Beim Blick auf die Verkehrsunfallstatistik 2025 für den Landkreis Heidekreis fällt vor allem ins Auge, dass sich im vergangenen Jahr zwar kaum mehr Unfälle ereignet haben als noch 2024, dafür gab es jedoch mehr Verletzte und Todesopfer. Die Zahlen dazu liefert der Leiter der Polizeiinspektion Heidekreis, Leitender Polizeidirektor Jens Heuchert, der vor Kurzen gemeinsam mit dem Leiter Einsatz, Polizeirat Dennis Schrader, sowie dem Sachbearbeiter Verkehr, Polizeihauptkommissar Christoph Vorwerk, die Verkehrsunfallstatistik für das zurückliegende Jahr vorstellt: Demnach haben sich 2025 auf den Straßen im Heidekreis insgesamt 5.598 Verkehrsunfälle ereignet. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer leichten Zunahme um 126 Unfälle (+ 2,26 Prozent). Deutlich angestiegen ist laut der Statistik hingegen die Zahl der verletzten Personen: Insgesamt wurden 989 Menschen leicht und 108 schwer verletzt. Im Vergleich: 2024 wurden noch 920 Leicht- und 91 Schwerverletzte registriert. Zudem verloren 14 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben (2024 waren es zehn Todesopfer).
Auch bei den E-Scooter-Fahrerinnen und -fahrern ist laut der Erhebung der Polizei über die Jahre ein deutlicher Anstieg der Unfallzahlen festzustellen: Während im Jahr 2023 noch 21 Unfälle registriert wurden, waren es 2024 bereits 43 und im Jahr 2025 schließlich 53. Die Zahl der leicht verletzten Personen sei in diesem Bereich sogar um rund 48 Prozent auf 40 (2024: 27) gestiegen, zudem seien drei Personen schwer verletzt worden, nachdem es im Vorjahr keine Schwerverletzten gegeben habe, so der Bericht der Polizeiinspektion Heidekreis.
„Die Entwicklung im Bereich der E-Scooter beobachten wir mit großer Aufmerksamkeit. Die steigenden Unfallzahlen sowie die zunehmende Zahl verletzter Personen zeigen deutlich, dass hier ein wachsendes Risiko im Straßenverkehr besteht. Insbesondere unerfahrene Nutzerinnen und Nutzer sowie das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss tragen zu dieser Entwicklung bei. Wir werden daher auch weiterhin verstärkt Kontrollen durchführen und mit gezielter Präventionsarbeit auf die besonderen Gefahren bei der Nutzung von E-Scootern hinweisen“, erklärt der Leiter Einsatz, Dennis Schrader.
Weiter zu den Strecken, auf denen E-Scooter absolut nichts zu suchen haben: „Auf den Bundesautobahnen 7 und 27 sank die Zahl der Verkehrsunfälle leicht auf 1.172 (2024: 1.220)“, heißt es in der Statistik zu den Unfallzahlen auf den hiesigen Autobahnen. Auf denen seien gleichzeitig jedoch die Zahlen der Verletzten gestiegen: „322 Menschen wurden leicht (2024: 297) und 28 schwer verletzt (2024: 23). Fünf Menschen verloren auf den Autobahnabschnitten im Heidekreis ihr Leben (2024: 3).“
Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Einfluss von berauschenden Mitteln sei ebenfalls insgesamt gestiegen, und zwar von 93 auf 97: „Während die Unfälle unter Alkoholeinfluss (von 81 auf 74) sowie unter Medikamenteneinfluss (von sechs auf zwei) rückläufig waren, stieg die Zahl der Unfälle unter Einfluss von Betäubungsmitteln deutlich von sechs auf 21“, weist das Zahlenwerk hierfür die Vergleichswerte von 2024 auf 2025 aus.
„Die Polizeiinspektion Heidekreis hat ihre internen Fortbildungsmaßnahmen zur besseren Erkennung von Drogen-, Medikamenten- und körperlich bedingten Einschränkungen im Straßenverkehr für den Einsatz- und Streifendienst verstärkt und die Kontrolltätigkeiten weiter intensiviert. Neben der dadurch verbesserten Erkennung entsprechender Auffälligkeiten könnte auch die Teil-Legalisierung von Cannabis eine Rolle bei der Entwicklung spielen“, erklärt Polizeihauptkommissar Christoph Vorwerk den deutlichen Anstieg.
Auffällig sei laut der Beamten auch die Entwicklung bei der Beteiligung von Kindern an Verkehrsunfällen. Die Zahl stieg hierbei von noch 83 im Jahr 2024 auf nunmehr 110 im Jahr 2025 an (+32,5 Prozent). Auch die Zahl der schwer verletzten Kinder erhöhte sich von vormals fünf auf neun, die der leicht verletzten von 66 auf 76. Ein kleiner Trost dabei: „Im Jahr 2025 kam kein Kind im Straßenverkehr ums Leben.“ Die Entwicklung zeige laut den Erhebungen der Polizeiinspektion Heidekreis jedoch, dass insbesondere junge Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer weiterhin „eines besonderen Schutzes und verstärkter Präventionsmaßnahmen bedürfen.“
Der Leitende Polizeidirektor Jens Heuchert resümiert: „Die Verkehrsunfallentwicklung im Heidekreis für das Jahr 2025 ist aus polizeilicher Sicht nicht zufriedenstellend. Zwar ist die Gesamtzahl der Unfälle weitgehend stabil geblieben, jedoch verzeichnen wir mehr Leicht- und Schwerverletzte sowie leider auch mehr Getötete als im Vorjahr. Das zeigt deutlich, dass wir in unseren Anstrengungen nicht nachlassen dürfen. Auch die steigenden Unfallzahlen im Bereich der E-Scooter verdeutlichen, dass neue Formen der Mobilität zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen.“
Auf die neuen Umstände werde die Polizei reagieren und gleichzeitig bekannte Probleme ins Visier nehmen: „Wir werden auch weiterhin einen besonderen Fokus auf die Hauptunfallursachen Geschwindigkeit und mangelnde Fahrtüchtigkeit legen und Kontrollmaßnahmen sowie die Verkehrspräventionsarbeit auf hohem Niveau beibehalten. Dabei richten wir unseren Blick insbesondere auf die Risikogruppen Kinder, junge Fahrerinnen und Fahrer sowie Seniorinnen und Senioren“, erklärt Heuchert.
Dabei gibt der Leitende Polizeidirektor allerdings zu bedenken: „Die meisten Verkehrsunfälle passieren aber nicht einfach nur, sondern haben fast immer eine verhaltensbezogene Ursache!“ Daher gelte laut Heuchert für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer auf den hiesigen Strecken und Wegen im Heidekreis, die Augen offen und sich an die Regeln zu halten: „Jede und jeder kann durch vorsichtiges und achtsames Verhalten zu einem Mehr an Verkehrssicherheit beitragen!“