130 Kräfte kontrollieren Bordelle, Bars, Wettbüros und Spielhallen

„Räderwerk“: Beamte nehmen 31 Betriebe im Heidekreis unter die Lupe

130 Kräfte kontrollieren Bordelle, Bars, Wettbüros und Spielhallen

Eine „konsequente Bekämpfung krimineller Rocker- und Familienstrukturen“ hat sich das „Räderwerk“ Heidekreis, ein Zusammenschluss verschiedenster Behörden und Entscheidungsträger im Landkreis, auf die Fahne geschrieben. Am Freitag waren im Heidekreis bis in die Nacht rund 130 Kräfte im Einsatz und nahmen 31 Betriebe in vier Städten und einer Gemeinde unter die Lupe.

Gegen 16 Uhr starteten die in mehreren Wellen laufenden, unangekündigten Kontrollen der Vertreter von Polizei, Zoll, Landkreis und Kommunen. An diesem Tag hatten die Netzwerkpartner unter anderem Bordelle, Bordell-Wohnungen, Wettbüros, Spielhallen, Barbershops, Shisha-Bars, Döner-Imbisse und andere Betriebe in den Städten Munster, Soltau, Schneverdingen, Walsrode und der Gemeinde Buchholz/Aller auf der Agenda. Wie gewohnt ebnete die Polizei des Heidekreises mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei den Weg für eine „geschützte Kontrollatmosphäre.“

Ein kleiner Einsatzstab koordinierte den Einsatz aus einem Lagezentrum am Sitz der Polizeiinspektion in Soltau heraus. Die Maßnahmen waren gegen 24 Uhr beendet. In zwei Fällen wurde der Betrieb von Bordell-Wohnungen untersagt. Darüber hinaus nahmen Beamte in einem Döner-Imbiss einen ausländischen Staatsangehörigen wegen gefälschter Dokumente vorläufig fest. „Insgesamt besteht in sechs Fällen der Verdacht des illegalen Aufenthalts“, heißt es im Polizeibericht.

Außerdem stellten die Beamten in zwei Shisha-Bars unverzollten Tabak sicher. In einem Bordell entdeckten die Netzwerkpartner nicht genehmigte Spielautomaten. In sieben Fällen wird wegen des Verdachts unterschiedlicher Betrugsarten, zum Beispiel Sozialversicherungsbetrugs, ermittelt, und in einem Fall besteht der Verdacht der illegalen Beschäftigung in einem Bordell. Zu nennenswerten Zwischenfällen kam es laut Polizeibericht nicht. Die Auswertung der gewonnenen Erkenntnisse dauere an.

Der Zusammenschluss „Räderwerk“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, in einem ganzheitlichen Bekämpfungsansatz eng vernetzt neben der Rockerkriminalität ebenso gegen kriminelle Familienstrukturen konsequent vorzugehen. Die Kooperationspartner wollen diesem Phänomen, das unter anderem durch Ablehnung bestehender Normen und Gesetze sowie kriminelles Verhalten gekennzeichnet sei, „offen und entschlossen bei niedriger Einschreitschwelle entgegentreten.“

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