersachsen/Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe zahlreiche Institutionen beteiligt. Die Johanniter-Unfall-Hilfe stellt die Not­fallsanitäter und die HEMS-TC. Die Piloten kommen von der Bundespolizei, Fliegerstaffel Nord, Stützpunkt Gifhorn. Diese verantworten zudem die Wartung sowie die Instandhaltung des Hubschraubers. Die Notärzte stellt die Abteilung für Unfallchirurgie MHH, ebenso den ärztlichen Leiter, Dr. Christian Macke. Träger des Luftrettungsstützpunktes an der MHH ist das Land Niedersachsen. „Christoph 4“ gehört zur orangefarbenen Flotte der Zivilschutz-Hubschrauber (ZSH) des Bundesministeriums des Innern.

Der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe erstreckt sich von der Nordsee bis in den Harz, zwischen der Lüneburger Heide und dem Emsland, in der Mitte das Bundesland Bremen. Ihm angeschlossen sind die fünf Regionalverbände Bremen-Verden, Harz-Heide, Niedersachsen Mitte, Südniedersachsen und Weser-Ems. Von der ambulanten Pflege über Sanitäts- und Rettungsdienste bis hin zu Jugendarbeit und Kindertagesstätten - mit ihren Angeboten unterstützt die Johanniter-Unfall-Hilfe Menschen in allen Lebenslagen. Rund 2.700 Menschen sind in der genannten Region hauptamtlich für die Johanniter-Unfall-Hilfe tätig. Aus „Liebe zum Leben“ engagieren sich zudem mehr als 7.000 Helferinnen und Helfer ehrenamtlich in Niedersachsen und Bremen, darunter mehr als 2.200 Johanniter-Jugendliche. All dies wäre ohne die Unterstützung der gut 111.000 Fördermitglieder nicht möglich. Weitere Infos gibt es unter www.johanniter.de/nb.

Logo