Besser mit Besen und Rechen

NABU empfiehlt Verzicht auf Laubsauger und Laubbläser

Besser mit Besen und Rechen

Das Laub von Birken, Linden, Buchen und Ahornbäume leuchtet gold-gelb im Herbstlicht und bedeckt Straßen, Wege und Grünflächen. Dem bunten Blätterteppich wird derzeit vielerorts zu Leibe gerückt - nicht bur mit Rechen und Besen, sondern auch mit Laubbläsern und Laubsaugern. Dabei hat sich das Umweltministerium bereits vor einem Jahr den Empfehlungen des Umweltbundesamtes und des Bundesamtes für Naturschutz angeschlossen und Privatleute und Kommunen aufgefordert, auf den Einsatz der umwelt- und gesundheitsschädlichen Geräte zu verzichten. Dennoch dröhnt es mit einem Schallpegel von 90 bis 120 Dezibel aus Gärten und Parkanlagen, von Friedhöfen und Spielplätzen.

Der NABU Heidekreis hat das zum Anlass genommen, in einem Schreiben an alle Kommunen auf die Folgen der vermeintlich nützlichen Gerätschaften hinzuweisen und einen möglichst weitgehenden Verzicht auf ihren Einsatz einzufordern. Hierfür sprechen mehrere Gründe: Laubbläser und Laubsauger richten erhebliche ökologische Schäden an, da sich Käfer, Spinnen, Tausendfüßler, Asseln und andere Kleinstlebewesen dem Turbo-Luftstrom nicht widersetzen können. Lauert hinter dem Rohrende noch ein Häcksler - wie es bei Laubsaugern oft der Fall ist- sind sie selbst für Amphibien, Reptilien und kleine Säugetiere eine tödliche Gefahr. Beim Einsatz auf unversiegelten Flächen sind die negativen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt besonders gravierend, weil zahlreiche Kleintiere durch die Beseitigung des Laubs ihren Lebensraum und ihre Nahrungsgrundlage verlieren. Außerdem wird der Boden seiner natürlichen Deckschicht beraubt, die ihn vor Austrocknung und extremer Kälte schützt. Das Bodenleben verarmt, der Nährstoffkreislauf wird unterbrochen und die Humusbildung gerät ins Stocken.

Hinzu kommt, dass mit Verbrennungsmotor betriebene Geräte die Luft durch den Ausstoß gesundheitsschädlicher Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid verschmutzen und eine erhebliche Lärmbelästigung darstellen. Auch werden durch den Luftstrom im Laub oder auf dem Boden befindliche Mikroben, Bakterien, Schimmelpilze, Feinstaub, Unrat und Kot aufgewirbelt und gefährden so ebenfalls die Gesundheit von Benutzern und Passanten.

„Wir können nur jedem raten, zu Besen und Laubrechen zu greifen, statt sich und seiner Umgebung zu schaden“, so Vorsitzender Klaus Todtenhausen und hofft auf ein Einsehen im öffentlichen und privaten Bereich. Sollte es Fälle geben, in denen sich die motorisierten Geräte als absolut unverzichtbar erweisen, sind akkubetriebene Varianten vorzuziehen, weil sie emissionsärmer, leiser und leichter sind als solche mit Benzinmotor.

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