Als Traumazentrum zertifiziert

Schnelle und qualitativ hohe medizinische Versorgung Schwerverletzter

Als Traumazentrum zertifiziert

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 30.000 Menschen bei einem Unfall schwer verletzt, einige lebensbedrohlich. Bei der Behandlung zählt hier stets jede Minute und die bestmögliche Versorgung. Im TraumaNetzwerk Nordost-Niedersachsen haben sich neun Kliniken aus Niedersachsen zusammengeschlossen, damit Schwerstverletzte innerhalb von 30 Minuten in einem für sie bestmöglich geeigneten Krankenhaus medizinisch versorgt werden können. Ab sofort ist auch das Heidekreis-Klinikum als Versorger für Schwerverletzte von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) in dieses Traumanetzwerk eingebunden.

Das „TraumaNetzwerk DGU®“ ist ein unabhängiges Zertifizierungsverfahren zur Optimierung der Schwerverletztenversorgung durch einheitliche Qualitätsstandards. Die Initiative wurde 2008 von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie ins Leben gerufen. Dusan Trifunovic, Oberarzt der Unfallchirurgie am HKK Walsrode, erklärt: „Ein DGU-Traumanetzwerk besteht aus lokalen, regionalen und überregionalen Traumazentren. Eines der Hauptkriterien für den Status ‚Regionales Traumazentrum‘ ist, daß das Krankenhaus Patienten nach der Erstversorgung weiterbehandeln kann. Mit der Zertifizierung zum regionalen Traumazentrum unter Leitung von Dr. Halil Yasar, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie, haben wir bewiesen, daß wir alle Voraussetzungen haben, schwere und auch lebensgefährliche Verletzungen im Heidekreis effizient und erfolgreich zu behandeln.“

Wird durch den Rettungsdienst angekündigt, daß ein potenziell schwerverletzter Patient ins Heidekreis-Klinikum eingeliefert wird, wird innerhalb der Klinik eine Alarmierungskaskade ausgelöst: Binnen weniger Minuten finden sich Ärzte der Fachabteilungen Unfallchirurgie, Viszeralchirurgie und Anästhesie, sowie der Radiologie und Pflegepersonal im sogenannten „Schockraum“ ein. Außerdem wird die OP-Mannschaft in Bereitschaft versetzt, sobald ein Schockraum-Patient eingeliefert wird und je nach Bedarf können weitere Ärzte hinzugezogen werden. Der Patient wird vom Notarzt im „HandOver“- Verfahren übergeben und dann gemeinsam von Unfallchirurgen, Viszeralchirurgen und Anästhesisten nach ganz bestimmten, geschulten Kriterien untersucht, gleichzeitig läuft auch die Stabilisierung des Patienten an. Diese effektive Form der „innerklinischen Zusammenarbeit“ hat die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie beim Heidekreis-Klinikum mit einem „sehr gut“ bewertet. Chefarzt Yasar: „Auch das hohe Engagement aller Mitarbeiter wird in dem Zertifikat explizit gewürdigt, dieses Lob hat uns besonders gefreut.“

HKK-Geschäftsführer Dr. Achim Rogge: „Selbstverständlich konnten wir auch bisher Verletzte qualitativ gut versorgen. Die Zusammenarbeit mit den anderen Kliniken in der Region Nordost-Niedersachsen ermöglicht es aber allen, die im Traumanetzwerk sind, die Schwerverletztenversorgung auf ein qualitativ noch höheres Niveau zu stellen: Jeder Patienten bekommt die für ihn bestmögliche Versorgung, so heimatnah wie möglich.“ Grundlage dafür seien die im „Weißbuch Schwerverletztenversorgung“ festgehaltenen, flächendeckend gültigen und überprüfbaren Versorgungs- und Qualitätsstandards. Rogge weiter: „Die Umsetzung dieser Standards in den Kliniken wird von unabhängigen Zertifizierungsunternehmen übrigens sehr regelmäßig überprüft.“

In den vergangenen zwölf Monaten wurden im HKK rund 160 „Schockraum“- Alarme aktiviert und nach den festgelegten Kriterien abgearbeitet. Pro Jahr werden zukünftig voraussichtlich etwa 150 bis 200 Schockraum- Patienten im regionalen Traumazentrum im Heidekreis-Klinikum behandelt. „Mit unserem Team sind wir rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, auf die sofortige Versorgung vorbereitet. Außerdem trainieren wir mehrmals jährlich Notfall-Situationen“ erläutert Dusan Trifunovic. Der Oberarzt weiter: „Um die Qualität stetig weiter zu verbessern, ist das Teambuilding besonders wichtig. Wir tragen die Daten jeder Schockraum-Behandlung in das Traumaregister der DGU ein. So schaffen wir Transparenz über unsere Behandlungsmethoden und können sie mit denen anderer Häuser vergleichen - und letztendlich kann sich so die Behandlungsqualität innerhalb des gesamten Netzwerks kontinuierlich verbessern.“

Logo