160.000 Euro für Projekte in der Region

Lokalen Aktionsgruppe (LAG) entscheidet über Vergabe von „LEADER“-Mitteln

160.000 Euro für Projekte in der Region

Auch in Zeiten der Corona-Pandemie ist die „LEADER“-Naturparkregion Lüneburger Heide aktiv, um Projekte zur nachhaltigen Regionalentwicklung zu unterstützen und europäische Fördermittel in die Region zu holen. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen ging die Geschäftsstelle des Naturparks Lüneburger Heide auf Nummer sicher und hielt die aktuelle Sitzung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) digital ab. Knapp 40 Teilnehmende aus der gesamten Naturparkregion wurde am vergangenen Montag erfolgreich in den virtuellen Raum verschoben und die Beschlüsse der LAG über neue Projektfinanzierungen wurden somit in einer Videokonferenz gefasst.

Das Format war gleichzeitig die erste Feuerprobe der neuen „LEADER“-Regionalmanagerin Lina Dening, die sich eigentlich darauf gefreut hatte, die vielen regionalen Akteure persönlich kennenzulernen. Stattdessen bewies sie technische Fähigkeiten, als sie die Sitzung im Eiltempo auf das digitale Format umstellte. „Es ist uns sehr wichtig, gerade in diesen Zeiten, den regionalen Entwicklungsprozess voranzutreiben und europäischen Fördermittel in unsere Region zu holen. Nur so können wir den privaten und öffentlichen Projektträgerinnen und Projektträgern Sicherheit für die Umsetzung ihrer Vorhaben geben. Die Sitzung ganz abzusagen, war keine Option“, so Dening.

In etwas mehr als zwei Stunden berieten die LAG-Mitglieder über fünf Projektvorhaben aus den Bereichen „Klima, Umwelt und Naturschutz“, „Demographische Entwicklung“ und „Baukultur“ und beschlossen für alle fünf einstimmig die Förderung mit den „LEADER“-Mitteln der Naturparkregion. Die Chat-Funktion der Konferenzsoftware sicherte dabei die gewohnt lebhafte Diskussion und die Beschlussfassungen.

Die „LEADER“-Mittel kommen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Nach dem Beschluss der Lokalen Aktionsgruppe müssen die Einreicher der Projektideen nun ihre Anträge formal beim Land Niedersachsen stellen. Rund 160.000 Euro EU-Mittel fließen dann in die „LEADER“-Naturparkregion Lüneburger Heide.

Folgende Vorhaben wurden durch die Lokale Aktionsgruppe, das verantwortliche Gremium des „LEADER“-Programms, bezuschusst:

Der fünfte Ring des Heide-Shuttles bekommt für die Pilotphase von zwei Jahren 100.000 Euro. Nachdem der kostenlose Freizeitbus seit 15 Jahren in den Landkreisen Harburg und Heidekreis Gäste und Einheimische zu zahlreichen Ausflugsorten der Naturparkregion bringt, erfolgt nun die Einbindung von Zielen in den Samtgemeinden Amelinghausen, Gellersen und Ilmenau und in der Stadt Lüneburg. Ab 2021 soll der Bus vom 15. Juli bis 15. Oktober auch dort kostenfrei und klimaschonend fahren

Die Gemeinde Bispingen bekommt für die Aufwertung des Dora-Hinrichs-Kutschweges einen EU-Zuschuss von 9.000 Euro. Der Weg liegt nordöstlich von Wilsede im Kerngebiet des Naturparks Lüneburger Heide. Die Gemeinde will ihn auf 520 Metern instandsetzen, damit die Kutschbetriebe dort ihr Angebot nachhaltig anbieten können.

Das Gut Holtorf ist ein denkmalgeschütztes Ensemble aus Gutsgebäuden in der Gemeinde Betzendorf. Die verschiedenen Gebäude sollen zukünftig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und unterschiedlich genutzt werden. Geplant ist ein Dreiklang aus Kulturveranstaltungen, Kooperationen mit ortsansässigen Vereinen und der Vermietung von Wohnraum. Die LAG-Mitglieder sahen darin einen Beitrag, den ländlichen Raum vital und lebenswert zu erhalten und fördern eine grundlegende Machbarkeitsstudie für das Vorhaben mit 34.000 Euro aus dem EU-Fördertopf.

Damit der derzeit unbefestigte Boden am Naturpark-Infopunkt Südergellersen bei Regen nicht mehr aufweicht und dauerhaft zu betreten ist, soll dort historisches Hofpflaster verlegt werden. Im Ortskern von Südergellersen soll außerdem ein Abschnitt einer Trockenmauer saniert werden. Diese ortstypische Hofeinfriedung stellt nicht nur ein immaterielles Kulturerbe dar, sondern leistet auch einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Darüber hinaus dient die Maßnahme der Förderung und dem Erhalt von altem Handwerk. Die LAG gewährte dem Verein Erlebnisschmiede Südergellersen für dieses Vorhaben Fördermittel in Höhe von 7.600 Euro.

Als beliebtes Fotomotiv entlang des Heidschnuckenwanderweges ist die sogenannte Moorkirche im Twißelmoor zwischen Haverbeck und Behringen in die Jahre gekommen. Für die Sanierung beschlossen die LAG-Mitglieder dem privaten Projektträger 7.500 Euro an EU-Fördermitteln bereitzustellen. Das reetgedeckte Gebäude wurde einst als Viehunterstand und Hochsitz gebaut und hat aufgrund seiner eigentümlichen Form im Volksmund den Namen „Moorkirche“ bekommen.

Nach wie vor sind in dieser Förderperiode „LEADER“-Gelder für kleinere Projekte vorhanden. Regionalmanagerin Lina Dening ist für Vorschläge offen. Projektträgerinnen und Projektträger mit Ideen erreichen sie unter der E-Mail-Adresse lina.dening@naturpark-lueneburger-heide.de oder per Telefon unter (04171) 693145.

Logo