BUND sucht Helfer für Wildkatzenprojekt | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Öffentliche Pflanzaktion in Heber am 7. März soll Lebensraum schaffen

BUND sucht Helfer für Wildkatzenprojekt

Versteckt und zurückgezogen lebt sie in den Wäldern, auch im Landkreis Heidekreis: die Europäische Wildkatze. Um die scheuen Vierbeiner langfristig zu schützen, setzt sich der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern sowie Freiwilligen vor Ort für den Lebensraum der Tiere ein – naturnahe und gut vernetzte Wälder, die den Wildkatzen viele Versteckmöglichkeiten bieten. Auch im Heidekreis wird jetzt ein Projekt gestartet. Im Bereich der Schneverdinger Ortschaft Heber steht am 7. März von 10.30 bis circa 15 Uhr eine öffentliche Pflanzaktion unter dem Motto „Wildkatzenwälder von morgen“ auf dem Programm. Alle, die das Vorhaben unterstützen möchten, können gemeinsam für mehr „Wildlife“ in der Region sorgen.

In Kooperation mit dem Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide werden die Helferinnen und Helfer entlang mehrerer Waldwiesen 350 Bäume und Sträucher pflanzen. So kann dort ein neuer „Waldrand“ entstehen, der Wildkatzen Versteck- und Jagdmöglichkeiten bietet. Damit das Grün unbeschadet wachsen und gedeihen kann, werden Schutzzäune die Pflanzung vor Wildverbiss schützen. Wer mit anpacken möchte, sollte sich bis zum 5. März bei Nora Albers, E-Mail-Adresse nora.albers@nds.bund.net, Telefonnummer (0511) 9656983, anmelden. Infos zum Treffpunkt gibt es bei Anmeldung.

Nora Albers ist Mitarbeiterin im Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ beim BUND Niedersachsen. Sie betont: „Wir freuen uns über engagierte Helferinnen und Helfer, die gemeinsam mit uns der Wildkatze wieder mehr geeigneten Lebensraum schaffen. Dieser wird überdies auch zahlreichen anderen bedrohten Arten nützen. Denn wo sich die Wildkatze wohlfühlt, geht es auch anderen Tieren, wie der Haselmaus und dem Mittelspecht, gut. Wer mit anpacken möchte, ist herzlich willkommen. Vorwissen ist dabei nicht nötig, aber wir empfehlen wetterfeste Kleidung. Für das nötige Equipment und einen kleinen Snack sorgen wir.“

Eingebettet ist die Aktion in Heber in das sich über sechs Jahre erstreckende BUND-Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“. Dieses wurde ins Leben gerufen, weil naturnahe, unaufgeräumte Wälder und Waldränder für die Wildkatze essenziell sind. Das Projekt hat laut BUND „das Ziel, naturnahe und klimarobuste Wälder für die Wildkatze sowie viele weitere, teils bedrohte Tierarten zu schaffen.“ Bei der Realisierung des ambitionierten Vorhabens setzt der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Waldnutzern sowie Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus Forst, Landwirtschaft, Jagd, Grundbesitz, Verwaltung und Kommunen. Wichtig ist dem BUND zudem, bei der Umsetzung Freiwillige vor Ort mit einzubinden, denn: „Für langfristigen Schutz der Wildkatze ist neben dem Erhalt und der Erweiterung ihres Lebensraums auch viel Aufklärungsarbeit notwendig.“

Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und in Niedersachsen zusätzlich durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung gefördert. Umgesetzt wird es vom BUND-Bundesverband, der BUNDJugend sowie den Landesverbänden Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

„Die Europäische Wildkatze stammt nicht etwa von verwilderten Hauskatzen ab. Sie streifte schon durch unsere Wälder, lange bevor die Römer die ersten Hauskatzen mit über die Alpen brachten. Das Verbreitungsgebiet der Wildkatze erstreckte sich noch bis ins 20. Jahrhundert hinein fast über den ganzen Kontinent. Heute zählt die Wildkatze bei uns zu den gefährdeten Arten“, teilt der BUND mit. Wichtigstes Erkennungsmerkmal der Wildkatze sei ihr breiter, buschiger Schwanz mit zwei bis drei schwarzen Ringen und einem schwarzen stumpfen Ende. Anders als häufig silbrig-graue Hauskatzen hätten die „Wilden“ ein verwaschenes grau-gelbes Fell. Die ohne zweibeinige „Dosenöffner“ auskommenden Tiere bringen drei bis acht Kilogramm auf die Waage und tragen damit in der Regel etwas mehr Gewicht mit sich herum als Hauskatzen. Ausgewachsene Wildkater sind dabei deutlich schwerer als die Weibchen. Um zu überleben, müssen die Tiere täglich Fleisch erbeuten. Insbesondere Mäuse stehen auf dem Speiseplan.

Auf den ersten Blick kann es zwar zu Verwechslungen kommen, doch besonders im langen Winterfell wirken Wildkatzen größer als Hauskatzen. Einen gemeinsamen „Feind“ haben beide: Menschen, die mit motorisierten Fahrzeugen auf den Straßen unterwegs sind. Der Straßenverkehr ist wie der Verlust des Lebensraumes eine Ursache für die Gefährdung der Wildkatze.

Infolge intensiver Schutzbemühungen konnten sich laut BUND mittlerweile die Bestände der Wildkatze in Niedersachsen und anderen Teilen Deutschlands etwas erholen. Während in Südniedersachsen in fast jedem Wald Wildkatzen vorkämen, tauchten sie im Heidekreis nur in vereinzelten Wäldern auf. Pflanzaktionen wie die in Heber sollen es Wildkatzen ermöglichen auch im Norden Niedersachsens sesshaft zu werden.

Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet unter www.bund-niedersachsen.de/wildkatzenwaelder sowie unter www.bund.net/wildkatzenwaelder.