Beratung sogar durch das Fenster

Sommersaison in Corona-Zeiten: Tourist-Informationen hatten viel zu tun

Beratung sogar durch das Fenster

Trotz Corona, sehr wahrscheinlich auch gerade wegen der Pandemie, hatten die Tourist-Informationen in der Lüneburger Heide in der diesjährigen Sommersaison einen großen Ansturm von Urlaubern zu bewältigen. „Dabei griff man teilweise auf unkonventionelle Lösungen zurück, wie die Beratung durch das offene Fenster“, teilt jetzt die Lüneburger Heide GmbH mit.

Laut Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH, verzeichnete der Tourismus in der kurzen Sommersaison, die durch den Lockdown im Frühjahr erst im Juni richtig begonnen habe, „sehr gute Zahlen.“ Auch die Tourist-Informationen in der Heide hätten das deutlich gespürt und von einer bis zu 50-prozentigen Steigerung der Kontakte berichtet. Seit dem Ende der Herbstferien vor drei Wochen hätten die Teams der Anlaufstellen für Einheimische und Gäste erstmalig Gelegenheit „zum Durchatmen.“

„Wir hatten ein sehr, sehr gutes Jahr, aber durch Corona auch mehr Telefon- und E-Mail-Kontakte“, berichtet die Leiterin der Tourist-Information Neuenkirchen, Nadja Leinecker-Wendt. Und Bettina Bouma aus Müden (Örtze): „Wir haben die Gäste mit einem Counter draußen beraten, damit wir mehr Abstand und Sicherheit bieten konnten, das hat toll geklappt.“ Auch in Müden habe es bis zu 50 Prozent mehr Kontakte gegeben.

In Hermannsburg wurde durch das offene Fenster gearbeitet, damit die Gästezahl durch das Betreten der Tourist-Info nicht reduziert werden musste. In Amelinghausen war besonders das Thema Wohnmobil sehr stark gefragt. „Viele Gäste wollten wissen, ob sie einen Test brauchen und was man in der Umgebung machen kann“, sagt Julia Lammers von der örtlichen Tourist-Information.

Insgesamt sei der Beratungsaufwand gestiegen, „denn die Gäste brauchten viele Informationen zur aktuellen Lage und den Coronabedingungen, gleichzeitig kamen aber auch mehr Heide-Neulinge in die Region“, erklärt von dem Bruch: „Wir haben große Steigerungsraten bei den 25- bis 34-Jährigen Gästen“, so der Geschäftsführer. Er freut sich über „die erneue Verjüngung der Zielgruppe.“ Besonders Wanderwege mit Tagesetappen seien stark gefragt gewesen, der Heidschnuckenweg habe, wie in den Vorjahren, „eine stark steigende Beliebtheit bei den jungen Urlaubern“ verzeichnet.

Wären die ersten fünf Monate nicht durch den Lockdown beeinträchtigt gewesen, hätte die Lüneburger Heide ein Rekordjahr verbucht. „Noch nie waren die Parkplätze so voll bei uns“, sagt von dem Bruch. Dass man den Gästen dann auch persönliche Empfehlungen geben kann, gehört für ihn zum Service im Tourismus: „Bei aller Digitalisierung ist doch der Mensch, der eine gute Empfehlung aussprechen kann, ein Faktor für Zuverlässigkeit und Sicherheit.“

Für die kommende Saison sind die Tourist-Informationen gerüstet, Buchungen sind ab sofort möglich. Und natürlich hofft die gesamte Tourismusbranche auf ein Jahr 2022, das möglichst wenig durch Corona eingeschränkt ist.

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